Friedenstaube posten oder Geld spenden

Karlsruhe (BNN) – Das Bedürfnis vieler Menschen, sich mit der Ukraine solidarisch zu erklären, ist riesig. Wer mehr als Worte senden will, kann auch spenden.

Ein Zeichen der Solidarität: das beleuchtete Brandenburger Tor. Foto: Christophe Gateau/dpa

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Ein Zeichen der Solidarität: das beleuchtete Brandenburger Tor. Foto: Christophe Gateau/dpa

„I stand with Ukraine“ versichern dicke weiße Buchstaben auf blau-gelbem Grund. Andere Bilder auf der Social-Media-Plattform Instagram fordern auf Englisch dazu auf, für das Land im Kriegszustand zu beten. „Pray for Ukraine“, heißt es da – wahlweise bebildert mit Kerze oder Friedenstaube.
Am Tag nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine sind die sozialen Netzwerke voll mit Solidaritätsbekundungen aus der westlichen Welt. Allein auf Instagram finden sich unter dem Hashtag Ukraine über 30 Millionen Posts. Aber auch in anderen Netzwerken, wie Facebook, Tictoc oder Linkedin sind die Solidaritätsbekundungen am Tag zwei des Krieges zahlreich. Wer selbst nichts postet, hinterlässt Herzchen oder einen erhobenen Daumen. Richard Wagner aus Karlsruhe beobachtet die virtuelle Anteilnahme an Kriegen oder anderen Katastrophen in der Regel eher mit Skepsis. „Eigentlich bin ich nicht so gern politisch auf den Sozialen Netzwerken unterwegs“, sagt der junge Mann. Im Falle des Ukraine-Kriegs aber macht der 21-Jährige mit russischen Wurzeln eine Ausnahme. „Ich habe verschiedene Links geteilt, unter denen man seine Solidarität zeigen kann“, erklärt er.

Appell von Wladimir Klitschko

Ein Zeichen – das wünscht sich auch der in Deutschland wohl prominenteste Ukrainer, Wladimir Klitschko. Nur wenige Stunden nach dem Einmarsch der Russen in sein Heimatland meldete sich der frühere Boxweltmeister in einem eindringlichen Appell im Sozialen Netzwerk Linkedin zu Wort. Unter der Überschrift „Keine Demokratie ohne Demokraten“ ruft er Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, sein Heimatland zu unterstützen. „Sie können etwas tun, in dem sie mobilisieren und große Demonstrationen organisieren“, schreibt er. „Werden sie laut und verleihen Sie der Demokratie eine Stimme.“

Solidarität zeigen viele. Hauptstädte wie Berlin oder London lassen ihre Wahrzeichen bei Einbruch der Dunkelheit in Gelb und Blau erstrahlen. Auch in der Region bekennt man Farbe. Das Karlsruher und das Bruchsaler Rathaus erstrahlten in den frühen Abendstunden des Freitags in Gelb und Blau, der Bühnenturm des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe ist entsprechend illuminiert und noch bis Dienstag leuchtet die Trambrücke über den Rhein in Kehl in den ukrainischen Nationalfarben. In der Region wird es an diesem Wochenende außerdem Mahnwachen und Kundgebungen geben. Der Deutsche Olympische Sportbund und der badische Fußballverein rufen zu Schweigeminuten vor Spielen und Wettkämpfen auf. In vielen Gottesdiensten wollen auch die Kirchen für die Menschen in den betroffenen Gebieten und den Frieden beten. Zu den Solidaritätsbekundungen im Netz mischen sich inzwischen aber auch immer mehr Spendenaufrufe von Hilfsorganisationen oder NGOs, wie der Caritas oder Ärzte ohne Grenzen.

Solidaritätsaktionen sind in Karlsruhe und Rastatt geplant:

Karlsruhe: An diesem Samstag (26. Februar) feiert die Ukrainische Griechisch-Katholische Gemeinde in Karlsruhe einen Gottesdienst für den Frieden in ihrem Heimatland. Die Gebetsfeier findet im Anschluss an eine Kundgebung in der Karlsruher Innenstadt statt, die um 14 Uhr vor dem Schloss beginnt. Um 16 Uhr ist der Gottesdienst in der katholischen Stadtkirche St. Stephan (Erbprinzenstr. 16, 76133 Karlsruhe) geplant. Am Sonntag ab 16 Uhr wird auf dem Karlsruher Marktplatz gegen den Krieg demonstriert.

Rastatt: Als Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine wird der Rastatter Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch am Sonntag gegen 11.30 Uhr am ukrainischen Ehrenmal auf dem Stadtfriedhof ein paar Worte sprechen und Blumen niederlegen. Vorher findet um 9.30 Uhr in der Stadtkirche St. Alexander ein Bittgottesdienst für ein Ende der Gewalt statt.

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