Friedhofsgebühren in Rastatt steigen „moderat“

Rastatt (ema) – Die Friedhofsgebühren in Rastatt steigen im März. Trotzdem erhöht sich das Defizit.

Das Ende 2019 eingeweihte Baumgräberfeld auf dem Rastatter Waldfriedhof stößt bei Angehörigen auf reges Interesse. Foto: Frank Vetter

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Das Ende 2019 eingeweihte Baumgräberfeld auf dem Rastatter Waldfriedhof stößt bei Angehörigen auf reges Interesse. Foto: Frank Vetter

Trauernde Angehörige und Bestatter haben ohnehin schon unter den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie zu leiden. Für die Stadt Rastatt schlägt sich die Seuche auch wirtschaftlich im Friedhofswesen nieder. Daran dürfte auch die vom Gemeinderat beschlossene Erhöhung der Friedhofsgebühren zum 1. März nichts ändern.

Die Verwaltung spricht von einer „moderaten“ Erhöhung – mit der Folge, dass der Kostendeckungsgrad in diesem Jahr trotzdem sogar auf 70,1 Prozent sinken wird. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag man noch bei 79,9 Prozent.

Dass man sich bei der Gebührenerhöhung eher zurückhält, begründet die Verwaltung auch mit der Befürchtung, dass Angehörige auf günstigere externe Bestattungsformen ausweichen oder auf einzelne Leistungen verzichten, was das strukturelle Defizit noch erhöhen würde. Ohnehin muss die Friedhofsverwaltung mit dem anhaltenden Trend zu günstigeren und weniger pflegeintensiven Urnengräbern leben, was seit Jahren zu einem Rückgang an Erdbestattungen führt. Im Jahr 2019 hatte die Stadt darauf reagiert und auf dem Waldfriedhof ein Baumgräberfeld angelegt. Innerhalb eines Jahres registrierte die Verwaltung dort bereits mehr als 50 Beisetzungen.

Defizit steigt auf 490.000 Euro

Im Jahr 2019 schnitt das Friedhofswesen mit einem Minus von 243.000 Euro ab. Für 2020 rechnet die Verwaltung aufgrund der Corona-Einschränkungen mit „spürbaren Auswirkungen, insbesondere bei den Wahlleistungen wie Nutzung der Trauerhalle. Für 2021 kalkuliert die Stadt bei Ausgaben von 1,6 Millionen mit einem Defizit von 490.000 Euro. Die Erhöhung bei einzelnen Bestattungsformen schwankt zwischen drei und elf Prozent. Den Anstieg hält die Verwaltung auch für notwendig wegen geplanter Sanierungen auf den Friedhöfen. Im Einzelnen genannt werden das Kuppeldach auf dem Stadtfriedhof, das Vordach in Rauental, das Flachdach in Wintersdorf sowie behindertengerechte Toiletten auf den Stadtteilfriedhöfen.

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Erstellt:
3. Februar 2021, 11:00 Uhr
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