Friedwald „Badener Höhe“ in Forbach eröffnet

Forbach (mm) – Bei der Herrenwieser Schwallung in der Nähe der Schwarzenbach-Talsperre wurde am Donnerstag der Friedwald „Badener Höhe“ eröffnet. Er ist der erste im Landkreis Rastatt.

Margarete Eger, Burkhard Freiherr von Ow-Wachendorf (Murgschifferschaft), Bürgermeisterin Katrin Buhrke, Sébastien Oser (Landratsamt) und Matthias Laufer (Friedwald) am Eröffnungsbaum (von links). Foto: Markus Mack

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Margarete Eger, Burkhard Freiherr von Ow-Wachendorf (Murgschifferschaft), Bürgermeisterin Katrin Buhrke, Sébastien Oser (Landratsamt) und Matthias Laufer (Friedwald) am Eröffnungsbaum (von links). Foto: Markus Mack

Die letzte Ruhe in der Atmosphäre eines Waldes finden – ab August ist dies in Forbach möglich. Bei der Herrenwieser Schwallung in der Nähe der Schwarzenbach-Talsperre wurde am Donnerstag der Friedwald „Badener Höhe“ eröffnet. Er ist der erste seiner Art im Landkreis Rastatt. Vielen Menschen werde hier der Wunsch erfüllt, ihre letzte Ruhe im Einklang mit der Natur zu finden, sagte Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke bei der Eröffnungsfeier.

Auf rund 50 Hektar Fläche der Murgschifferschaft ist diese alternative Bestattungsart künftig möglich. Deren Verwaltungsratsvorsitzender Burkhard Freiherr von Ow-Wachendorf gab einen kurzen Überblick über die Historie der seit 1488 bestehenden gegründeten Genossenschaft. Vom Wald gehe eine tröstende Wirkung aus. Er sei ein guter Ort der Trauer. Ein Ort, an dem man sich zu Lebzeiten wohlfühle, werde zum Ort des Gedenkens an die Verstorbenen.

Sébastien Oser, Amtsleiter für Baurecht, Klima- und Naturschutz beim Landratsamt in Rastatt, erläuterte die gesetzlichen Bestimmungen, die ein Friedwald erfüllen muss. Menschen könne jetzt der Wunsch gewährt werden, in der Natur in einer der schönsten Ecken des Landkreises bestattet zu werden.

Ort des Trostes und der Hoffnung

Es ist der 76. Bestattungswald in Deutschland, der am Donnerstag in Forbach eröffnet wurde, berichtete Matthias Laufer, der Geschäftsführer der im hessischen Griesheim ansässigen Friedwald-Gesellschaft. Vom Bodensee bis nach Rügen sind sie zu finden. Wer sich der Natur besonders verbunden fühle oder den Wald als tröstlich empfinde, der finde dort eine Alternative zu einem herkömmlichen Friedhof.

Friedwald „Badener Höhe“ in Forbach eröffnet

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Die Idee, Tröstliches mit Nützlichem zu verbinden, war vor 20 Jahren die Triebfeder, den ersten Friedwald in Deutschland zu eröffnen, blickte er zurück. Aus der Idee sei eine gesellschaftlich anerkannte Bestattungsform geworden. Der neue Standort „Badener Höhe“ ist der 15. in Baden-Württemberg. Laufer dankte der Gemeinde Forbach, den Waldbesitzern und dem Landratsamt für die Offenheit gegenüber dem Projekt und für dessen Realisierung.

Ein Friedwald sei nicht nur ein Ort des Trostes, sondern auch der Hoffnung, verdeutlichte Pfarrerin Margarete Eger, von der evangelischen Gemeinde Forbach-Weisenbach auch in Vertretung für ihre katholischen Kollegen. Dort sollen Menschen Kraft, Trost und Halt finden. Viele machten sich Gedanken, wo sie ihre letzte Ruhe finden können oder wer das Grab pflegen soll. Die Natur sorge ein Stück weit für sich selbst. Bei der Auferstehung kehre der Mensch zurück in die Hand seines Schöpfers. Dafür sei der Wald ein schönes Symbol.

Zum Thema

Das Friedwaldkonzept sieht Urnenbestattungen unter Bäumen vor; an diesen werden Namenstafeln der Verstorbenen angebracht. Der Friedwald ist ein öffentlich-rechtlicher Friedhof, der Wald bleibt als Erholungsgebiet nutzbar.

Interessierte können den Friedwald „Badener Höhe“ regelmäßig an zwei Samstagen im Monat kennenlernen. Die Friedwaldförster erklären das Konzept. Die nächsten Termine sind am 7. und 21. August, jeweils um 14 Uhr. Anmeldung unter (0 61 55) 84 81 00 oder www.friedwald.de/badener-hoehe


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