Frihol in Bühl ein Jahr nach dem Großbrand

Bühl (sre) – Kleine Schritte zur Normalität: So geht es der Firma Frihol in Oberbruch ein Jahr nach dem Großbrand. Zunächst soll eine ehemalige Reithalle für die Produktion genutzt werden.

Wieder das eigene Gelände für die Produktion einsetzen: Dieses Ziel verfolgt man bei der Firma Frihol. Foto: Bernhard Margull

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Wieder das eigene Gelände für die Produktion einsetzen: Dieses Ziel verfolgt man bei der Firma Frihol. Foto: Bernhard Margull

Es war einer der größten Brände in der Bühler Geschichte: Vor rund einem Jahr wurde der gesamte Gebäudekomplex des Unternehmens Frihol in Oberbruch zerstört. Nun will das Unternehmen seine Produktion wieder an den Standort verlagern – wenn auch erst einmal provisorisch.

Technischer Defekt Ursache für Feuer

In der Nacht und den frühen Morgenstunden des 1. Mai 2020 wütete das Feuer. Mehr als 28 Stunden lang waren damals Feuerwehrleute aus der ganzen Region im Dauereinsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Es entstand ein Millionenschaden. Mittlerweile weiß man, dass wohl ein technischer Defekt an einer Maschine Ursache für das Feuer war. Ein Jahr später ist allerdings nach wie vor unklar, wann der Wiederaufbau der Pilzhandelsfirma starten kann.

Man könne dazu noch keine Aussage machen, hieß es auf BT-Nachfrage von Unternehmensseite. Dafür sei es einfach noch zu früh. Fest steht: Der Startschuss zum Wiederaufbau lässt länger auf sich warten, als von dem Unternehmen zunächst gehofft. Derzeit liegen immer noch Überreste des zerstörten Gebäudes auf dem Gelände.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte der südkoreanische Geschäftsführer dem BT noch gesagt, er hoffe, bereits im November oder Dezember 2020 mit dem Wiederaufbau loslegen zu können. Changhwan Ahn, der Frihol 2018 von Firmengründer Gerhard Frietsch übernommen hat, hatte aber damals schon angedeutet, dass keine leichte Aufgabe bevorstehe.

Neubau muss Anforderungen genügen

Neben Gesprächen mit der Versicherung, die den entstandenen Schaden übernehmen wird, sei man auch im Dialog mit der Baufirma, was die Gestaltung des Neubaus angehe, hatte Changhwan Ahn erläutert. Dabei sei auch zu beachten, dass es mittlerweile andere Vorschriften gebe als vor 20 Jahren. Der Neubau, der diesen gerecht werden müsse, werde folglich mehr kosten, als man seinerzeit bei der Errichtung des nun zerstörten Gebäudekomplexes habe investieren müssen.

Ein Bauantrag für den Neubau sei in Vorbereitung, sagte Corina Bergmaier, Leiterin des städtischen Fachbereichs Wirtschafts- und Strukturförderung/Baurecht, zum aktuellen Stand der Dinge. Auch der Verwaltung sei daran gelegen, die Angelegenheit voranzubringen: „Wir tun, was wir können, um die Firma zu unterstützen.“ Dazu gehört auch, eine weitere Zwischenlösung zu ermöglichen – und damit einen weiteren kleinen Schritt in Richtung Normalität.

Reithalle auf Gelände wird ertüchtigt

Wie berichtet, hatte das Unternehmen rasch nach dem Großbrand eine temporäre Produktionsstätte gefunden: Es wurden Lager- und Kühlflächen angemietet. Es habe sich aber um ein befristetes Mietverhältnis gehandelt, so Bergmaier.

Der Firma sei deshalb daran gelegen, den Betrieb wieder auf dem eigenen Gelände aufnehmen zu können. Bürocontainer seien dort ja bereits aufgestellt worden. Zudem sei ein Antrag auf Nutzungsänderung für eine frühere Reithalle auf dem Areal gestellt worden, um diese zumindest vorerst als Produktionsstätte nutzen zu können. Eine Teilgenehmigung habe die Verwaltung dafür jetzt erteilt. Dabei ging es laut Bergmaier zunächst um eine Bodenplatte, die in der Halle erstellt werden musste sowie um eine sogenannte Fassadenbeplankung, um die Fassade den Anforderungen gemäß zu ertüchtigen.

Das geschah vor einem Jahr: Großbrand in Bühl: Nichts mehr zu retten

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Erstellt:
11. Mai 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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