Fröhliche Schar mit ungewisser Zukunft

Rastatt (dm) – Der Verein Partnerschaft Behinderte-Nichtbehinderte schlägt Alarm: Es werden ehrenamtliche Helfer gesucht. Ohne zusätzliche Unterstützung müsse der Verein aufgelöst werden.

Der Verein nimmt als fröhliche Zwergenschar jährlich an Fastnachtsumzügen teil. Dieses Jahr setzten die Mitglieder inmitten des närrischen Treibens einen Hilferuf ab. Foto: F. Vetter

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Der Verein nimmt als fröhliche Zwergenschar jährlich an Fastnachtsumzügen teil. Dieses Jahr setzten die Mitglieder inmitten des närrischen Treibens einen Hilferuf ab. Foto: F. Vetter

Ernste Botschaft inmitten des närrischen Trubels in Rastatt: Die Partnerschaft Behinderte-Nichtbehinderte (PBN), die seit Jahren beim Fastnachtsumzug durch die Barockstadt mitwirkt, nutzte dieses Jahr das von tausenden Zuschauern besuchte Treiben, um ein SOS abzusetzen: Der Verein sucht dringend ehrenamtliche Helfer. Ansonsten, so hieß es auf einem Infoblatt, das verteilt wurde, „müssen wir den Verein leider auflösen“.
Zwar zähle man noch rund 140 Mitglieder, wie der Vorsitzende Ray Born auf Nachfrage des BT erläutert – als Helfer, die die regelmäßigen Aktivitäten der Schar begleiten und gestalten, seien indes nach einem auch altersbedingten Umbruch nur noch eine Handvoll aktiv.

Verein wird 40 Jahre alt

Dabei hätte man eigentlich guten Grund zu feiern in diesem Jahr: Der Verein wird 40. Das geplante Geburtstagsfest am 20. Juni werde auf jeden Fall auch stattfinden, betont Born. Am Behindertennachmittag der Stadt Rastatt im September sowie am Eberbachfest in Haueneberstein werde man ebenfalls noch teilnehmen. Und dann? Ob es danach weitergeht, werden die nächsten Monate zeigen. Bis dahin werde man weitere Werbe-Aktionen starten – und hoffen, dass sie fruchten. Fest steht indes, dass der Verein, der sich auf die gesamte Region bezieht, derzeit keine weiteren behinderten Mitmenschen aufnehmen kann. Aufgrund der zu geringen Zahl der Helfer/Betreuer sei man in der traurigen Situation, dass man Interessenten schon ablehnen müsse.

Jeder bringt seine Fähigkeiten ein

Die PNB versteht sich als lebensfrohe Gruppe, die Menschen mit verschiedenen Behinderungen beziehungsweise Erkrankungen offen steht und gemeinsam Freizeit verbringt. Dabei bringe jeder seine Fähigkeiten ein, „um andere zu unterstützen und selbst Unterstützung zu erhalten“. Die Altersspanne beginne beim Kleinkind und reiche bis ins hohe Alter. Beteiligt ist man am Runden Tisch für Menschen mit Behinderung in Rastatt und Baden-Baden sowie im Netzwerk für Selbsthilfegruppen des Landkreises.

Rund 45 Behinderte kommen zu den Treffen, die die PBN wöchentlich anbietet. Jeden Dienstag ist von 18 bis 20 Uhr gemeinsames Schwimmen im Bad der Augusta-Sibylla-Schule Rastatt, zusätzlich jeden zweiten Donnerstagabend (früher jeden Donnerstag) Treffen an unterschiedlichen Orten zu wechselnden Aktivitäten: Basteln, Gesprächsrunden, Filmabende, Spaziergänge und anderes. Einmal jährlich organisiert der Verein ein Familienerholungswochenende, nimmt an Fastnachtsumzügen teil, zudem stehen Ausflüge und saisonale Feste auf dem Programm. Das alles mache Spaß, wirbt Born um Interessenten und betont: „Wenn wir nicht bald Unterstützung bekommen, schaffen wir das nicht mehr“.

Die Stadt Rastatt, so berichtet er, wolle derweil helfen, eine Garage für die Unterbringung der Vereinsausstattung zu finden – vom Rollstuhlparcours über Kostüme bis hin zu Zelten –, die bisher in der ganzen Region verteilt sei. Und auch ein eigenes Vereinshaus stünde auf der Wunschliste, wenn es denn weitergeht.

Info/Kontakt: (0177) 1434261, im Internet: www.pbn-rastatt.de.

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Erstellt:
25. Februar 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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