Frost setzt jungen Obstbaumblüten zu

Baden-Baden (kie) – Nach dem Kälteeinbruch der vergangenen Tage leidet vor allem Steinobst wie Zwetschgen oder frühe Kirschsorten. Langfristige Folgen sind aber noch schwer abzuschätzen.

Manche Obstbäume stehen durch das milde Wetter der vergangenen Wochen bereits in voller Blüte – jetzt sind sie dem Frost ausgesetzt. Foto: -/Ukrinform/dpa

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Manche Obstbäume stehen durch das milde Wetter der vergangenen Wochen bereits in voller Blüte – jetzt sind sie dem Frost ausgesetzt. Foto: -/Ukrinform/dpa

Derzeit erfüllt der April das Klischee perfekt: Auf Sonnenschein mit ungewöhnlich hohen Temperaturen folgte zu Beginn der Woche ein bemerkenswerter Wetterwechsel, der Schneefall bis in die Tieflagen und Minusgrade mit sich brachte. Manche Obstbäume stehen durch das milde Wetter der vergangenen Wochen bereits in der Blüte. Welche Folgen hat der nächtliche Frost für die mittelbadische Obsternte?

„Zu früh“ sei es für eine „seriöse“ Einschätzung der Folgen, sagt Wendelin Obrecht, Vorstandsvorsitzender des in Oberkirch ansässigen Obstgroßmarktes Mittelbaden. Thomas Hagenbucher, Sprecher des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) bestätigt diese Einschätzung: Für genaue Angaben sei es noch zu früh. Doch eines ist ganz gewiss: „Die Witterung kommt zur Unzeit“, sagt Obrecht.

Wie er erklärt, sei Steinobst gegenüber dem plötzlichen Kälteeinbruch am empfindlichsten: Frühe Kirschsorten, Zwetschgen oder Mirabellen blühten bereits, hier gebe es „mit Sicherheit Blüteschäden“. „Wir gehen davon aus, dass Steinobst betroffen ist“, sagt auch Hagenbucher.

Bei Apfelbäumen „alles im grünen Bereich“

Bei geöffneten Blüten sind laut Obrecht ab Temperaturen von minus zwei Grad Schäden zu erwarten, geschlossene Knospen halten Temperaturen von rund minus vier Grad Stand. Bei den Bäumen, die noch nicht blühen – wie etwa Apfelbäume – sei „alles im grünen Bereich“, so Obrecht.

Doch Blüteschäden allein sagen noch nichts über die Höhe eines möglichen Ernteausfalls aus: „Ein gewisser Blüteschaden bedeutet nicht zwangsläufig geringere Erträge“, so Obrecht. Die Bäume würden vielmehr einen „gewissen Overkill“ produzieren – also weitaus mehr Blüten produzieren als der Baum am Ende Früchte trägt. Nur rund zehn Prozent der Blüten, schätzt Obrecht, würden am Ende ausreichen, um eine Vollernte einzufahren. In der Praxis dünnen Landwirte Obstbäume ohnehin aus.

Wetterlage weiter von Bedeutung

Nun komme es laut Obrecht bei der Beurteilung der tatsächlichen Folgen des Frosts für das Obst aus Mittelbaden einerseits auf den Bereich an, in dem die Blüteschäden liegen und auf die weitere, langfristige Witterung. Wenn sich nach der Kälte beispielsweise zwei Wochen lang keine Sonne zeige, sei das problematisch. Wie sich der Frost der vergangenen Tage aber langfristig auswirkt, wird sich erst noch zeigen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

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Erstellt:
7. April 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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