Frühes Aus für Schnelltest-Station

Rastatt (dm) – Weil sie die Arbeitsschutz-Anforderungen der Behörden nicht erfüllt konnten, musste „LB Covid Schnelltest“ die Drive-in-Schnelltest-Station hinter dem Hotel „Schwert“ wieder abbauen.

Verlassen: Das Zelt auf dem Hotelparkplatz zeugt am Mittag noch von der geplanten Corona-Antigenschnelltest-Station. Foto: Frank Vetter

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Verlassen: Das Zelt auf dem Hotelparkplatz zeugt am Mittag noch von der geplanten Corona-Antigenschnelltest-Station. Foto: Frank Vetter

Kaum war sie am Montagmorgen in Betrieb gegangen, die Corona-Schnelltest-Station des Unternehmens „LB Covid Schnelltest“ in der Rastatter Innenstadt, war’s auch schon vorbei: Da die Unternehmer vom behördlichen Arbeitsschutz gestellte Forderungen nicht erfüllen konnten, bauten sie die Drive-in-Station auf dem Parkplatz hinter dem Hotel „Schwert“ am Vormittag gleich wieder ab.
Wer gegen Mittag dort eintraf, fand nur noch ein leer geräumtes Zelt vor, an dem der (Schnee-)Regen entlangtropfte. Nirgendwo Personal, das hätte Auskunft geben können, und auch kein Hinweisschild klärte auf.

„Schnell, sicher und hygienisch“, so war versprochen worden, könne man dort innerhalb von 15 Minuten erfahren, ob der Antigen-Schnelltest positiv oder negativ anzeigt. Kostenpunkt: 39,90 Euro. Der Arbeitsschutz in der Gewerbeaufsicht des Landratsamts monierte nun offenbar unter anderem aber, dass kein fließendes Wasser dort vorhanden gewesen sei und stellte fest, dass das Zelt bei der aktuellen Witterung mit Blick auf die Mitarbeiter nicht geeignet sei. Unter anderem habe man empfohlen, sich entsprechende Fachkunde durch einen Experten für Arbeitsschutz einzuholen.

Die Geschäftsführung des Unternehmens spricht gegenüber dem BT von mehreren Vorgaben, die man nicht stemmen könne und verweist verschnupft darauf, dass man in anderen Städten – etwa in Karlsruhe – keinerlei Probleme gehabt habe. Dort könne man auf dieselbe Weise, wie das nun in Rastatt geplant war, die Tests „reibungslos“ durchführen. Was das Zelt anbelangt: Hier hätte man auch mit Heizpilzen für die Mitarbeiter angemessene Temperaturen erreichen können.

Geholpert hatte die Sache schon im Vorfeld. Die Firma hatte bereits vergangenen Freitag vor dem Hotel starten wollen und auch dafür geworben. Das war dann jedoch von der Stadt nicht genehmigt worden, weil das Areal Feuerwehrzufahrt und Brandschutzzone ist. Später kam dann per Mail die Kunde aus dem städtischen Rathaus Stadt, dass die Station an der Schiffstraße genehmigt werden könne – wenn die Hygiene- und Entsorgungsvorschriften beachtet würden.

Nun, so das Unternehmen, liege das Antigen-Schnelltest-Projekt in Rastatt indes erst mal komplett auf Eis.

In Karlsruhe werde das Angebot dagegen gut angenommen, gerade mit Blick darauf, dass jeder, der ein Pflegeheim betreten will, einen negativen Test vorweisen muss und die Heime selbst, die solche Tests auch vor Ort anbieten müssen, oft nicht genügend Kapazitäten dafür hätten.

Im Rastatter Landratsamt weist man unterdessen darauf hin, dass man nicht auf private Angebote angewiesen sei, wenn man sich testen lassen wolle. Es gebe genügend Gelegenheiten.

Auch Apotheken bieten kostenpflichtige Antigenschnelltests an; laut Liste der Landesapothekenkammer sind darunter aktuell sieben im Raum Rastatt und Baden-Baden.

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