Führung im Friedwald bei Forbach

Forbach (mhr) – Die Sonne blitzt durch das Laub der Bäume, Licht und Schatten wechseln sich ab – wie im realen Leben. Ab und an zwitschern Vögel, selten dringen Geräusche von außerhalb ins Ohr.

Friedwald-Försterin Christiane Sprenger informiert Interessierte bei einer Führung. Foto: Margrit Haller-Reif

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Friedwald-Försterin Christiane Sprenger informiert Interessierte bei einer Führung. Foto: Margrit Haller-Reif

Der Weg durch das sommerliche Grün des Mischwalds im hügeligen Gelände des neu eröffneten Friedwalds Badener Höhe auf Gemarkung Forbach führt zunächst bergauf. Fast so, als strebe man einer imaginären Himmelsleiter entgegen – hin zur letzten Ruhe, im Schoß der Erde, mitten in der Natur.

Acht Interessierte nahmen am Freitagnachmittag an der Waldführung von Friedwald-Försterin Christiane Sprenger teil. Um im sonnendurchfluteten, friedvollen Waldambiente zwischen Schwarzenbach-Talsperre und Herrenwies Näheres über die Idee, die Wahl von unterschiedlichen Bestattungsbäumen sowie Beisetzungsmodalitäten zu erfahren.

Drei Hektar Fläche derzeit verfügbar

Insgesamt umfasst die Friedwaldfläche rund 50 Hektar, zirka drei Hektar sind aktuell für Baumbestattungen verfügbar. Konzeptgeberin für die Bestattung unter Bäumen ist die im hessischen Griesheim bei Darmstadt angesiedelte Friedwald GmbH. In Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen, Kirchen und Forstverwaltungen bietet sie Baumbestattungen in eigens ausgewiesenen Bestattungswäldern an.

Bei Kassel wurde im Jahr 2001 der erste Friedwald in Deutschland eröffnet. 76 Standorte deutschlandweit sind es inzwischen, bereits der vierte Standort befindet sich im Schwarzwald. Öffentlicher Träger ist die Gemeinde Forbach, die zuständig für die Friedhofssatzung ist.

Waldeigentümerin des Standorts Badener Höhe ist die Murgschifferschaft. Der genossenschaftlich organisierte Forstbetrieb hat ab dem 15. Jahrhundert im Murgtal die Flößerei betrieben. In diesem Zusammenhang befindet sich auch der Friedwald Badener Höhe an einem geschichtsträchtigen Ort – der „Herrenwieser Schwallung“. Am Friedwald entlang plätschert gemächlich der Schwarzenbach, über den einst Holz hinunter ins Murgtal geflößt wurde.

Natur sorgt für Grabschmuck

Im Friedwald erhalten die Bestattungsbäume nun eine ganz besondere Bedeutung als „Trauerbezugspunkte“ und Trostspender. Namensgeberin für den Bestattungswald ist die „Badener Höhe“. Mit rund 1.003 Meter Höhe gilt der Berg in der Nähe mit Aussichtsturm und einem herrlichen Panoramablick als höchste Erhebung auf der Gemarkung von Baden-Baden.

Für die Bestattungen stehen neben Nadelbäumen wie Tanne, Kiefer und Douglasie auch Laubbäume wie Buche, Eberesche und künftig auch Bergahorn zur Wahl. Unter den jeweiligen Bäumen werden biologisch abbaubare Urnen mit der Asche von Verstorbenen beigesetzt. Den Grabschmuck für die Baumgräber steuert nicht der Mensch bei, sondern die Natur, seien es Moose und Farne oder Heidelbeersträucher.

Friedwald-Försterin Christiane Sprenger erläutert detailliert die Unterschiede zwischen den mit gelben und den mit blauen Bändern markierten Bäumen und einem Basisplatz. Ebenso wie die unterschiedlichen Nutzungsrechte variieren auch die Preise, je nach Stärke, Art und Lage des Baums. Keine Frage zum „Trauerbezugspunkt Baum“ bleibt unbeantwortet.

Andachtsplatz für Trauerfeiern

Vom Parkplatz führt ein ebener, gut ausgebauter Weg zum Andachtsplatz mit Sitzgelegenheiten für Trauerfeiern und Gedenkveranstaltungen. Im Winter finden Bestattungen je nach Möglichkeit und Witterung statt. „Es ist unser erster Winter“, so die Friedwald-Försterin, „da fehlen uns noch die Erfahrungswerte.“

Am Eingang des Geländes sind zwei Wanderinnen in die Infotafel vertieft, die auf das Konzept und die Lage der Bestattungsbäume im Wald hinweist. „Hier, mitten im Wald und mitten in der Natur seine letzte Ruhe zu finden“, sagt die eine Frau zu ihrer Begleiterin, „das ist eine wirklich schöne und tröstliche Vorstellung.“

Bei Interesse an Waldführungen oder Baumauswahlterminen sind weitere Informationen erhältlich unter Telefon (0 61 55) 84 81 00 oder unter www.friedwald.de.


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