Fünf Kommunen bieten Schüler-Home-Tests

Au am Rhein (as) – Mit Schüler-Tests für daheim prescht Au am Rhein in der Corona-Bekämpfung vor. Zusammen mit Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim und Steinmauern wurden 7.000 Schnelltests bestellt.

Corona-Schnelltests für zu Hause bekommen Schüler in Au am Rhein, Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim und Steinmauern diese Woche von den Gemeinden. Foto: Peter Kneffel/dpa

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Corona-Schnelltests für zu Hause bekommen Schüler in Au am Rhein, Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim und Steinmauern diese Woche von den Gemeinden. Foto: Peter Kneffel/dpa

Selbst ist die Frau, so lautet die Devise von Bürgermeisterin Veronika Laukart in der Corona-Krise. Sie hat für die Gemeinde früh eine eigene Teststrategie entwickelt – mit Tests für Lehrkräfte und Kita-Personal und dem schnellen Start eines kommunalen Testzentrums. Als dritter Baustein sollen diese Woche von der Kommune organisierte Selbsttests für Schulkinder dazukommen. Mit ins Boot geholt hat Laukart dabei die Gemeinden Muggensturm, Bietigheim, Ötigheim und Steinmauern (MÖBS). Im interkommunalen Schulterschluss wurden 7.000 Testkits bestellt.

Kinder nicht erst in der Schule testen


„Für mich macht es keinen Sinn, die Kinder erst in der Schule zu testen“, sagt Laukart, „denn wenn wir eine Infektion feststellen, ist das Kind bereits in der Schule.“ So hat sie zusammen mit Rektor Tim Jonatzke nach Alternativen für die 108 Grundschüler gesucht und kam auf die Lyher Antigen-Testkits. Es handle sich um einen Laientest, der selbstständig ohne fremde Hilfe oder medizinische Vorkenntnisse durchgeführt wird.

Die Anwendung kann man sich in einem Video auf der Homepage der Gemeinde anschauen. „Das ist so einfach wie Nasebohren“, befürchtet Laukart keine Fehltestungen. Sie sieht eher eine höhere Akzeptanz, wenn die Tests in den Familien erfolgen. Zudem sei es offenbar schwierig, entsprechende Tests für Grundschulkinder zu vereinbaren, berichtet sie von Elterninfos, dass Ärzten und Apotheken das teils ablehnen. „Auch da werden die Eltern allein gelassen“, kritisiert sie. Im kommunalen Testzentrum in der Rheinauhalle sei das Personal nicht für Kinder-Testungen geschult.

Damit Schulen offenbleiben können

Bei einer Videositzung mit den Elternbeiräten der Schule vergangene Woche wurden die entsprechenden Infos weitergegeben. „Das kam gut an“, sagt Laukart. Denn Sicherheit für die eigene Familie und andere sei bei allen Wünschen nach Präsenzunterricht auch vielen Eltern ein großes Anliegen. Haftungsrechtlich sei die Gemeinde bei diesem Vorgehen auf der sicheren Seite. Empfohlen wird die Testung montags und donnerstags vor der Schule – und auch dabei blickt Au am Rhein über den Tellerrand. Angeboten werden nämlich auch Testkits für Kinder, die weiterführende Schulen außerhalb des Ortes besuchen. „Uns allen ist doch geholfen, wenn die Schulen bei einem möglicherweise drohenden weiteren verschärften Lockdown länger offenbleiben können“, sagt sie.

Mit Blick auf die steigende Zahl von Infizierten im Landkreis und die rasche Ausbreitung der Mutationen, die man beispielsweise in den Kindergärten in Bietigheim und Steinmauern beobachten konnte, wolle sie nicht warten, bis etwas passiert und schon gar nicht, bis das Kultusministerium endlich reagiert. Es sei die Rede davon, dass das Land irgendwann nach den Osterferien Tests liefert. So lange wollen auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden nicht warten und haben sich gern an die Auer Teststrategie drangehängt, berichtet Laukart. Bietigheim informiert ebenfalls über Elternbriefe und auf der Homepage der Gemeinde.

Gemeinden finanzieren Tests vor

Ein Test kostet 6,84 Euro, nur sechs Euro würden aber vom Land erstattet – die Gemeinden finanzieren das vor. „Das ist es uns wert“, betont die Bürgermeisterin. Am morgigen Mittwoch sollen die Tests geliefert werden, hofft Laukart, denn es gebe bereits Lieferengpässe. Neben der zusätzlichen Sicherheit ist ihr auch wichtig, eine Stigmatisierung möglichst zu vermeiden: „Wenn ein Kind aus der Schule abgeholt werden muss, ist das Gerede natürlich groß“, weiß die zweifache Mutter. Jede Familie soll zunächst ein Kontingent von fünf Tests erhalten, das reiche zweieinhalb Wochen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
22. März 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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