Für Nachverdichtung prädestiniert

Gernsbach (stj) – Der Gemeinderat hat ein Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans für die Loffenauer Straße 11 eingeleitet. Problematisch erscheint bei dem Neubauprojekt die Verkehrssituation.

Dieses seit über einem Jahr leer stehende Gebäude soll abgerissen werden. Statt seiner sind zwei Mehrfamilienhäuser mit 16 Wohneinheiten und 24 Stellplätzen geplant. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Dieses seit über einem Jahr leer stehende Gebäude soll abgerissen werden. Statt seiner sind zwei Mehrfamilienhäuser mit 16 Wohneinheiten und 24 Stellplätzen geplant. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Die Stelle scheint wie geschaffen für eine Nachverdichtung. Dennoch gab es nicht ausschließlich Zustimmung für die nun in Gemeinderat vorgestellten Pläne zur Neubebauung des Grundstücks Loffenauer Straße 11. Acht CDU-Mandatsträger votierten dagegen. Ihnen ist das Projekt, das ein Baden-Badener Bauherr dort plant, zu wuchtig. Ersten Entwürfen zufolge sollen dort in zwei Mehrfamilienhäusern 16 Wohneinheiten entstehen, 24 Stellplätze sind dafür vorgesehen.

Acht davon sind von der Loffenauer Straße aus anzusteuern, die restlichen über den Sandweg. Für diese nicht einfache Erschließung durch enge Straßenverhältnisse wird ein Verkehrsgutachten erforderlich, ebenso ein Lärmgutachten, wie Albert Betting vom städtischen Bauamt ankündigte. Er präsentierte das Vorhaben und betonte, das aktuelle Haus dort stehe schon seit mehr als einem Jahr leer. Kürzlich habe ein Besitzerwechsel stattgefunden, weshalb nun Bewegung auf das Areal komme.

Grüne fordern Passiv- oder Nullenergiehaus-Bauweise

„Wir begrüßen die Entwicklung“, freute sich Stefan Krieg für die Grünen. Diese Art der Nachverdichtung sei ihnen lieber, als das Ausweisen neuer Baugebiete auf der grünen Wiese. Für den weiteren verlauf des Planverfahrens wünschte sich Krieg, dass eine Passiv- oder Nullenergiehaus-Bauweise festgeschrieben wird. „Die Gebäude, die wir heute bauen, werden auch 2050 noch das Stadtbild prägen“, erklärte der Fraktionssprecher und verwies damit auf die klimaschutzpolitischen Grundsätze und Ziele der Bundesregierung, für deren Erreichen man auch in der Kommune seinen Beitrag leisten müsse. Von daher sollten diese Standards „eine Selbstverständlichkeit sein“, so Krieg. Von einer klassischen Möglichkeit zur Nachverdichtung sprach Uwe Meyer: „Wir wollen und wir brauchen das“, meinte der Fraktionsvorsitzende der Freien Bürger im Hinblick auf fehlenden Wohnraum in der Stadt. Die Auffassung „innen vor außen“ vertritt auch die CDU, allerdings präferieren es die Christdemokraten eine Spur kleiner. Wie bei anderen Projekten dieser Art erscheinen ihnen die beiden Häuser an der Stelle zu wuchtig. Bernhard Wieland mahnte die Höhenentwicklung an, die man zumindest optisch durch ein gleichmäßiges Satteldach etwas entschärfen sollte.

Dass ein solches besser in die Umgebungsbebauung passt, findet auch Dr. Irene Schneid-Horn. Die SPD-Fraktionschefin erinnerte an die Forderung der Sozialdemokraten, die schon in den vergangenen Jahren gerne einen Bebauungsplan für das ganze Gebiet gesehen hätten, statt jedes einzelne Projekt vorhabenbezogen abzuhandeln. Zumal davon auszugehen sei, dass irgendwann auch das „Sonnenhof“-Areal weiter oben wieder auf die Agenda kommen werde.

Fehlender Gehweg ein Sicherheitsrisiko?

Das aktuelle Projekt stelle laut Schneid-Horn „schon eine große Verdichtung“, da wünsche sie sich eine flexible Gestaltung. Zudem stelle sich die SPD die Frage, wie die acht Stellplätze an der Loffenauer Straße angefahren werden sollen? Auch der fehlende Gehweg dort sei ein Sicherheitsrisiko. Der Gemeinderat stimmte der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens der Innenentwicklung für das Grundstück Loffenauer Straße 11 mehrheitlich zu. Zur Anwendung kommen sollen die Paragrafen 12 und 13 a Baugesetzbuch (vereinfachtes Verfahren).


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