Für gefahrenloses Balancieren und Klettern

Gaggenau (stn) – Nach einem Pilzbefall sind am Dienstag vier Baumstämme des Niedrigseilparcours am Schulzentrum Dachgrub gefällt worden. Die Fertigstellung ist noch im Februar geplant.

Bevor die Stämme erneuert werden können, muss der Niedrigseilparcours zunächst in seine Einzelteile zerlegt werden. Foto: Nora Strupp

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Bevor die Stämme erneuert werden können, muss der Niedrigseilparcours zunächst in seine Einzelteile zerlegt werden. Foto: Nora Strupp

Die Motorsäge knattert, es wird geschraubt und gewerkelt – am Dienstag herrschte um 8.30 Uhr geschäftiges Treiben am Niedrigseilparcours auf dem Gelände des Schulzentrums Dachgrub in Bad Rotenfels. Nach einem Pilzbefall wurden am Dienstag vier Baumstämme der Anlage gefällt. Sie sollen noch im Februar durch neue ersetzt werden.

Schichtpilze, Pilzfruchtkörper eines Baumschwamms und der Zerfließenden Gallertträne (Totholzzersetzer) haben vier Baumstämmen derart zugesetzt, dass nur noch eine Fällung in Frage kam.

Der Schaden wurde bei einer sicherheitstechnischen Jahresprüfung am 15. Juli 2020 festgestellt, erläutert der Verein „Lebenswertes Murgtal“, der den Parcours betreibt. Dass die Lärchenstämme allerdings überhaupt einen Pilzbefall aufweisen, sei ungewöhnlich, erklärt Andreas Seitz, Geschäftsführer des Vereins. Denn eigentlich gilt Lärchenholz als robust und widerstandsfähig.

Stämme aus Gaggenauer Stadtwald

Doch bevor die beschädigten Baumstämme gefällt und die neuen Stämme aufgebaut werden können, steht jede Menge Arbeit an: Der Niedrigseilparcours muss in seine Einzelteile zerlegt werden. „Die Kälte macht uns zu schaffen. Die Teile sind festgefroren“, meint Seitz. Während unter anderem zwei Trainer des Niedrigseilparcours in zwei Metern Höhe die einzelnen Elemente lösen, liegen am Boden schon die vier neuen Stämme aus dem Gaggenauer Stadtwald bereit. Diese hat der Verein vom Forstamt zur Verfügung gestellt bekommen. Es hat die Stämme auch zurechtgesägt. Geschält wurden sie dann Ende Januar vom Verein selbst.

Nach den Arbeiten am Dienstag ist die Erneuerung also bereits zur Hälfte abgeschlossen. Die neuen Stämme sollen noch im Februar aufgebaut werden – zumindest, wenn das Wetter gut ist. „Es sollte trocken sein“, weiß Seitz.

Neben Arbeit und Aufwand steckt viel Geld in der Erhaltung und Erneuerung des Parcours. „Für die Untersuchung der Baumstämme werden Bohrungen vorgenommen. Zwei Bohrungen pro Stamm und jede Bohrung kostet 120 Euro“, verdeutlicht Seitz. Den Hauptteil der Kosten verschlingen allerdings das Aufstellen der neuen Lärchenstämme durch eine Fachfirma und die anschließende TÜV-Kontrolle. 8.000 Euro sind hierfür veranschlagt. Der Niedrigseilparcours wurde bereits im Frühjahr 2019 sicherheitstechnisch für mehrere Tausend Euro überarbeitet. Korrodierte Stahlbauteile und Drahtseile wurden erneuert. Sobald die neuen Stämme aufgebaut sind, darf also wieder munter drauf los balanciert werden.

Nur im Team erfolgreich

Im Rahmen des Projekts „Jung mit Perspektive I“, einem Präventionsprojekt für auffällige Jungen, wurde der Niedrigseilparcours im Juli 2008 eröffnet. Er wird jährlich von circa 900 bis 1.000 Kindern und Jugendlichen besucht. Das „Bauwerk“ besteht aus verschiedenen Stationen. Bei der Bewältigung einer jeden Station ist Balance und Körperspannung gefragt. Das Besondere: Der Parcours ist so konstruiert, dass die einzelnen Elemente nur im Team bewältigt werden können. Teamentwicklung, Kooperation, Vertrauen und gegenseitiges Helfen stehen als oberste Lernziele, so der Verein. Fachkundige Trainer unterstützen die Jugendlichen bei dieser Aufgabe. Der Niedrigseilparcours ist online buchbar unter: www.teamtraining-gaggenau.de

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

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Erstellt:
9. Februar 2021, 19:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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