Fürstenbergdenkmal aufwendig saniert

Baden-Baden (nof) – Der Schutzengel an der Leopoldstraße erhält Finger und Nasenspitze zurück. Das Kleindenkmal wird derzeit für 160.000 Euro restauriert.

Steinmetzmeister Bernhard Binder (links) und Projektleiter Maximilian Bürkle freuen sich über das Ergebnis.  Foto: Nico Fricke

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Steinmetzmeister Bernhard Binder (links) und Projektleiter Maximilian Bürkle freuen sich über das Ergebnis. Foto: Nico Fricke

Was ein echter Schutzengel sein will, der braucht nicht nur ordentliche Hände, sondern natürlich auch den richtigen Riecher. Für beides sorgen seit geraumer Zeit Steinmetzmeister Bernhard Binder und sein Team am Fürstenbergdenkmal beim Herrengut. An diesem hat der Zahn der Zeit genagt und erhebliche Spuren hinterlassen.

Seit Anfang August sind die Handwerker am Kleinod an der Leopoldstraße aktiv – und die Ergebnisse sind sichtbar: Der Schutzengel verfügt nun wieder über Finger und auch die Nase ist wieder komplett. Zudem wurde die Skulptur von ihrer Patina befreit. Für die nächste Zeit strahlt der Engel wieder in Marmorweiß von seinem Sockel, um die Stadt Baden-Baden vor Unbilden zu beschützen.

Bedeutendes Kleindenkmal der Kurstadt

„Eines der bedeutendesten Kleindenkmäler der Kurstadt“ erfährt noch bis etwa Ende November eine Auffrischung, wie Björn Käckell vom Fachgebiet Gebäudemanagement informiert. Viel Geld habe investiert werden müssen, um dieses in seiner Qualität zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Die Kosten werden mit 160.000 Euro beziffert. „Fördermittel gab es hierfür leider nicht“, bedauert Käckell: „Vielleicht waren die Töpfe leer, es gibt jedenfalls keinen Automatismus.“ Auch von der Fürstenfamilie, deren Vorfahren das Denkmal einst errichten ließen, gab es keine Unterstützung. „Die haben wohl ganz andere Sorgen“, so Käckell augenzwinkernd.

1862 aus Dank gestiftet

Karl Egon Fürst zu Fürstenberg stiftete das Ensemble 1862 aus Liebe und Dankbarkeit, dass sein Sohn einen Sturz vom Pferd glimpflich überlebt hatte, geht Projektleiter Maximilian Bürkle (Fachgebiet Gebäudemanagement) auf die Historie ein. Der Engel aus Carrara-Marmor steht in einer halbkreisförmigen Säulenreihe mit Sitzbänken aus Sandstein, an die eine ovale Sandsteinbalustrade anschließt. Auch dort hat Binder Hand anlegen müssen, denn einige der Baluster waren beschädigt und mussten erneuert werden. Doch um überhaupt erst eine denkmalrechtliche Genehmigung für die Restaurierung erhalten zu können, musste zuvor mit einem Laserscanner ein Schadensbild aufgenommen werden. „Dass ist aufwendig“, sagt Käckell. Am Denkmal selbst seien über die Jahrzehnte immer wieder Restaurierungen und Reparaturen vorgenommen worden – mit besserer und schlechterer Qualität, erklärt Binder. „Diese bauzeitlichen Zwischenzustände bleiben auch weiterhin ablesbar“, so Käckell. Zum Beispiel an der Balustrade, wo es jetzt eine Mischung aus Sandstein und Beton gibt. „Es sollte nichts ausgetauscht werden, was noch seine Aufgabe erfüllt“, so Binder, dessen Team die Anlage zunächst von Algen, Moos und Flechten hat befreien müssen, „um überhaupt erkennen zu können, wo Risse sind“. Nun werde „nicht nur das Kunstwerk erhalten, sondern auch das Handwerk“, dankte Käckell den beteiligten Steinmetzen für ihre Identifikation mit dem Objekt.

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Erstellt:
23. Oktober 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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