Funde aus Stein-, Bronze- und Römerzeit

Durmersheim (red) – Bodenfunde, alte Urkunden und sonstige Aufzeichnungen braucht man, um den Ursprüngen von Durmersheim und Würmersheim nachspüren zu können.

Diese Funde von einem fränkisch-alemannischen Friedhof an der heutigen Karlsruher Straße werden im Heimatmuseum Durmersheim ausgestellt. Foto/Repro: AK Heimatpflege

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Diese Funde von einem fränkisch-alemannischen Friedhof an der heutigen Karlsruher Straße werden im Heimatmuseum Durmersheim ausgestellt. Foto/Repro: AK Heimatpflege

Durmersheim und Würmersheim haben keinen historisch belegten Gründungsakt, das berichtet der Arbeitskreis Heimatpflege in einem Beitrag zur Ortshistorie. Um über die Anfänge der Siedlungen etwas zu erfahren, müsse man sich auf Bodenfunde, alte Urkunden oder sonstige Aufzeichnungen verlassen, in denen erstmals schriftliche Hinweise über die Orte zu finden sind.

Für Durmersheim ist das der „Codex Edelini“ aus dem Kloster Weißenburg im Elsass. Darin ließ Abt Edelin um das Jahr 1280 die Besitzungen notieren, die das Kloster bis zum Jahr 991 in „thurmaresheim“ besaß und damals auf Anordnung von Kaiser Otto III. an den Salier-Herzog Otto ohne Entschädigung abtreten musste.

In diese nachträglich geschriebene Liste schlich sich aber ein Rechenfehler ein. Aus anderen Urkunden weiß man heute, dass dieser „Weißenburgische Grundstücksverlust“ bereits 985 erfolgte. Die über viele Jahrzehnte als sicher geglaubte Ersterwähnung von Durmersheim war also sechs Jahre früher als bisher angenommen. Folglich hätte die 1000-Jahr-Feier von Durmersheim nicht 1991, sondern bereits 1985 stattfinden können.

Fundamentreste

römischer Gebäude

Eigentlich ist das aber ohne allzu große Bedeutung, denn Durmersheim ist viel älter, als es in den ersten schriftlichen Hinweisen steht. Aus Bodenfunden weiß man nämlich, dass es schon seit der Stein- und Bronzezeit menschliche Ansiedlungen auf der Gemarkung gegeben hat.

Besonders aus der Römerzeit gibt es viele Fundstücke, vor allem Münz- und Geschirrfunde sowie Fundamentreste römischer Gebäude. Und als man 1959 im Norden an der Karlsruher Straße einen fränkisch-alemannischen Friedhof freilegte, wurde endgültig bewiesen, dass es hier schon Jahrhunderte vorher eine Siedlung gab.

Die namentliche Ersterwähnung von Würmersheim stammt aus einer Urkunde von Kaiser Friedrich I. (genannt „Barbarossa“) vom 8. Januar 1156. Darin übernimmt der Kaiser die Schutzherrschaft über das Kloster Maulbronn und bestätigt die von den Päpsten Innozenz II. und Eugen III. verliehenen Rechte und Besitzungen des Klosters, darunter auch die „in terram Wirmeresheim“.

Auch die Klöster Herrenalb und Weißenburg besaßen Güter in Würmersheim. Die klösterlichen Besitzungen gingen Ende des 13. Jahrhunderts an die Markgrafen von Baden über.

Ob die Besiedelung vom auf dem Hochgestade liegenden Durmersheim oder vielleicht aus Elchesheim her geschah, lässt sich nicht nachverfolgen. Tatsache ist, dass Würmersheim wie Steinmauern bis zum 30-jährigen Krieg (1618-1648) kirchlich zu Elchesheim gehörte und mit Elchesheim und Steinmauern auch eine Stabsgemeinde bildete. Heute würde man das einen Gemeindeverwaltungsverband nennen, in dem sich die einzelnen Gemeinden gewisse kommunale Aufgaben teilen.

Erst nach dem 30-jährigen Krieg scheint Würmersheim in kirchlicher und zunächst auch in schulischer Hinsicht mit Durmersheim fusioniert worden zu sein. Das alte Würmersheimer Schulhaus muss im Krieg zerstört worden sein. Nach einer Reparatur im Jahr 1700 (damals lebten in Würmersheim nur noch 13 Familien) konnte es bis zu einem Erweiterungsbau 1904 benutzt werden. Ein eigenes Kirchengebäude wird erstmals 1777 errichtet und dem Heiligen Jakob dem Älteren geweiht. Die Kapelle stand dort, wo sich heute das Würmersheimer Rathaus befindet. Nach dem Neubau der Herz-Jesu-Kirche 1913 wurde sie zu Wohnungen umgebaut, später abgebrochen.

Würmersheim behielt seine kommunale Selbstständigkeit bis Ende 1973, als es mit Durmersheim vereint wurde.


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