Fundus an Rastatter Geschichten

Rastatt (rw) – Zum 125-Jährigen des Stadtmuseums Rastatt ist ein Sammelband „Beiträge zur Stadtgeschichte“ von Wolfgang Reiß vorgestellt worden. Ergänzt wird er mit zahlreichen historischen Fotos.

In Abwesenheit des Autors Wolfgang Reiß stellen Stadtmuseumsleiterin Iris Baumgärtner und Stadtarchivar Oliver Fieg die „Beiträge zur Stadtgeschichte“ vor. Foto: Rainer Wollenschneider

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In Abwesenheit des Autors Wolfgang Reiß stellen Stadtmuseumsleiterin Iris Baumgärtner und Stadtarchivar Oliver Fieg die „Beiträge zur Stadtgeschichte“ vor. Foto: Rainer Wollenschneider

Die Leiterin des Stadtmuseums, Iris Baumgärtner, und Stadtarchivar Oliver Fieg hätten gerne das 125-Jahr-Jubiläum der 1895 begründeten „Städtischen Altertumssammlungen“ anders gefeiert. Der Corona-Pandemie fielen die angedachten Sonderveranstaltungen zum Opfer. Dafür wurde nun auf 90 Seiten ein Sammelband „Beiträge zur Stadtgeschichte Rastatts“ vorgestellt. Leider war der Autor Wolfgang Reiß dazu verhindert.
Enthalten sind 40 lesenswerte und äußerst informative, kurze Artikel, sogenannte Miszellen, die der ehemalige Stadtarchivar zwischen 1980 und 1993 in der Rastatter Presse veröffentlicht hatte. Oliver Fieg nahm sich der Artikel an. Angepasst wurden sie nicht nur an die neue Rechtschreibung. Hinzu kamen Anmerkungen, die Artikel wurden auf den neuesten Kenntnisstand gebracht, Bilder teilweise ergänzt.

Persönlichkeitsprofile erarbeitet

„Es war uns auch wichtig, dass das Auge etwas davon hat“, betont Fieg und verweist auf den bibliophilen Charakter der Reiß-Buchs mit zahlreichen historischen Fotos. Wie Baumgärtner ergänzt, liege durch die von Wolfgang Reiß akribisch recherchierten Details ein Nachschlagewerk mit einem wahren Fundus zur Stadtgeschichte vor. Und das sei zum überwiegenden Teil auch nicht im Internet greifbar.

Besonders wertvoll werden die Persönlichkeitsprofile zu Rastatts Oberbürgermeistern im 18. Jahrhundert gewertet. Unter der Überschrift „Emsigkeit und Sorgfalt“ sind diese Ausführungen vorangestellt. Die Artikel beginnen mit dem „Steinkreuz am Kehler Tor“ und gipfeln in Ausführungen zur Geschichte der Karlschule in der Ludwigvorstadt.

Gerade von Wolfgang Reiß erarbeitete Persönlichkeitsprofile laden zum Verweilen ein. Da ist von „Wilhelm Tavolas Schokoladenhandel“, dem „Landgut des Bankiers Meyer“, „Adolphine Herpp – eine Rastatter Künstlerin“ oder dem Begründer der Rastatter Herdfabrikation David Unkel die Rede. Aber auch an außergewöhnliche Themen wie das „Fischsterben anno 1832“, das Leben des Rastatter „Urmenschen“ Xaver Schnabel oder „Wetterprognose, made in Rastatt“ hat sich der frühere Stadtarchivar herangewagt. Ergänzend zum Text demonstrieren zwei großformatige Stadtpläne von 1765/70 beziehungsweise 1869 den Wandel.

Die „Beiträge zur Stadtgeschichte Rastatts“ sind im Rastatter Stadtmuseum zu erwerben.


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