Fußball: Kuppenheim mit erster Niederlage

Kuppenheim (moe) – Am Samstag ist es dann doch passiert: Am sechsten Spieltag der Fußball-Verbandsliga hat der SV Kuppenheim gegen Auggen mit 0:1 die erste Niederlage kassiert.

Dauerduell: Der überzeugende 08-Kapitän Benjamin Radke (vorne), verfolgt vom Auggener Siergtorschützen Yannis Kalchschmidt. Foto: Frank Vetter

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Dauerduell: Der überzeugende 08-Kapitän Benjamin Radke (vorne), verfolgt vom Auggener Siergtorschützen Yannis Kalchschmidt. Foto: Frank Vetter

Zum kleinen Einmaleins von Fußballtrainern gehört es, auch aus Spielen, die mit einem negativen Ergebnis enden, positive Aspekte herauszudestillieren. Im Moment der Niederlage mag das bisweilen nicht wirklich leicht sein, nach der Partie des SV 08 Kuppenheim am Samstag fiel es Lucca Strolz indes trotz des 0:1 gegen den FC Auggen – der ersten Niederlage in dieser Verbandsliga-Saison – nicht sonderlich schwer.

„Das soll jetzt nicht überheblich klingen: Aber ich habe bisher noch keine Mannschaft gesehen, die besser ist als wir“, gab der Trainer des mittelbadischen Verbandsligisten am Samstag wenige Minuten nach dem Schlusspfiff zu Protokoll. Der Satz speist sich durch die guten Auftritte in den vorangegangenen fünf Spielen, aber auch aus den Eindrücken der jüngsten 90 Minuten. Denn: Auch wenn der bisherige Tabellenvierte aus dem Markgräflerland, der zumindest über Nacht die Verbandsliga-Spitze erklomm, die drei Zähler aus dem altehrwürdigen Wörtel entführen konnte, die bessere Mannschaft war der SV 08.

Der Hauptgrund für die offensichtliche Diskrepanz zwischen Leistung und Ergebnis war ein „echtes Ei“, wie Strolz das Gegentor nach gerade einmal neun Minuten titulierte. Bis dato hatten sich beide Mannschaften vorsichtig abgetastet, wobei die Hausherren mit leichten Stock- und Abspielfehlern den Anschein der Verwundbarkeit erweckten, was Auggen wiederum als Einladung verstand.

Loch im Raum-Zeit-Kontinuum: Ball verändert Flugbahn

Das 0:1 kam indes einigermaßen kurios zustande: Durch etwas zu sorgloses Kuppenheimer Abwehrverhalten rechts hinten, gelangte der Ball in den Strafraum zu Yannis Kalchschmidt, durch die Sperre von Ebrima Sowe Musu Jaiteh und den Ausfall von Topspieler Bastian Bischoff quasi der Alleinunterhalter im FCA-Sturm. Gegen seinen Schuss, der vor seinem Einschlag auf unerklärliche Weise – womöglich durch ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum – die Flugkurve änderte, war 08-Keeper Max Bachmaier machtlos.

Der Rückstand allerdings war ein Weckruf für die Blau-Schwarzen. Die offensive Drangphase mit guten Gelegenheiten für Mittelstürmer Marek Balzer (14.), Innenverteidiger Leon Maier, dessen Eckball die Querlatte touchierte (15.), Lucas Grünbacher (17.) und Simon Götz, dessen Schuss aus rund elf Meter nach schöner Vorarbeit von Steven Herbote etwas zu fluffig geriet (21.), gipfelte in einer Riesenchance für Herbote direkt vor der Pause. Der Linksfuß lief alleine auf Kai Vogler zu, scheiterte aber am FCA-Keeper. Besonders bitter: Auch den Abstauber des Kuppenheimers per Kopf kratzte die Gästeabwehr von der Linie (44.).

Zwischenfazit nach 45 Minuten: Kuppenheim kombinierte sich immer wieder in für Auggen gefährliche Räume, spielte die Angriffe aber nicht konsequent zu Ende oder agierte im Abschluss zu unpräzise. „Am Ende hätten wir vier, fünf Tore erzielen können, wenn wir es gut zu Ende spielen“, so Strolz, „das haben wir leider nicht geschafft. Das ist ärgerlich.“ Zumal sich direkt nach dem Wechsel gleich die nächste Chance bot: Grünbacher umkurvte ein halbes Dutzend FCA-Akteure, agierte dann aber zu eigensinnig, anstatt den Ball von der Torlinie nach innen zu passen. Strolz drehte in der Folge an der Personalschraube, doch die Offensivbemühungen der Wörtelkicker wirkten mit zunehmender Dauer strukturlos und uninspiriert. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Auggen es verstand, das Spiel „träge und langsam“ zu machen, wie Strolz fand.

Schiedsrichter Göpferich als Verbandsliga-Gräfe

Glück hatten die Gäste, dass Schiedsrichter Marcel Göpferich – optisch ein echter Verbandsliga-Gräfe – Baris Caylan für ein rüdes Foul am umtriebigen Emanuele Giardini nur die Gelbe Karte zeigte (72.). Kuppenheim mühte sich redlich – und hatte Glück, dass Bachmaier in der Nachspielzeit die große Chance auf das Auggener 2:0 durch Kerim Cifdalöz vereitelte. An der Niederlage – samt Verlust der Tabellenführung – änderte das nichts.

Während Gästecoach Daniel Kreisl logischerweise „rundum glücklich“ war, herrschte bei seinem Gegenüber Strolz „das bittere Gefühl vor, dass man eigentlich was hätte ziehen müssen“. Als dennoch positiven Aspekt speicherte der Kuppenheimer Trainer aber folgenden Satz zur Wiedervorlage ab: „Wir können in der Rückrunde nach Auggen fahren und die auch schlagen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
12. September 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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