Fußballer setzen Zeichen gegen Rassismus

Weisenbach (stj) – 1.000 Euro und ein wichtiges Signal: Murgtal-Kicker von vier Vereinen engagieren sich mit einer gemeinsamen Aktion gegen Rassismus.

Die Murgtäler Amateurfußballer vom FC Weisenbach, FC Obertsrot, SV Forbach und TSV Loffenau setzen ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Foto: Juch

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Die Murgtäler Amateurfußballer vom FC Weisenbach, FC Obertsrot, SV Forbach und TSV Loffenau setzen ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Foto: Juch

Rivalen auf dem Rasen, vereint im Kampf gegen Rassismus: Diese Botschaft senden die Fußballer vom FC Weisenbach, FC Obertsrot, SV Forbach und TSV Loffenau mit ihrer gemeinsamen Anti-Rassismus-Aktion. Am Samstag hat Initiator Daniel Gerstner (FC Weisenbach) auf dem Sennel einen Spendenscheck in Höhe von 1.000 Euro an den Verein Gelbe Hand (siehe Stichwort am Ende des Artikels) überreicht.

„Das ist überragend. Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viel zusammenkommt“, freute sich Gerstner und bedankte sich bei den Vereinsvertretern, die nach Weisenbach gekommen waren. Die Idee, nach dem Tod des US-Amerikaners George Floyd, der infolge eines brutalen Polizeieinsatzes starb, aus den Reihen der Murgtäler Amateurfußballer eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, sei beim FCW und den Nachbarvereinen schnell auf Zustimmung gestoßen. Auch die Umsetzung habe man ihm leicht gemacht, wie er betonte.

„Wir wollen unser Engagement fortführen“

Susanne Dörrer, die Vorsitzende des FC Weisenbach, und Uwe Rothenberger, Trainer des B-Ligisten, waren voll des Lobes für ihren Spieler und seine Mitstreiter. „Es ist einfach klasse, wenn die Jungs so eine Initiative ergreifen“, sagte Dörrer: „Wir sind ein multikulturelles Land und es ist schön, wenn man die Leute integriert. Gerade im Fußball funktioniert das vorbildlich.“ Das bestätigte Rothenberger und unterstrich, dass „wir Trainer ja auch wollen, dass sich die Spieler für andere Sachen interessieren – Politisches, Soziales. Rassismus ist etwas, das darf es einfach nicht geben.“ Von daher sei jede Aktion, die sich dagegen einsetzt, eine gute.

Jürgen Klumpp sieht das genauso. Der Vorsitzende des FC Obertsrot blickte auf seine über 40-jährige Zeit in seinem Heimatverein zurück und stellte fest, dass er dort schon immer zusammen mit Kickern aus anderen Nationen am Ball gewesen ist: „Bei uns sind alle willkommen.“ Selbiges gilt für den SV Forbach und TSV Loffenau. Für Letzteren erinnerte Ralf Merkle an die Kampagne „Respekt! Kein Platz für Rassismus“, mit der sein Verein schon beim internationalen Jugendturnier Cordial-Cup ein deutliches Zeichen gesetzt hatte, ebenso für Inklusion mit Spielen gegen Mannschaften der Murgtal-Werkstätten. Von daher sei es für den Landesligisten „überhaupt keine Frage“ gewesen, sich anzuschließen, als man im BT über „die tolle Aktion“ der drei Murgtalvereine gelesen hatte. „Wir wollen unser Engagement fortführen.“ Ein Engagement, für das es sich definitiv lohne, die sportliche Rivalität beiseite zu legen und im Kampf gegen den Rassismus zusammenzuhalten, mit einer Stimme zu sprechen, ergänzte Johannes Klumpp vom SV Forbach.

„Das Zeichen kommt aus der Heimat“

Dass man beim Adressaten der Spende auf die Gelbe Hand gestoßen ist, kommt nicht von ungefähr. Seit zwölf Jahren ist der aus Hilpertsau stammende Giovanni Pollice Vorsitzender des gewerkschaftlichen Vereins und sein Neffe Marco Jelic betreut seit fünf Jahren als Redakteur das Mitgliedermagazin. Jelic schnürte früher beim FCO die Kickschuhe als Linksaußen und ist mit Daniel Gerstner befreundet. „Das Zeichen kommt aus der Heimat“, freuten sich Jelic und Pollice, die darüber froh und stolz seien. Daraus zögen sie Motivation, die Ziele des Kumpelvereins weiter energisch zu verfolgen, auch wenn dies durch die Entwicklungen zuletzt nicht einfacher werde. Gerade deshalb sei es umso wichtiger, dass der Amateurfußball als Teil der Gesellschaft hier klar Position bezieht, jegliche Art von Fremdenfeindlichkeit entschieden abgrätscht und die Rote Karte zeigt.

BT-Sportredakteur Christian Rapp hat Mitte Juni erstmals über die Aktion berichtet.


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