Gästestatistik: Aufenthaltsdauer sinkt

Baden-Baden (hez) – Gäste aus Russland stellen trotz eines Rückgangs im vergangenen Jahr immer noch den größten Teil der ausländischen Touristen in Baden-Baden.

Der Anstieg der Zahl der Übernachtungen in der Kurstadt hat sich im vergangenen Jahr deutlich verlangsamt.Foto: Sven Hoppe/dpa

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Der Anstieg der Zahl der Übernachtungen in der Kurstadt hat sich im vergangenen Jahr deutlich verlangsamt.Foto: Sven Hoppe/dpa

Das kurstädtische Gastgewerbe blieb im vergangenen Jahr auf Wachstumskurs: Die Zahl der Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen stieg um 1,3 Prozent auf insgesamt 1132929. Diese Zunahme ist allerdings deutlich geringer als 2018, als man noch ein Plus von sechs Prozent verzeichnete.
Auffällig ist auch, dass die Zahl der Ankünfte mit fünf Prozent viel stärker angestiegen ist. Dies unterstreiche einen aktuellen Trend, meinte Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Kur und Tourismus GmbH, als sie gestern die Gästezahlen für 2019 vorlegte. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Touristen habe sich verkürzt. „Viele Auslandsgäste lieben es zum Beispiel, durch den Schwarzwald zu touren und ihren Aufenthalt auf mehrere Standorte zu verteilen.“

Grundsätzlich zeigte sie sich mit dem gebremsten Anstieg bei den Übernachtungen zufrieden. Da man ja nicht wisse, wie und wann es mit dem Umbau des Europäischen Hofs weitergehe, gebe es in Baden-Baden nur noch beschränkte freie Kapazitäten. „Daher wollen wir vor allem im Qualitätsbereich wachsen“, so Waggershauser.

Bemerkenswert ist, dass die Zahl der deutschen Gäste (Ankünfte), die zuletzt meistens recht konstant war, 2019 um 1,6 Prozent angestiegen ist. Auch hier spielt die Nähe zum Schwarzwald eine große Rolle. Insgesamt liegt der Inlandsanteil in Baden-Baden bei 60 Prozent. Zum Vergleich: Baden-Württemberg weist eine Quote von 77 Prozent deutscher Gäste auf.

Bei den internationalen Besuchern gingen die Übernachtungen insgesamt um ein Prozent zurück. Trotzdem zeigt der weiterhin sehr hohe Anteil von Auslandsgästen, wie wichtig der internationale Markt für Baden-Baden ist. Hier dominieren weiterhin die Besucher aus Russland mit 44350 Übernachtungen.

Allerdings ist deren Zahl doch recht massiv um 9,4 Prozent zurückgegangen, nachdem 2018 noch eine erhebliche Zunahme zu verzeichnen gewesen war. Aus Russland, so erklärte Waggershauser, komme heute ein jüngeres Publikum als früher, das nicht so lange an einem Ort bleiben wolle, sondern neue Ziele entdecken wolle. Dies zeige auch, wie wichtig es sei, den russischen Markt zu bearbeiten, denn hier „ist der Wettbewerb größer geworden“.

Wenig Veränderungen gibt es bei den Übernachtungen von Touristen aus den arabischen Golfstaaten (40568), die damit den zweiten Platz halten. Auch die Araber bleiben nicht mehr so lange an der Oos wie früher, aber der Trend ist hier für Baden-Baden viel günstiger als im gesamten Bundesgebiet.

Mehr Franzosen in der Kurstadt

Immer öfter wird die Kurstadt von französischen Reisenden entdeckt, das Übernachtungs-Plus beläuft sich hier auf 11,7 Prozent. Damit ist Frankreich weiter der drittwichtigste Auslandsmarkt für das Baden-Badener Gastgewerbe. Dabei zahlten sich zahlreiche Werbemaßnahmen aus, meinte die Baden-Badener Tourismus-Chefin.

Insgesamt blieb im vergangenen Jahr die Reihenfolge der Auslandsmärkte gleich, allerdings mit teilweise beträchtlichen Zu- und Abnahmen. Ein besonders auffälliges Minus von 7,2 Prozent weist Großbritannien auf. Hier macht sich die Brexit-Diskussion bemerkbar, dieser Markt sei sehr instabil, so Waggershauser.

Hingegen weisen speziell Italien, Belgien und Spanien kräftige Zuwächse auf. Dies hat manchmal ganz eigene Ursachen: Bei Belgien zum Beispiel sind es die vielen Kindergruppen in der Jugendherberge.

Aus der Gästestatistik geht auch hervor, dass sich das Rebland großer Beliebtheit erfreut und mit 9,5 Prozent ein deutlich höheres Übernachtungswachstum aufweist als die Gesamtstadt. Wirft man schließlich noch einen Blick auf die Bettennachfrage in den einzelnen Monaten, zeigt sich, dass Januar, Februar und November immer noch die schwächsten Monate für das Baden-Badener Gastgewerbe darstellen, aber mit aufstrebender Tendenz. Stärkster Monat ist wegen der Kongresse der September, die größten Steigerungsraten weist wegen der Christkindelsmarkts der Dezember auf.

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Erstellt:
12. März 2020, 14:00 Uhr
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