Gaggenau: Abwasser wird etwas billiger

Gaggenau (tom) – Der städtische Eigenbetrieb muss eine Kostenüberdeckung vermeiden und senkt deshalb ab Januar die Preise.

Wer Regenwasser zum Gießen nutzt, spart Trinkwasser – damit reduzieren sich auch Schmutzwasserkosten. Foto: Thomas Senger

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Wer Regenwasser zum Gießen nutzt, spart Trinkwasser – damit reduzieren sich auch Schmutzwasserkosten. Foto: Thomas Senger

Die Abwassergebühren werden ab Januar geringer sein. Der Gemeinderat hat diesen Vorschlag des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung einstimmig gebilligt. Für die meisten Haushalte dürfte sich die jährliche Ersparnis allerdings nur im unteren zweistelligen Bereich bewegen.

Folgende Preise gelten ab 2021 (Vorjahr in Klammern):

Schmutzwasser: 1,49 Euro/Kubikmeter (1,58 Euro, also minus 5,7 Prozent).

Niederschlagswasser: 0,41 Euro/Quadratmeter (0,48 Euro, also minus 14,6 Prozent).

Beim Niederschlag ist nicht die Abflussmenge ins Kanalnetz maßgeblich, sondern die versiegelte Fläche des Grundstücks.

Langfristig ist Verteuerung wahrscheinlich

Über die Hintergründe informierte Kämmerer Andreas Merkel: Im Wirtschaftsjahr 2020 werde der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung voraussichtlich eine Kostenüberdeckung erzielen. Aber: Bei der Gebührenkalkulation gilt das Kostendeckungsprinzip. Dies bedeutet, dass maximal eine Kostendeckung von 100 Prozent anzustreben ist. Kostenüberdeckungen sind innerhalb von fünf Jahren auszugleichen. Kostenunterdeckungen können in diesem Zeitraum ausgeglichen werden.

Ursache für die Kostenüberdeckung in 2020 sind im Wesentlichen niedrigere Ausgaben im Kanalunterhaltungsbereich als im Wirtschaftsplan vorgesehen.

Aufgrund von günstigen Kapitalmarktbedingungen, insbesondere bei der Umschuldung bestehender Darlehen zu besseren Konditionen, sanken die Zinsaufwendungen um circa 47 700 Euro gegenüber dem Vorjahr. Reisekosten und Aufwendungen für Seminare, Schulungen und dergleichen blieben aufgrund der Corona-Pandemie gänzlich aus.

Auf Basis der vorläufigen Zahlen werden die Gebühreneinnahmen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2020 voraussichtlich rund 3.937.000 Euro betragen. Das sind 8.000 Euro weniger als im Wirtschaftsplan prognostiziert.

Bei den Aufwendungen geht die Betriebsführung für die nächsten Jahre hingegen von erhöhten Aufwendungen aus im Bereich der Kanalsanierungen und wegen höherer Umlagezahlungen.

Gestützt wird die Annahme von Ergebnissen aus der Untersuchung des Kanalnetzes nach der Eigenkontrollverordnung in 2019 und 2020 und wegen der bevorstehenden Ausstattung der Klärwerke mit einer vierten Reinigungsstufe „Es ist davon auszugehen, dass der Trend der hohen Kanalunterhaltungsaufwendungen weiterhin anhält, wenn nicht sogar steigt“, so die Prognose. Als Kompensation hierfür stehen Kostenüberdeckungen aus den Jahren 2017 bis 2019 in Form von Gebührenrückstellungen zu Verfügung.

Für das Geschäftsjahr 2021 geht die Betriebsführung bei gleichbleibenden Gebührensätzen von einer Kostenüberdeckung aus. Dies gilt es zu vermeiden – deshalb nun die Gebührensenkung.

Bei der Kalkulation wurden auch die Umlagezahlungen an den Abwasserzweckverband Murg berücksichtigt.

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Erstellt:
8. Dezember 2020, 18:05 Uhr
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