Gaggenau: City-Kaufhaus gerettet

Gaggenau (red) – Die Sanierung des City-Kaufhauses Gaggenau ist erfolgreich. Dies meldet Sanierungsberater Matthias Kühne von der Kanzlei Nickert in Offenburg.

Seit Anfang der 80er Jahre ist das Kaufhaus am Gaggenauer Marktplatz eine Institution im Einzelhandel. Foto: Thomas Senger/Archiv

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Seit Anfang der 80er Jahre ist das Kaufhaus am Gaggenauer Marktplatz eine Institution im Einzelhandel. Foto: Thomas Senger/Archiv

Der von dem Unternehmen vorgelegte Insolvenzplan sei im Erörterungs- und Abstimmungstermin am 18. Dezember vor dem Amtsgericht Baden-Baden einstimmig angenommen worden. Damit bleiben alle rund 56 Arbeitsplätze am Standort Gaggenau erhalten.

Die geschäftsführenden Gesellschafter Michael Meurers und Harry Schneider haben seit März dieses Jahres um den Erhalt und die zukunftsfähige Ausrichtung des Unternehmens gekämpft, so Matthias Kühne: „Beide möchten sich vor allem bei ihren Mitarbeitern für die Unterstützung und den Einsatz in dieser schwierigen Zeit bedanken, aber auch für das Vertrauen ihrer Kunden und ihrer Hausbank, der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau. Ohne diese breite Unterstützung wäre der erfolgreiche Abschluss des Eigenverwaltungsverfahrens nicht möglich gewesen. Beide werden nun alles tun, um dieses Vertrauen zu bestätigen.“

Durch die Annahme des Insolvenzplanes könne das im Mai 2020 gestartete Eigenverwaltungsverfahren nunmehr abgeschlossen werden. Das Eigenverwaltungsverfahren ist eine besondere Form eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens. Dies wird durch das Unternehmen selbst geführt.

Gläubiger machen den Weg frei

„Ein Insolvenzplan ist eine Art Vergleich des Unternehmens mit seinen Gläubigern. Mit der Zustimmung haben die Gläubiger den Weg freigemacht, dass dieses Unternehmen in seiner Form erhalten bleiben kann“, erläutert Sanierungsberater Kühne. Er ist Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Nickert, die das Unternehmen durch das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung als juristischer Berater mit seinem Team um Rechtsanwältin Janine Wilpert als verantwortliche Projektleiterin und Theresa Melchner (Wirtschaftsjuristin) begleitete.

Zuvor hatte schon die Hausbank, die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau, die weitere Begleitung des Unternehmens zugesagt. Die geschäftsführenden Gesellschafter Harry Schneider und Michael Meurers hatten das Unternehmen im Rahmen der Eigenverwaltung fortgeführt und an einer Sanierungsmöglichkeit gearbeitet. Zusätzlich haben sie begonnen, das Kaufhaus auch operativ weiter umzugestalten und die Prozessabläufe zu verbessern.

„Die gute Zusammenarbeit der Beteiligten war ein Schlüsselfaktor für die gelungene Sanierung der City Kaufhaus GmbH & Co. KG“, wird Sachwalter Dr. Dirk Pehl zitiert von der Kanzlei Schultze & Braun in Achern. „Es freut mich besonders, dass praktisch alle Arbeitsplätze erhalten werden konnten und der Betrieb erfolgreich weitergeführt werden kann.“ Das City-Kaufhaus könne wieder mit voller Kraft aus dem Restrukturierungsverfahren entlassen werden.

Anfänge vor knapp vier Jahrzehnten

Die Historie geht bis in das Jahr 1980 zurück, damals noch unter dem Namen Kaufring Gaggenau. Ab 15. Oktober 1981 erfolgte der erste Umbau mit anschließender Neueröffnung als Folge eines Inhaberwechsels. Der Kaufring wurde unter dem Namen Kaufhaus Wagener geführt. 1998 fanden ein weiterer Umbau und eine weitere Umfirmierung in City Wagener statt. Ab 1. Februar 2001 übernahmen Michael Meurers und Harry Schneider die Anteile der GmbH & Co. KG zu 100 Prozent und wurden Geschäftsführer. Am 4. Oktober 2005 feierte das Kaufhaus das 25-jährige Jubiläum, der Name wurde City Kaufhaus. Auf 4000 m² auf drei Ebenen finden sich neben der Bäckerei Armbruster und dem DM-Drogeriemarkt diverse Fachabteilungen wie Kinder-, Damen- und Herrenbekleidung, Schuhe, Wäsche, Lederwaren, Uhren und Schmuck, Spielwaren, Heimtextilien, Schreibwaren, Zigaretten, Zeitschriften.


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