Gaggenau: Nicht nur Festmeter zählen im Wald

Gaggenau (tom) – Forstbezirksleiter Markus Krebs stellte den Bewirtschaftungsplan für den Stadtwald vor.

Beliebt bei „Holzmachern: Buchenholz aus dem Stadtwald. Foto: Thomas Senger/Archiv

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Beliebt bei „Holzmachern: Buchenholz aus dem Stadtwald. Foto: Thomas Senger/Archiv

„Im Stadtwald ist eindeutig der Klimawandel angekommen“, bilanzierte Markus Krebs. Der Leiter des Forstbezirks Gaggenau stellte im Gemeinderat die Planung für 2022 vor. Zunächst der Rückblick: „Überdurchschnittliche Temperaturen und viel zu wenig Niederschlag“ habe die jüngere Vergangenheit gebracht. Zum Glück sei 2021 von der Witterung her ein deutlich waldfreundlicheres Jahre gewesen, aber das sei wohl ein Einzelfall, vermutete Krebs.

Zwar dürfe man froh sein, dass Gaggenau einen „stabilen Mischwald“ habe, gut gepflegt, gut erschlossen – „aber die Schäden sind sichtbar.“ Gerade die heimischen Arten wie die Buche (Flächenanteil 25 Prozent) und die Fichte (zehn Prozent) seien betroffen.

Der Holzmarkt 2021 war „sehr turbulent. Von einem tiefen Tal hat Nachfrage deutlich angezogen, sodass wir die Bremse gelöst haben“, sagte Krebs zu den Hiebzahlen. So wurden es fast 9.800 Festmeter, also knapp 700 mehr als geplant. „Aber immer noch unter der langfristigen Nachhaltigkeitsprognose von 10.000 Festmeter“, versicherte Krebs.

Das meiste eingeschlagene Holz sei Dürreholz, blickt der Forstbezirksleiter auf Buche, Tanne und Fichte.

Naturschutz und Erholung

Für 2022 plane man einen Einschlag von insgesamt 10.400 Festmetern. „Aber es zählen nicht nur Festmeter, Hektar oder Stückzahl“, betonte Krebs und verwies auf weitere Aufgaben. Schließlich gelte es den Naturschutz im Blick zu haben zum Beispiel mit der mit Pflege von Amphibientümpeln, dem Alt- und Totholzkonzept, dem Schutz von Spechtbäumen und Ameisenhaufen. Nicht zuletzt habe der Wald auch eine Erholungsfunktion für die Bevölkerung. In diesem Zusammenhang nannte er die Pflege von Wanderwegen oder das Aufstellen von „Himmelsliegen“ und nicht zuletzt die Erneuerung eines Waldlehrpfads. Dies nutzte Krebs für einen Appell an die Gaggenauer. Es müssten nicht immer die Höhengebiete sein, wo man sich bei der Suche nach Erholung doch nur dem Trubel und Gedränge aussetze: „Besuchen Sie den Willi-Echle-Pfad!“

Der Naturlehrpfad zwischen Traischbachtal und Hummelberg wurde 1970 angelegt und 2020 erneuert. Auf acht Stationen werden Aspekte des vielfältigen Themas Wald vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf den Waldlebensräumen und ihren Bewohnern liegt. Der Audioguide macht den Willi-Echle-Weg interaktiv erfahrbar.

Weitere Informationen zum Willi-Echle-Erlebnispfad.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
25. Januar 2022, 18:58 Uhr
Lesedauer:
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