Gaggenau: Radsport Merkel macht zu

Gaggenau (wess) – Schluss nach vier Jahrzehnten. Ab dem Samstag, 28. November, ist das Fahrradgeschäft von Kuno Merkel Geschichte.

Trotz intensiver Bemühungen konnte Kuno Merkel für sein Fachgeschäft keine Nachfolgeregelung finden. Foto: pr

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Trotz intensiver Bemühungen konnte Kuno Merkel für sein Fachgeschäft keine Nachfolgeregelung finden. Foto: pr

Vor 40 Jahren, am 6. Dezember 1980, machte Kuno Merkel sein Hobby zum Beruf und eröffnete zunächst in der Alois-Degler-Straße und sieben Jahre später in der Schulstraße 14 A sein Fahrradfachgeschäft. Damit war er ganz in seinem Element, denn seit seiner Jugend war er begeisterter Radfahrer und machte jede Woche mehrere Touren mit seinem Rennrad – meist mit Freunden in der Gruppe.

Ursprünglich hatte Kuno Merkel im hiesigen Benzwerk eine Lehre zum Kraftfahrzeugmechaniker absolviert. Bei seiner anschließenden Tätigkeit in der Unimog-Nachmontage entwickelte er eine Begeisterung für dieses Fahrzeug, die bis heute anhält. 1972 wechselte er als Kundendienstberater zu VW-Lang, wo bereits seit vielen Jahren sein Vater Franz Merkel als Meister tätig war – eine Institution.

Der Junior legte ebenfalls die Meisterprüfung im Kfz-Handwerk ab, entschied sich dann für Fortbewegungsmittel auf zwei Rädern, denn anfangs verkaufte und reparierte er auch Motorroller.

Mit Fahrrad-Schuler hatte ein potenzieller Mitbewerber bei Geschäftsaufnahme mangels Nachfolge gerade geschlossen. Es gab jedoch in Gaggenau noch drei ernsthafte Mitbewerber. Alle hatten ihr Auskommen. Im Laufe der Jahre gaben zwei mangels Nachfolge ihren Betrieb ebenfalls auf.

Konzept für Tour de Murg entwickelt

In Gesprächen mit Kunden nahm die Idee gemeinsamer Ausfahrten immer mehr Gestalt an und so entwickelte Kuno Merkel gemeinsam mit Manfred Vogt vom Arbeitskreis Tourismus und Freizeit das Konzept für die Tour de Murg, die er fortan als Servicemann begleitete. Bis heute wird diese reizvolle Murgtalstrecke von Freudenstadt bis Gaggenau touristisch vermarktet.

Besondere Bedeutung kommen in der Rückschau der Unterstützung des Gaggenauer Ferienspaßes mit Werkstattkursen und der fachlichen Betreuung der Tour de Gaggenau zu. Denn dabei lernte er seine langjährige Partnerin Anita Weiler kennen, die im Kulturamt seine erste Ansprechpartnerin war.

Die Konkurrenz der Warenhäuser, Direktvermarkter und Internet-Händler machte Merkel zeitweise zu schaffen. Aber er verlegte sich immer mehr auf das beratungsintensive Geschäft mit hochwertigen Fahrrädern und letztlich eBikes. Dabei kommt ihm zugute, dass das Radfahren – oder das ‚Radeln‘, wie er gerne sagt – nach wie vor sein großes Hobby ist, dem er auch immer wieder mit seinen Radfreunden auf Mallorca frönt. „Radfahren macht den Kopf frei und gibt Kraft“, so sein Lebensmotto.

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Erstellt:
27. November 2020, 14:00 Uhr
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