Gaggenau: Schulen können CO2-Sensoren kaufen

Gaggenau (tom) – An Gaggenauer Schulen können nun CO2-Sensoren oder einfache CO2-Ampeln angeschafft werden.

CO2-Sensoren – hier ein Beispielbild – können zur Kontrolle der Luftqualität in Räumen eingesetzt werden. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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CO2-Sensoren – hier ein Beispielbild – können zur Kontrolle der Luftqualität in Räumen eingesetzt werden. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Am letzten Mittwoch im November wurden den Schulleitern Messgeräte vorgestellt und zum Austesten mitgegeben. Aus der CO2-Konzentration in einem Raum lassen sich Rückschlüsse auf die Qualität der Luft und damit die Ansteckungsgefahr ziehen. Sprich: Hoher CO2-Wert deutet auf „verbrauchte“ Luft hin und damit auf eventuell hohe Konzentration von Corona-Viren.

„Derzeit läuft eine Abfrage, ob die Schulen die Geräte möchten“, erläutert Judith Feuerer, die Sprecherin des Rathauses. Allerdings wird die Stadt die Kosten nicht übernehmen: „Die Schulen können im Rahmen ihres Schulbudgets welche anschaffen“, lautet die Devise. Dies wären dann unter Umständen mindestens deutlich vierstellige Beträge, die da zumindest auf größeren Schulen zukommen würden. Schließlich liegt der Stückpreis bei rund 300 Euro.

Alternativ zu den Sensoren können auch einfache CO2-Ampeln eingesetzt werden, gibt man im Rathaus zu bedenken. Und: „Für die Beschaffung der Geräte sind zusätzliche Fördermittel einsetzbar. Es handelt sich dabei um das neueste Förderprogramm des Landes, bei dem jede Schule einen gewissen Betrag über die Stadt pauschal zugewiesen bekommt.“

Ohne Lüften geht es nicht

Erster Eindruck im Rathaus: „Die Schulleiter bevorzugen die auf LoRaWAN basierten CO2-Messgeräte, weil sich so die Daten besser ablesen und gegebenenfalls auch aufzeichnen lassen. Auch uns ist diese Variante lieber, da diese Geräte sehr zuverlässig arbeiten und später auch zu anderen Messzwecken wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden können.“ Nach Umprogrammierung wäre ein Einsatz bei den Stadtwerken eine mögliche Folgenutzung.

Aktuell sind nur die Messgeräte der Stadtwerke im Einsatz, die verschiedene Modelle geprüft haben. Das von den Stadtwerken eingesetzte Gerät ist multifunktional und kann neben CO2-Gehalt der Luft weitere Kenngrößen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bewegung erfassen. Alternativ kommen nicht vernetzungsfähige, kostengünstigere reine CO2-Sensoren oder CO2-Ampeln in Betracht.

„Schlussendlich gilt es auch abzuwägen, welche Anschaffungen nachhaltig sind und wie Gelder eingesetzt werden“, gibt man im Rathaus zu bedenken: „Wenn wir Sensoren kaufen, die in einer Zeit nach Corona weiter verwendet werden können, ist die Anschaffung sinnvoller, als wenn wir etwas günstigere Melder kaufen, die danach keine Verwendung mehr finden.“

Wichtig sei darüber hinaus, „dass die Messgeräte nur eine Unterstützung sein können. Es wäre ein Irrglaube zu meinen, dass sich durch die Messgeräte Infektionen verhindern lassen. Sie können nur das Lüftungsverhalten unterstützen.“

Konkretes Kauf-Interesse hat bis Anfang Dezember keine Schule bekundet. Nicht zuletzt steht die Frage im Raum, ob sich Schuletat und Fördergeld nicht für andere Anschaffungen, zum Beispiel notwendige Laptops, besser verwenden ließen.

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Erstellt:
1. Dezember 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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