Gaggenau: Sparkasse enttäuscht Gemeinderat

Gaggenau/Baden-Baden (tom) – Der Verwaltungsrat der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau befasst sich am 10. Dezember mit strukturellen Veränderungen in der Filiale am Gaggenauer Bahnhofplatz.

Die Obergeschosse des Sparkassenturms sollen künftig als Wohnungen genutzt werden – so die Überlegung. Foto: Thomas Senger

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Die Obergeschosse des Sparkassenturms sollen künftig als Wohnungen genutzt werden – so die Überlegung. Foto: Thomas Senger

Damit ist der Gemeinderat von Gaggenau mit seinem Ansinnen gescheitert, dieses Thema von der Tagesordnung nehmen zu lassen.

Alle Mitglieder des Gemeinderats – mit Ausnahme von Oberbürgermeister Christof Florus – befürchten durch die drohende Verlagerung von 80 Arbeitsplätzen eine drastische Verschlechterung für Gaggenau. In einem Brief haben sich alle Fraktionen an den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse gewandt. Die Sparkasse will künftig die leerwerdenden Obergeschosse des Sparkassenturms am Bahnhof einer Wohnraumnutzung zuführen.

„Leider wurde durch eine Indiskretion eine Diskussion im Gaggenauer Gemeinderat in Gang gesetzt, die von uns so nie beabsichtigt war“, argumentiert Lothar Volle in seinem Antwortschreiben vom 9. Dezember. Die Sparkasse habe ihr Geschäft nach kaufmännischen Grundsätzen zu führen. „Strategische Entscheidungen und dazu gehörende Investitionen“ würden „ausschließlich im zuständigen Gremium, dem Verwaltungsrat“, getroffen. Dabei werden alle Aspekte einer Entscheidung auch intensiv diskutiert.“ Durch die bisherigen Überlegungen werde „die Region und damit auch Gaggenau weiterhin profitieren“.

Der Verwaltungsrat werde sich heute erstmalig mit dem Thema befassen. Branchenkenner gehen davon aus, dass allerdings die Vertreter der Trägergemeinden, also die Bürgermeister und Oberbürgermeister von Baden-Baden, Bischweier, Gaggenau und Kuppenheim, bereits seit Längerem mit dem Thema befasst sind.

Gegen politische Einflussnahme

Eine Vorweginformation Externer würde aber die Souveränität des Verwaltungsrats infrage stellen, schreibt Volle. „Gerade politische Einflussnahme von dritter Seite wird von der Bankenaufsicht sehr kritisch hinterfragt.“ „Diskussionen über nicht zulässige politische Einflussnahme“ berührten den Kern der Sparkassenexistenzen. „Selbstverständlich“ habe man vor Beginn der Diskussion vorgesehen, den Gemeinderat nach der Verwaltungsratssitzung zu informieren. Dies werde noch am 10. Dezember im Ältestenrat des Gemeinderats und am 21. Dezember im Gemeinderat erfolgen.

Das ursprüngliche Schreiben an Volle hatte SPD-Fraktionschef Gerd Pfrommer im Auftrag des Gemeinderats verschickt. Er meinte am Mittwochabend auf BT-Anfrage: „Wir freuen uns auf den konstruktiven Dialog.“ Dialog bedeute schließlich „nicht nur Informationen zu senden und zu empfangen, sondern Argumente auszutauschen.“ Die „sicher nicht einfachen Rahmenbedingungen“ der Sparkassen könnten niemanden daran hindern, „sich gute Argumente anzuhören und in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen“.

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Erstellt:
9. Dezember 2020, 23:00 Uhr
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