Gaggenau: Zahl der Friseure steigt

Gaggenau (tom) – Entlang der nördlichen Hauptstraße stehen zwei Neueröffnungen bevor, darunter ist ein sogenannter Barber Shop.

Die Zahl der Friseurbetriebe in Gaggenau ist seit einigen Jahren im Steigen begriffen. Diese Entwicklung ist aber auch in anderen Städten zu beobachten. Foto: djd/www.arcon-international

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Die Zahl der Friseurbetriebe in Gaggenau ist seit einigen Jahren im Steigen begriffen. Diese Entwicklung ist aber auch in anderen Städten zu beobachten. Foto: djd/www.arcon-international

Während das Hofgut Amalienberg durch die Eröffnung des Hofladens „Querfeldein“ zu neuem Leben erwacht, tut sich auch etwas entlang der Hauptstraße.

Als „Benz-Stadt“ und natürlich als Namensgeberin und einstige Heimat der noblen „Gaggenau“-Kücheneinrichtungen hat sich die kleine Große Kreisstadt an der Murg einen Namen in aller Welt gemacht. Dass deren Bürger ein lästerliches Mundwerk zu pflegen wissen, hat sich noch nicht weltweit, aber durchaus in der näheren Umgebung herumgesprochen. Und so wundert es nicht, dass wieder einmal das Wort von der „Hauptstadt der Bäckereifilialen und Friseurgeschäfte“ die Runde macht. Denn die City soll weiteren Zuwachs dieser Branchen erfahren.

Haarschnitt gibt es nicht online

So laufen in der nördlichen Hauptstraße neben dem Gasthaus „Post“ Umbauarbeiten. Kurt Barth, Inhaber der Immobilie, bestätigt, dass er die rund 320 Quadratmeter Fläche für fünf Jahre neu vermietet habe. Der neue türkischstämmige Pächter betreibe bereits unter anderem in Rastatt sogenannte „Barber Shops“, also Friseursalons. Von August 2015 bis Mitte 2019 war hier Matratzen Concord. Zuvor betrieb das Küchenstudio „Objekt und Küche“ von 2007 bis 2012 seine Filiale.

Ein paar Häuser weiter, neben der katholischen Kirche, zeichnet sich ebenfalls ein Wechsel ab. Die Ära des Kindermodengeschäfts „Trallalü“ endet am 15. Oktober. Zuletzt war dort dem Damenmodengeschäft „Hanife“ kein Glück beschieden. Zuvor war in den Räumen 2013 die 102-jährige Geschichte der Buchhandlung Krauss zu Ende gegangen. Anschließend firmierten für kurze Zeit das Reisebüro Heberle und ein Anbieter von Telekommunikationstechnologie.

Horst Melcher, Inhaber der Immobilie, bestätigt, dass in den nächsten Wochen ein neuer Mieter den Betrieb aufnehmen werde mit Lebensmitteln und anderen Gütern des kurzfristigen täglichen Bedarfs; auch Backwaren sollen für Umsatz sorgen.

Der Wandel in der Geschäftswelt spiegelt das Konsumverhalten der Bevölkerung wider – das weiß man auch in der Gaggenauer Wirtschaftsförderung: Solange man sich online nicht die Haare schneiden oder den Bart stutzen lassen kann, gehören Friseurdienstleistungen und das täglich Brot zu den Segmenten, mit denen Immobilieninhaber ihre frei werdenden Räume weitervermieten können.

Nun ist es in Gaggenau keinesfalls so, dass man beim Bummel durch die Innenstadt zu wenige Gelegenheiten zum Kauf von Backwaren hätte, aber der Markt scheint noch nicht gesättigt. In der Friseurbranche hingegen könnte sich bald ein verschärfter Verdrängungswettbewerb abzeichnen. Schließlich sind es derzeit mehr als ein gutes Dutzend Betriebe, die sich die Pflege der Haar- und Barttracht oder Kosmetik auf das Firmenschild geschrieben haben.

Zu den Etablierten ihrer Branche gehört Friseurmeisterin Tanja Döppel mit ihrem Haarstudio Cut-it in der nördlichen Hauptstraße. Auch sie beobachtet kritisch, dass immer neue Friseurbetriebe in der Innenstadt eröffnen, wohingegen andere Branchen anscheinend kein Interesse an diesem Standort zeigten. Sie sieht die Immobilieninhaber in der Pflicht: Mit attraktiven Räumlichkeiten könne man Geschäftsleute vom Standort Innenstadt überzeugen.

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Erstellt:
9. Oktober 2020, 19:13 Uhr
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