Gaggenau hofft auf Dialog mit der Sparkasse

Gaggenau (tom) – Zu einem „Spitzengespräch“ sind der dreiköpfige Vorstand der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau und der „Ältestenrat“ des Gemeinderats im Rathaus zusammengekommen.

Im Hochhaus der Sparkasse in Gaggenau sollen Wohnungen entstehen. Foto: Thomas Senger

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Im Hochhaus der Sparkasse in Gaggenau sollen Wohnungen entstehen. Foto: Thomas Senger

Bei dem Termin am Abend des 10. Dezember ging es um die bevorstehenden strukturellen Änderungen bei dem Kreditinstitut. Im „Ältestenrat“ sind die Chefs der vier Fraktionen vertreten: Jan Stenger (FWG), Dr. Heike Röhlen (Grüne), Gerd Pfrommer (SPD). Für die CDU nahm die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dorothea Maisch an dem Treffen teil in Vertretung von Fraktionschef Andreas Paul. Denn dieser ist Mitarbeiter der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau.

Erstmals wurden die Gaggenauer Kommunalpolitiker über Hintergründe und geplante Vorhaben der Sparkasse offiziell in Kenntnis gesetzt. Oberbürgermeister Christof Florus als Mitglied der Trägerversammlung und des Verwaltungsrats hatte sich bislang darauf berufen, dass er dem Vorstand des Kreditinstituts nicht vorgreifen könne, was die Weitergabe von Informationen betreffe.

Sorge um die Arbeitsplätze

Wie mittlerweile bekannt ist, will die Sparkasse künftig die Obergeschosse ihres Hochhauses am Bahnhofplatz in Wohnraum umwandeln. In Gaggenau fürchtet man nun den Verlust von rund 80 Arbeitsplätzen, die nach Baden-Baden verlagert werden sollen, und einen Bedeutungsverlust für den Wirtschaftsstandort Gaggenau.

Dies und die bislang fehlenden Informationen des Kreditinstituts zu diesem Thema hatte die Gemeinderatsfraktionen mobilisiert. Heftige fraktionsübergreifende Kritik gab es deshalb für Oberbürgermeister Christof Florus in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Und in einem offenen Brief forderten die Fraktionen und Gruppierungen des Gemeinderats die Sparkasse auf, vor einer Entscheidung zunächst zu informieren und „in einen fairen, ergebnisoffenen Dialog“ einzutreten.

Diesem Ziel scheint man beim Treffen in Gaggenau näher gekommen zu sein. Im anschließenden BT-Gespräch berichten die „Ältesten“ übereinstimmend, dass man ein konstruktives Gespräch geführt habe. Beide Seiten hätten dabei ihre Dialogbereitschaft deutlich gemacht. Die Überlegungen der Sparkasse seien zwar aus betriebswirtschaftlicher Sicht plausibel; gleichwohl gelte es nun, diese mit den berechtigten Gaggenauer Interessen in Einklang zu bringen.

Inhaltlich wollten sich die Fraktionsvertreter in Absprache mit dem Sparkassenvorstand nicht zu den konkreten Plänen der Sparkasse äußern. Diese sollen am Freitag, 11. Dezember, in einer Pressekonferenz erstmals öffentlich vorgestellt werden. Am 21. Dezember werde der Gemeinderat offiziell über die Pläne informiert und darüber diskutieren können.


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