Gaggenau kämpft gegen Müllberge

Gaggenau (uj) – Superwetter und viele Menschen in Gaggenau unterwegs. Das war an Ostern. Und hatte viel Müll auf den Straßen zur Folge. An Pfingsten sollen sich die Müllberge nicht wiederholen.

Trauriges Bild an Ostern: Volle Abfalleimer und Müll im Murgpark. Foto: Lukas Gangl/Archiv

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Trauriges Bild an Ostern: Volle Abfalleimer und Müll im Murgpark. Foto: Lukas Gangl/Archiv

Viele werden sich an das Osterfest erinnern. Aber nicht nur im positiven Sinne. Überquellende Mülleimer und jede Menge Müll, unter anderem im Murgpark und in der Fußgängerzone, verschandelten das Stadtbild. Damit sich das nicht wiederholt, plant die Stadtverwaltung zu Pfingsten einige Verbesserungen und Neuerungen.

Bereits zur Osterzeit hatte die Stadt einige mobile Abfallbehälter mehr aufgestellt. „Diese werden wir noch etwas erweitern, die dann individuell und nach Bedarf an verschiedenen Punkten in der Fußgängerzone und im Murgpark aufgestellt werden können“, informiert die städtische Pressestelle.

Leerungen an Pfingstsonntag und -montag

Des Weiteren würden Mitarbeiter der Stadtreinigung an Pfingstsonntag und Pfingstmontag morgens die Abfallbehälter in der Fußgängerzone sowie im Murgpark leeren und losen Abfall aufsammeln. Gerade dies war über Ostern ein Manko. Am Gründonnerstag waren die Abfallbehälter letztmalig geleert worden – und dann erst wieder am Dienstag nach Ostern.

Mit den jetzt vorgesehenen Maßnahmen sieht sich die Stadt gut gerüstet für das Pfingstwochenende. „Natürlich hoffen wir auch auf die Vernunft, die bereitgestellten Abfallbehälter zu nutzen“, betont Pressesprecherin Judith Feuerer. In manchen anderen Städten, zum Beispiel in Augsburg oder in Kommunen am Bodensee, sind zuletzt spezielle Pizzakarton-Eimer aufgestellt worden. Diese können gestapelt recht viele solcher Karons aufnehmen. Denn ein Manko nicht nur in Gaggenau war es an Ostern, dass teilweise mit einem ausgedienten Pizzakarton ein Mülleimer verstopft wurde und dieser keine weiteren Abfälle aufnehmen konnte.

Dieses Problem ist landauf-landab bekannt. „Pizzakartons in Parks“, „Pizzakarton-Flut“, „Pizzaschachteln sind ein Müll-Problem“ oder „Mehr Müll seit Corona: Städte kämpfen gegen Pizzakarton-Chaos“ lauten die Schlagzeilen in Medien – bundesweit. Dazu gesellen sich To-go-Kaffeebecher, Nudelbecher, Wein-, Bier- und Schnapsflaschen sowie Flaschen und Kartons, in denen sich alkoholfreie Getränke befanden.

Getränke und Speisen nur zum Mitnehmen

Das sind die Folgen geschlossener Gaststätten, die wegen Corona nur Waren zum Mitnehmen verkaufen dürfen. Hinzu kommt, dass Sitz- und Verzehrmöglichkeiten in den Lokalen tabu sind. Den Vorschlag des Pizzakarton-Eimers sehen die Verantwortlichen in Gaggenau kritisch, „da er zum einen optisch wenig schön in die Murguferanlage passt und zum anderen zu befürchten ist, dass Raben die Kartons auf der Suche nach Resten zerlegen werden“. Natürlich würde es auch andere Tiere verstärkt anlocken, vermutet man im Gaggenauer Rathaus.

Im bayerischen Deggendorf zum Beispiel ist vor allem der Donaupark voll von leeren Pizzaschachteln, vergleichbar mit dem Murgpark in Gaggenau. Um diesem Müllproblem zu begegnen, hat die Stadt dort zwei Behälter aufgestellt, in denen Pizzaschachteln gestapelt werden können, berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Der städtische Bauhof hat die Metallbehälter gefertigt. Aufgestellt sind diese an stark frequentierten Stellen im Donaupark. Ein Sammelbehälter ist 1,50 Meter hoch und bietet Platz für etwa 20 große Pizzakartons. Zunächst sind die Behälter nur probeweise aufgestellt. Bis zum Frühjahr kommenden Jahres will die Stadt Deggendorf beobachten, wie gut das Entsorgungsangebot für die Pizzaschachteln genutzt wird.

Die Verantwortlichen in Gaggenau hoffen natürlich, dass möglichst aller Müll in die entsprechenden Behältnisse geworfen wird. Gerade bezüglich der Pizzakartons gilt nach wie vor der Appell, diese zu zerkleinern oder zu zerreißen, damit sie nicht so viel Platz wegnehmen in den Mülleimern.

Im Stadtgebiet werden mehrere solcher zusätzlicher Abfalleimer aufgestellt.  Foto: Lukas Gangl/Archiv

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Im Stadtgebiet werden mehrere solcher zusätzlicher Abfalleimer aufgestellt. Foto: Lukas Gangl/Archiv

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
9. Mai 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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