Gaggenau will mehr „punkten“

Gaggenau (tom) – Der Verkauf von städtischen Gewerbeflächen soll in einem Punktesystem nach bestimmten Kriterien erfolgen.

Nur noch wenige Freiflächen gibt es beispielsweise in Ottenau. Die zwei großen Hallen rechts oben gehören zum Logistik-Zentrum, das US-Investor Hillwood auf dem einstigen KWH-Gelände errichten durfte. Foto: Walter

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Nur noch wenige Freiflächen gibt es beispielsweise in Ottenau. Die zwei großen Hallen rechts oben gehören zum Logistik-Zentrum, das US-Investor Hillwood auf dem einstigen KWH-Gelände errichten durfte. Foto: Walter

Gewerbeflächen sind knapp geworden in Gaggenau. Künftig sollen diese Grundstücke nach einem berechenbaren System vergeben werden. Der Gemeinderat hat darüber in nicht-öffentlicher Sitzung in der vergangenen Woche diskutiert. Ein Beschluss über den Entwurf der städtischen Wirtschaftsförderung wurde vertagt: Es sollen noch einige Nachjustierungen bei der Gewichtung der Kriterien erfolgen.

Zum einen hoffen die Stadtverwaltung und die Gemeinderäte, dass mithilfe der Vergabekriterien die Nachvollziehbarkeit verbessert werde – sprich: warum ein Unternehmen eine Fläche bekommt, während ein anderes leer ausgeht. Darüber hinaus sollen durch den Kriterienschlüssel die Nutzen eines Betriebs für die Stadt deutlicher erkennbar werden. Dies sind beispielsweise der Erhalt oder die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Qualität der Jobs, eine Stärkung der Steuer- und Wirtschaftskraft und nicht zuletzt die Bindung zukunftsweisender Wirtschaftszweige. Durch ein Punktesystem werden verschiedene Eigenschaften bewertet, gewichtet und anschließend, so die Intention, eine möglichst objektive Entscheidung über die Vergabe ermöglicht.

Es sind vier große Themenblöcke mit einer Reihe von Unterthemen, die künftig bei der Bewertung eines Unternehmens herangezogen werden sollen:

Bedeutung der Firma für Gaggenau.

Wirtschaftliche Kennziffern.

Langfristige Perspektiven.

Umweltverträglichkeit.

Nicht nur Flächen in Gewerbegebieten

Nicht nur beim Verkauf von Flächen in klassischen Gewerbe- oder Industriegebieten soll das Punktesystem hilfreich sein. Es gibt, so eine Erkenntnis der Gaggenauer Kommunalpolitik, eine Reihe von Betrieben, die sich mit einer angrenzenden Wohnbebauung vertragen können. „Hoch innovative, aber nicht sehr flächenintensive Betriebe“ (zum Beispiel Ingenieurbüros) müssten nicht zwingend in ein Gewerbegebiet. Das Punktesystem könne damit bei der Nutzung innerörtlicher Potenziale hilfreich sein.

Mit der endgültigen Ausarbeitung des Punktesystems wird sich der hierfür gegründete Arbeitskreis befassen. In ihm sind alle Gruppierungen und Fraktionen des Gemeinderats vertreten.

Ein Wunsch aus den Reihen des Gemeinderats ist unter anderem, dass bei der Endauswahl von Interessenten für eine bestimmte Fläche das Votum des Gremiums berücksichtigt wird.

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Erstellt:
28. April 2020, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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