Gaggenauer Erfinder gewinnt Goldmedaille

Gaggenau/Nürnberg (BT) – Zwei Erfinder aus der Region haben an der Erfindermesse in Nürnberg teilgenommen und Medaillen gewonnen. Sie stellten eine Taktfilterpresse und ein Desinfektionsarmband vor.

Natalie Lumpp präsentiert ein Armband mit integriertem Desinfektionsspender. Foto: Steinbeis-Transferzentrum Infothek/Patricia Hofmeier

© (c) Bernd Ottow

Natalie Lumpp präsentiert ein Armband mit integriertem Desinfektionsspender. Foto: Steinbeis-Transferzentrum Infothek/Patricia Hofmeier

Zwei Erfinder aus der Region haben an der diesjährigen internationalen Messe iENA in Nürnberg teilgenommen und wurden mit einer Gold- sowie einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Über 400 Erfindungen wurden gezeigt. Tüftler aus 17 Ländern präsentierten ihre Ideen vor Publikum und Investoren. Am vergangenen Sonntag ging die Fachmesse zu Ende.

Die Auszeichnung in Gold sicherte sich der Gaggenauer Edmund Erath mit seiner „Taktfilterpresse“. Der Murgtäler ist seit Jahren Vollblutingenieur. Für seine „Oszillierende Membranfiltertechnik“ hat der Rentner im Jahr 2019 bereits den Artur-Fischer-Erfinderpreis erhalten. Viele seiner Projekte seien mit kleinen und mittleren Unternehmen, Hochschulen und Universitäten seither umgesetzt worden, informierte das Steinbeis-Transferzentrum, in dessen Lounge Eraths Erfindung ausgestellt wurde.

Nun hat der in Bretten geborene Umweltschutz-Berater mit der „Taktfilterpresse“ ein neues Projekt präsentiert. Seine findige Idee, mit der Suspensionen, die Feststoffe enthalten, entwässert werden und die Reststoffe zu Pellets presst, setzte sich auf der Messe durch. „Den Gedanken hatte ich schon vor 30 Jahren, als Rentner konnte ich es endlich umsetzen“, freute sich Erath.

„Einfach, kompaktund modular“

Angewendet werden könne die Presse, um Bier zu filtrieren, Abwasser aufzubereiten und Phosphat aus Gülle zu gewinnen. Die Erfindung sei „einfach, kompakt und modular“, urteilte die Jury über den Gewinner-Beitrag.

Auch Natalie Lumpp vom Baden-Badener Unternehmen „Wein erleben!“ führte in der Steinbeis-Lounge ihre Erfindung vor. Für das Produkt „Watch-Out“, ein Armband mit integriertem Desinfektionsmittelspender in Uhrenoptik, zeichnete die Jury sie mit der Bronzemedaille aus. Die Idee dazu sei in enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer der Gaggenauer Firma CES CNC Engineering Solutions, Jochen Mayer, entstanden, berichtete Lumpp.

Die in Baden-Baden lebende Tüftlerin war zum ersten Mal auf einer Erfindermesse. „Das war hoch spannend“, sagte sie begeistert. Eigentlich ist Lumpp Wein-Sommelière von Beruf. Sie sei sehr überrascht vom großen Medieninteresse gewesen. „Es ist ein tolles Gefühl, dass es auf der Messe viele Interessenten gab“, so Lumpp. Sie sei sehr stolz darauf, eine Medaille für ihre Idee erhalten zu haben.

Der Gaggenauer Edmund Erath wurde für seine Erfindung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Foto: Steinbeis-Transferzentrum Infothek/Patricia Hofmeier

Der Gaggenauer Edmund Erath wurde für seine Erfindung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Foto: Steinbeis-Transferzentrum Infothek/Patricia Hofmeier

Der Produktname sei an die „Apple Watch“, einer Uhr mit Digitalanzeige angelehnt. Doch auch wenn das Wortspiel im Namen „Watch-Out“ es vermuten lässt, ein Zeitmesser ist nicht im Armband verbaut. Dafür ermöglicht ein kleiner Sprühtank (35 ml) mit Desinfektionsmittel und Zerstäuber an jedem Ort und zu jeder Zeit eine unkomplizierte und direkte Reinigung der Hände, schrieb das Steinbeis-Transferzentrum in einer Mitteilung.

Das Armband gibt es in verschiedenen Designs und Größen. „Wir haben auch Kindermodelle mit einem Einhorn drauf“, wirbt Lumpp. Die Erfindung könne Menschen in Pflegeberufen eine wesentliche Arbeitserleichterung und Zeitersparnis ermöglichen, befand die Jury.

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Erstellt:
14. November 2021, 10:00 Uhr
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