Gaggenauer Gemeindehaus später fertig

Gaggenau (uj) – Nicht, wie zunächst erhofft, bereits im Oktober können erste Räume im neuen evangelischen Gemeindehaus genutzt werden. Die Verantwortlichen hoffen jetzt auf Dezember.

Positiv wird von den Gemeindemitgliedern die Klinkerfassade am Gemeindehaus aufgenommen. Foto: Ulrich Jahn

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Positiv wird von den Gemeindemitgliedern die Klinkerfassade am Gemeindehaus aufgenommen. Foto: Ulrich Jahn

Die allgemeine Materialknappheit und deren Verteuerung machen sich beim Bau des neuen evangelischen Gemeindehauses bemerkbar. Die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau hoffen jetzt, dass Teile des neuen Gebäudes, das direkt neben der Markuskirche in Gaggenau entsteht, noch vor Weihnachten nutzbar sind.

Ursprünglich war Jutta Walter, Vorsitzende des Kirchengemeinderats, davon ausgegangen, dass erste Räume des Neubaus im Oktober bezogen werden können. Insbesondere die drei kleineren Gruppenräume und der große Saal sollen jetzt vor Weihnachten in Betrieb gehen, hofft Walter. Der Estrich ist verlegt, ebenso die Elektrik, jetzt geht es an den weiteren Innenausbau. Unter anderem müssen der Fußboden verlegt und ein Aufzug eingebaut werden. Auch Sanitäreinrichtungen fehlen aktuell. Ob das alles so klappt, wie Walter und das Team sich das vorstellen, ist offen. Es gibt Unwägbarkeiten, insbesondere die allgemeine Materialknappheit in vielen Bereichen. Die Handwerker selbst können dafür nichts. Bekommen sie keine Materialien, können sie die Arbeiten nicht ausführen.

Die Verbindung zwischen Markuskirche und Gemeindehaus ist überdacht. Ansonsten gibt es keinen Schutz. Foto: Ulrich Jahn

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Die Verbindung zwischen Markuskirche und Gemeindehaus ist überdacht. Ansonsten gibt es keinen Schutz. Foto: Ulrich Jahn

Andere Räume (wie die Büros für Pfarrer und Gemeindesekretariat) werden wohl erst im Frühjahr nutzbar sein. In dem barrierefreien winkelförmigen Gebäude entstehen im zentral gelegenen Mittelbau das Foyer und der Gemeindesaal. Ursprünglich war ein geschlossener Gang zwischen Kirche und Gemeindehaus vorgesehen. Mit Blick auf die Kosten wurde darauf verzichtet, ein Dach soll vor Wind und Wetter schützen, so Jutta Walter.

Preissteigerung von bis zu 150.000 Euro

Apropos Kosten: Veranschlagt waren ursprünglich 2,6 Millionen Euro für den Neubau, der zwischen Markuskirche und Jahnhalle entsteht. Aktuell geht Jutta Walter von einer Preissteigerung zwischen 100.000 und 150.000 Euro aus. Auch 2,8 Millionen Euro Gesamtkosten seien denkbar, so die Vorsitzende des Kirchengemeinderats.

Und wie kommt die evangelische Kirchengemeinde jetzt ohne ausreichend Platz über die Runden? Mehrere Gruppen weichen in die Radfahrerkirche Hörden aus. In anderen Bereichen lautet das Stichwort Ökumene, hebt Jutta Walter hervor. Die Zusammenarbeit mit der katholischen Seelsorgeeinheit Gaggenau läuft sehr gut. So soll der Konfirmandenunterricht, der nach den Sommerferien wieder beginnt und immer Mittwochnachmittag angeboten wird, im katholischen Gemeindehaus St. Josef stattfinden. Dafür ist die evangelische Kirchengemeinde der katholischen Kirche sehr dankbar. Selbstverständlich ist für Jutta Walter in diesem Zusammenhang, dass eine solche Unterstützung bei Bedarf auch in anderer Richtung angeboten wird.

Positiv wird von den Gemeindemitgliedern die Klinkerfassade des Gebäudes aufgenommen. Zunächst war eine Holzfassade vorgesehen. Jutta Walter ist froh, dass man darauf verzichtet hat – wegen der Lieferengpässe und den gestiegenen Preisen für Holz.

Ursprünglich war Ende Februar oder Anfang März dieses Jahres ein Richtfest geplant gewesen. Nach Rücksprache mit dem städtischen Ordnungsamt verzichtete die evangelische Kirchengemeinde mit Blick auf die Corona-Pandemie auf dieses kleine Fest.

Symbolische Grundsteinlegung

Auch der offizielle Startschuss für den Neubau war wegen Corona nur im kleinen Rahmen möglich gewesen. Ende Oktober 2020 gab es eine symbolische Grundsteinlegung mit geladenen Gästen. „Zeitkapselgrundsteinlegung“ nannte Jutta Walter die kleine Variante für den Startschuss. In dieser Kapsel befinden sich unter anderem Infos zur Pandemie, Münzen und das BT vom 26. Oktober 2020. Die Kapsel wurde in das Gebäude eingemauert. Die Pfarrer Nicola und Hartmut Friedrich sowie Alexander Kunick sprachen ein Gebet für das neue Gebäude.

Mit dem Projekt wird die Fusion der evangelischen Kirchengemeinden abgeschlossen. Sie hatte das alte Gemeindehaus neben der Markuskirche an das Architekturbüro Luft aus Hörden verkauft. Das war eine Folge des Zusammenschlusses der drei evangelischen Kirchengemeinden zum 1. Juni 2017. Damals waren die Johannesgemeinde Bad Rotenfels, die Lukasgemeinde Ottenau und die Markusgemeinde Gaggenau zur evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau fusioniert. Die Johanneskirche war an den Verein „Gebetshaus Bad Rotenfels“ verkauft worden, der dort ein Gebetshaus einrichtete. Die Entwidmung der Johanneskirche war am 21. Januar 2018.

Das Gemeindehaus in Ottenau steht nach dem Verkauf seit Juni nicht mehr der evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung.

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
7. September 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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