Gaggenauer Modell weiter in der Warteschleife

Gaggenau (tom) – Einzelhändler und Gastronomen, auch OB Florus und mit ihm viele Bürger warten auf die Freigabe fürs Gaggenauer Modell. Der Grüne-Abgeordnete Thomas Hentschel sagt Unterstützung zu.

Mit QR-Code wie eine Eintrittskarte: Christof Florus mit seinem negativen Corona-Schnelltest. Foto: Thomas Senger

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Mit QR-Code wie eine Eintrittskarte: Christof Florus mit seinem negativen Corona-Schnelltest. Foto: Thomas Senger

Testen, testen, testen – und so schnell wie möglich impfen, impfen, impfen. Das Motto von Oberbürgermeister Christof Florus funktioniert zumindest im ersten Teil: So denkt man im Rathaus über eine Ausweitung der Öffnungszeiten für das Testzentrum in der Jahnhalle nach. Darüber hinaus wurden neben der Jahnhalle die Merkurhalle, Kulturhalle, Flößerhalle sowie der Gemeindesaal St. Marien reserviert. Dort sollen Ärzte impfen können – wenn sie genügend Impfstoff haben.

Bis auf Weiteres wird dies nicht notwendig sein. So gab beispielsweise Dr. Dietrich von der Hülst bekannt, dass man sich bei ihn ab der Woche nach Ostern impfen lassen kann: „Die Praxis wird eine sehr begrenzte Anzahl von Impfdosen (18 Stück) pro Woche und Arzt erhalten.“ In der Praxisgemeinschaft mit Liuba Sandru sind dies also 36 Impfungen. Dafür muss man noch keine Halle mieten.

Mehr als 1.000 Tests täglich denkbar

Bei einem Besuch am 29, März in der Jahnhalle versicherte der Grüne-Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel, dass er sich im Sozialministerium für das Gaggenauer Modell einsetzen werde. Dieses war am 19. März vorgestellt worden: Händler könnten damit wieder „Click & Meet“ (Einkaufen nach Terminvergabe) anbieten. Auch Restaurantbesuche nach Reservierung sind möglich. Voraussetzung für alle: ein aktueller negativer Corona-Test. Gleichwohl gab Hentschel zu bedenken, dass bei einer Inzidenzzahl in der Großen Kreisstadt von über 200 auch das Gaggenauer Modell nicht mehr möglich sein würde.

Er habe bereits mit seinem Landtagskollegen Hans-Peter Behrens aus Baden-Baden Sozialminister Manfred Lucha um eine Prüfung des Modells gebeten. Dieses sei generell dazu angetan, das Infektionsrisiko zu senken. Es gelte aber, zunächst die Erfahrungen des Tübinger Modells auszuwerten. Dort hatten bekanntlich bereits am letzten März-Wochenende zahlreiche Menschen in der Innenstadt bummeln, einkaufen und Gastronomie besuchen können.

Rund 200 Menschen sind es derzeit täglich, die sich in der Jahnhalle testen lassen, berichtete Apothekerin Tatjana Zambo, die Leiterin des Testzentrums. Auch über Ostern ist dies möglich; der Ostersonntag war gestern allerdings bereits ausgebucht, Florus versicherte, dass in der Jahnhalle mehr als 1.000 Testungen pro Tag möglich seien. Hierzu allerdings braucht es Personal. Zambo wies allerdings darauf hin, dass derzeit die Personalkapazität ausgereizt sei. Und auch in Zukunft wolle man längere Wartezeiten vermeiden.

Wie sicher ist das Testergebnis? Zambo betonte, dass ein negativer Test bestätige, dass der Proband „nicht hochansteckend“ sei.

Florus hofft, endlich von der Landesregierung eine positive Rückmeldung auf das Gaggenauer Modell zu bekommen. Bislang seien ein Schreiben an das Sozialministerium und ein weiteres aus der vergangenen Woche an den Ministerpräsidenten unbeantwortet geblieben. Es sei wichtig, Einzelhändlern, Gastronomen als auch natürlich den Menschen, die laut Test nicht infiziert sind, eine Perspektive zu geben.

Im Foyer der Jahnhalle unterzieht sich der Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel einem Corona-Schnelltest. Foto: Slobodan Mandic

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Im Foyer der Jahnhalle unterzieht sich der Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel einem Corona-Schnelltest. Foto: Slobodan Mandic

„Das Testen macht keinen Spaß“, sei aber auch nicht schlimm, versicherte Florus, „und wenn man anschließend einkaufen und ins Restaurant gehen kann, dann lohnt es sich.“

Inzidenzwert sinkt weiter

Für die Stadt sei der Aufwand bislang überschaubar. Sie stellt die Jahnhalle zur Verfügung sowie Personal für den Empfang. Hinzu kommen Aufwendungen zum Beispiel für Desinfektionsmittel. Letztlich handele es sich um eine Gesamtsumme von bislang 5.000 Euro. Die Tests selbst rechnet Tatjana Zambo mit dem Bund ab; sie muss davon auch ihr Personal bezahlen.

Im Gespräch mit Hentschel legte Tatjana Zambo ein Augenmerk auf die Teststrategie für die Schulen. „Dort weiß man noch nicht, wie es nach den Osterferien weitergehen soll.“ Es wäre zu begrüßen, wenn die Lehrer für Schultests Schulungen bekommen würden. Hentschel befürwortet, dass Corona-Tests an Schulen nach Möglichkeit verpflichtend vorzunehmen sind.

Der Gaggenauer Inzidenzwert lag am Montag, 29. März, bei 153,3. Am Freitag, 26. März, lag er noch bei 156, am 22. März sogar bei 216. 19 neue Fälle sind seit Freitag dazugekommen. Dies gab das Rathaus bekannt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
29. März 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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