Gaggenauer Narren bereiten Sitzungen vor

Gaggenau (tom) – Alle vier großen Fastnachtsvereine wollen närrische Sitzungen abhalten. Teilnehmen dürfen vollständig Geimpfte und Genesene.

Der Mann am Klavier, OCC-Elferrat Andreas Paul aus Michelbach, bewahrt auch bei vollem körperlichen Einsatz von Gerlinde Stolle die Contenance. Das Bild entstand 2019 bei der Grokage-Fremdensitzung in der Jahnhalle. Foto: Jörg Schumacher

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Der Mann am Klavier, OCC-Elferrat Andreas Paul aus Michelbach, bewahrt auch bei vollem körperlichen Einsatz von Gerlinde Stolle die Contenance. Das Bild entstand 2019 bei der Grokage-Fremdensitzung in der Jahnhalle. Foto: Jörg Schumacher

In der Großen Kreisstadt soll Fastnacht gefeiert werden. Und nicht „leise und auf and’re Weise“ wie 2021, als lediglich Bilder und Video-Clips über Facebook, Whatsapp und Co. geteilt wurden, sondern richtig. Zumindest in den Hallen mit richtigen Sitzungen mit Musik und Unterhaltung – und unter „2G“-Bedingungen.

Die vier großen Fastnachtsvereine – Grokage Gaggenau, Narrenzunft Schmalzloch Hörden, Ottenauer Carneval Club und Schäger Michelbach – , haben sich mit der Stadtverwaltung abgestimmt und treten nun mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit. „In Gaggenau zeichnet sich ab, dass es in der nächsten Fastnachtskampagne Saalveranstaltungen und dabei vor allem Fastnachtssitzungen geben wird“, berichtet Ruben Schnepf. Der Zunftmeister der Narrenzunft Hörden hat die Stellungnahme im Auftrag der Vereine verfasst.

Bei einem gemeinsamen Gespräch haben demzufolge Carmen Merkel und Dieter Spannagel von der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die Stadt ihre Hallen zur Verfügung stellen werde – „unter der Voraussetzung, dass es sich um 2G-Veranstaltungen handelt.“

Vereine müssen kontrollieren

Die Gaggenauer Karnevalsvereine begrüßten diese Entscheidung ausdrücklich, „zumal sie deckungsgleich mit den eigenen Überlegungen ist“, wie sie versichern. Allerdings gab es bis zum Zeitpunkt der Zusammenkunft von der Grokage noch keine Entscheidung, wie Vorsitzender Hans-Wolfgang Paulusch mitteilte. Es gilt jedoch als sicher, dass die Grokage sich nicht gegen die 2G-Regelung stellen werd.

In Hörden, Ottenau und in Michelbach haben sich die Gremien schon festgelegt. Übereinstimmend sind dabei Saalveranstaltungen unter 2G-Bedingungen beschlossen worden. Einzelheiten wollen die Vereine in den nächsten Tagen von sich aus bekanntgeben.

Beim Thema Straßenumzüge wollen die Gaggenauer Fastnachter noch bis Anfang Dezember warten und dann entscheiden.

In einem Schreiben an die Fastnachtsvereine hatte Dieter Spannagel, der Leiter des Gaggenauer Ordnungsamts, auf die steigenden Zahlen der Corona-Infektionen hingewiesen. Deshalb sei es zumindest aus heutiger Sicht unabdingbar, dass bei Saal-Veranstaltungen, also Fremdensitzungen (Gaggenau), Prunksitzungen (Ottenau), Damen- und Herrensitzungen (Hörden) und Schäger-Sitzungen (Michelbach) nur immunisierte Gäste teilnehmen dürfen. Also geimpfte und genesene Personen gemäß Paragraph 4 der aktuellen Corona-Verordnung. Diese sogenannte 2G-Regel gelte gleichermaßen für Gäste und alle Beteiligte. „Entsprechende Eingangskontrollen müssten von Ihnen gewährleistet werden“, machte der Ordnungsamtsleiter gegenüber den Veranstaltern klar.

Für die Zünfte dürfte dies nicht neu sein, schließlich entspricht dies den Empfehlungen ihrer der Dachverbände.

Warten auf den Leitfaden

Was geht in Sachen Straßenfastnacht, Umzüge, Narrenbaumstellen? Erstmal nichts. Laut Sozialministerium (Stand 15. Oktober) soll eine landesweite Arbeitsgruppe ein Rahmen-Hygienekonzept erarbeiten. Daran sollen die Narren- und Karnevalsverbände beteiligt werden.

Schnurren in Hörden: Auch hier heißt es Abwarten. Üblicherweise laden sechs Vereine an den vier Donnerstagen vor Fastnacht zum Schnurren in die Hördener Flößerhalle. Höhe- und Schlusspunkt ist jeweils der Schmutzige Donnerstag. 2022 fällt dieser auf den 24. Februar. Erstes Schnurren wäre also am 3. Februar, weitere Termine wären somit 10. und 17. Februar.

Zunächst gilt es aber, den Dienstag, 9. November, abzuwarten. An diesem Tag tritt der „Arbeitskreis Flößerhalle“ zusammen. Das Schnurren wird von insgesamt sechs Hördener Vereinen ausgerichtet: Fanfarenzug, Feuerwehr, Fußballverein, Gesangverein, Musikverein, Turnverein – wobei jedes Jahr zwei Vereine pausieren.

Nach derzeitigem Stand ist lediglich sicher: Wenn es Schnurren in der Flößerhalle geben sollte, dann nur mit 2G.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
29. Oktober 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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