Gaggenauer Turner stehen Model für Kalender

Von BT-Volontärin Anna Strobel

Gaggenau (ans) – Über 60 der ästhetischen Sportkalender sind innerhalb von 24 Stunden verkauft worden. Vertrauen spielt bei dem Shooting eine große Rolle, weiß Profi-Fotograf Stephan Kaminski.

Gaggenauer Turner stehen Model für Kalender

Die Fotos für den Kalender sind am ersten Advent in der Hans-Thoma-Halle entstanden. Foto: Stephan Kaminski

Die Gaggenauer Verbandsliga-Turner lassen die Hüllen für ihren Verein fallen. Auf der Suche nach Sponsoren für die Anschaffung eines speziellen Springbodens, einem sogenannten Moskau-Boden, hat der Fotograf Stephan Kaminski angeboten, die Sportler für einen ästhetischen Kalender abzulichten. Den Erlös der ersten 100 Exemplare spendet er dem Verein.

„Auf dem Titelbild sind sie noch angezogen, auf den Restlichen dann oberkörperfrei, um sie Pin-up-mäßig in Szene zu setzten“, erläutert Trainer Paul Stangenberg. Mehr als elf Stunden Arbeitszeit haben die Sportler und der Profi-Fotograf in das Shooting und die finale Bilderauswahl gesteckt. Aus mehr als 1.500 Bildern „haben wir die 17 besten ausgesucht“, versichert Stangenberg. Aufwendig sei es schon gewesen, gibt er zu, doch es habe sich gelohnt.

Ein Bezug zum Kunstturnen sollte bei den Fotografien nicht fehlen. „Unsere Sportgeräte wollten wir mit als Motiv in Szene setzen.“ Daher haben die sechs olympischen Geräte Barren, Boden, Sprungtisch, Reck, Ringe und Pauschenpferd einen Ehrenplatz auf den Fotos bekommen.

Zweite Charge bereits in Auftrag gegeben

„65 von 100 Kalendern sind innerhalb von 24 Stunden verkauft worden“, berichtet Paul Stangenberg vom erfolgreichen Start im Handel. Die Resonanz sei schnell so groß gewesen, dass sie noch mal 100 nachbestellt hätten. Voraussichtlich soll auch die zweite Auflage einen Tag vor Weihnachten bei Fotografie Stephan Kaminski, Schreibwaren Wegst und bei „to Bee – Ein Fach dein Fach“ erhältlich sein. „Noch sind in allen drei Geschäften welche zu bekommen“, weiß Stangenberg.

Die Turner seien gleich begeistert gewesen von der Idee, für einen Kalender Model zu stehen. „Alle waren sofort dabei. Es ist für den guten Zweck und wir wollen so viel wie möglich einspielen“, freut sich Stangenberg. Vor dem Fototermin seien die Sportler dann aber doch etwas nervös gewesen, erinnert sich Fotograf Stephan Kaminski. Daher sei das Wichtigste bei einem erotisch angehauchten Shooting, dass man Vertrauen aufbaut, weiß der Fotograf.

Nachdem Turner Nicolas Schauphut als Erster an der Reihe gewesen war und die anderen gesehen hätten, wie „gut“ die Fotos aussehen, sei es mit der Nervosität schnell vorbei gewesen. „Sie waren fasziniert davon, dass die Turnhalle so attraktiv aussieht“, berichtet Kaminski amüsiert.

Vorab hätten die Turner ihn außerdem gefragt: „Glaubst du, wir nehmen überhaupt 100 Euro ein?“ Doch die Sorge war gänzlich unbegründet. Inzwischen seien durch den Verkauf rund 1.000 Euro in die Vereinskasse gespült worden. Es sei eine „Win-Win-Situation“, sagt Kaminski. Bedeutet: Der Verein wird finanziell unterstützt „und ich kann zeigen, was ich drauf habe“.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der TBG bis in den Spitzensport hochgeturnt. Erstmals in der Vereinsgeschichte starten die Kunstturner in der badischen Verbandsliga. „Nicht viele haben die Chance, Verbandsliga zu turnen. Das ist ein Highlight.“ Doch „wenn man ehrlich ist, ist es ein Randsport“, gibt Stangenberg zu bedenken. Daher hoffe er nun auf Sponsoren und mehr Zuschauer auf den Rängen.

Der Moskau-Boden, den die Sportler zum Trainieren brauchen, kostet knapp 10.000 Euro. Durch den Kalender versucht der Verein, einen Teil dieser Kosten zu decken. Zudem soll Sponsoren eine Werbefläche auf dem Boden angeboten werden.