Galerie Fruchthalle: Nachschlagewerk mit Denkanstoß

Rastatt (die) – Was hat die städtische Galerie Fruchthalle zu bieten? Ein Bestandskatalog gibt nun Auskunft.

Die Galerieleiter einst und jetzt – Peter Hank (rechts) und Sebastian Schmitt – präsentieren den Katalog. Foto: Gabriele Diebold

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Die Galerieleiter einst und jetzt – Peter Hank (rechts) und Sebastian Schmitt – präsentieren den Katalog. Foto: Gabriele Diebold

Die Städtische Galerie Fruchthalle in Rastatt hat mit Fertigstellung und Veröffentlichung ihres Bestandskatalogs einen wichtigen Markstein in ihrer knapp 30-jährigen Geschichte gesetzt. Am Sonntagvormittag wurde das Werk im Hof der Fruchthalle präsentiert.

Der querformatige Band trägt den Titel „Ein/Aus-Blick“ und enthält neben vielen Informationen ein Bestandsverzeichnis der Sammlung in Rastatt. Nach mehrjährigem Entstehungsprozess könnten so auch bei einer erforderlichen Schließung der Galerie die Werke weiterhin sichtbar bleiben. Bürgermeister Arne Pfirrmann nannte das Buch auch den inhaltlichen Abschluss der Arbeit des ehemaligen Galerieleiters Peter Hank. Es symbolisiere mit seinem Titel „Ein“ und „Aus-Blick“ den Stabwechsel in der Galerieleitung von Hank zu Sebastian Schmitt. Selbstverständlich habe es auch früher Zusammenfassungen und Übersichten gegeben, hier jedoch liege die erste vertiefende Auseinandersetzung mit der Kunst und den Kunstwerken in der Rastatter Galerie vor. Pfirrmann dankte allen, die am Katalog mitgearbeitet haben, so bei den Texten Peter Hank, Dr. Thomas Hirsch, Dr. Thomas Bell und Günter Westermann

Kunst kommt in gute Hände

Das Ziel müsse auch weiterhin sein, Kunst in Baden und aus Baden zu sammeln und zu präsentieren. Galerieleiter Sebastian Schmitt schätzte auch den Wert des Buchs als wichtiges Nachschlagewerk.

In lockerer Runde sprach anschließend der aus Rastatt stammende Künstler und Journalist Sebastian Späth mit Schmitt und Hank über Fragen und Einstellungen rund um die Kunst, die Galerie und ihre Ziele in Rastatt oder auch persönliche Themen.

Wichtige Weichen bei der Gründung der Galerie waren damals vom ehemaligen OB Franz Rothenbiller und dem Sammler Diethelm Lütze, bald auch mit Werken von Anselm Kiefer, gestellt worden. In der Idee für die Sammlung Westermann sah Schmitt alle Fragen der Kunst enthalten.

Bei der Suche nach dem Lieblingswerk nannte Hank das Bild „B428“ von Ben Hübsch als eines seiner Favoriten. Der eigene Weg zur Kunst ging beim einen über Inspiration durch Freunde und das Studium von Kunstgeschichte, beim anderen über illegale Ausstellungen in der DDR.

Die Sammlung weiter aufzubauen und diese kommunal zu platzieren wird als großes Ziel gesehen. Die Möglichkeit allerdings, bei privat vorhanden Kunstwerken oder dem Nachlass von Künstlern die Hinterbliebenen zu bewegen, diese an die Galerie zu geben, wird als schwierig gesehen. Es müsse die Sicherheit vermittelt werden, dass die Kunst in gute Hände kommt.

Auf die Frage des Moderators nach einer Digitalisierung bestätigte Sebastian Schmitt diesen Schritt als perspektivisches Anliegen. Rastatt habe mit der Pagodenburg und der Galerie zwei tolle Ausstellungsorte, so Späth, und er freute sich darauf, was künftig dort den Rastattern geboten wird.

Der jetzt vorliegende Katalog gibt einen Überblick mit eindrucksvollen Bildern zur Sammlung. Er ist nicht nur ein Nachschlagewerk, das mit Texten, Geschichte und Erläuterungen informiert, sondern auch spannende Denkanstöße zu verschiedenen Aspekten der Kunst gibt.


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