Galopp in Iffezheim: Baden Racing zufrieden mit Finale

Iffezheim (kgö) – Das Sales & Racing-Festival auf der Iffezheimer Galopprennbahn war der Abschluss einer schwierigen Saison für Veranstalter Baden Racing. Dort ist man mit dem Saisonfinale zufrieden.

Der Wettumsatz von 573 054,20 Euro in den 13 Rennen in Iffezheim war der drittbeste des Jahres in Deutschland. Foto: Marc Rühl/Baden Racing

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Der Wettumsatz von 573 054,20 Euro in den 13 Rennen in Iffezheim war der drittbeste des Jahres in Deutschland. Foto: Marc Rühl/Baden Racing

Sie eilte auf das Geläuf, um ihren Sieger persönlich zum Absattelring begleiten zu können. Conny Whitfield stellte mit dem sechsjährigen Wallach Analeon den einzigen Iffezheimer Sieger beim Saisonfinale auf der heimischen Galopprennbahn. 18 Pferde aus den benachbarten Ställen traten an, nur Analeon gewann. Die sportlich beste Leistung bot allerdings der Außenseiter Lambo aus dem Stall von Miroslav Rulec im BBAG-Auktionsrennen auf einem mit 20 000 Euro dotierten dritten Platz.

4 900 Euro gab es für den Whitfield-Treffer im Preis der Iffezheimer Industrie, Handel und Handwerk. Das Preisgeld blieb im Hause Whitfield, denn der „Stall Hayley“ ist nach der Tochter von Conny und Stephen Whitfield getauft. Ursprüngliche Namenspatronin ist allerdings die englische Spitzen-Amazone Hayley Turner. Ob Championjockey Bauyrzhan Murzabayev diese Dame kennt, ist nicht überliefert. Der 28-Jährige aber war eine wesentliche Ursache des Erfolgs. Das reiterliche Naturtalent aus dem früheren Alma-Ata in Kasachstan setzte den Speed des Wallachs exakt zum richtigen Zeitpunkt und sicherte beim 30. Start den fünften Sieg von Analeon auf dessen Lieblingspiste.

Schöne Geste von Murzabayev

Wie aber schafft ein so kleiner Stall mit nur sieben Pferden die Verpflichtung dieses gefragten Sattelkünstlers? Murzabayev gab die Antwort noch auf dem Geläuf: „Über meinen Manager.“ Es war aber nicht der erste Ritt für Conny Whitfield, beim Frühjahrsmeeting führte er Auenzenzi auf Platz zwei. Die Trainerin hatte erkannt: „Wenn man diesen Mann kriegen kann, muss man ihn sofort nehmen.“

Auf dem Weg zum Absattelring spielte sich fast unbemerkt eine Szene ab, die sehr für den Reiter sprach. Er warf einem kleinen Jungen, der ihn anstrahlte, seine Rennbrille zu. Für Conny Whitfield kam zum Sieg mit Analeon noch ein zweiter Platz mit Auenzenzi hinzu, die der Nachwuchsreiter Sean Byrne aus Irland ritt. Analeons Sieg war erst der zweite Volltreffer des Stalls in dieser Saison nach Los Altos am 23. Februar in Lyon. Die Whitfields haben in den vergangenen Jahren immer wieder nach Alternativen zu Iffezheim gesucht. Doch weder eine Übersiedlung ins lohnschwache England noch die Übernahme eines Hofs im Elsass erwiesen sich als zukunftsträchtiger. Conny Whitfield warb sogar für Iffezheim. „Jetzt wird unsere Trainingsbahn endlich erneuert“, hofft sie deshalb auf Zuwachs für ihr Unternehmen.

Lob für Zustand des Geläufs

Baden-Racing-Managerin Jutta Hofmeister sprach im Rennbahn-TV davon, nun Investoren dafür gefunden zu haben. Die aber gab es schon vor einigen Jahren auf Initiative der Trainer-Sprecherin Carmen Bocskai, doch die Baden-Racing-Gesellschafter fürchteten fremden Einfluss. Gestern gab es im Übrigen großes Lob für den Zustand des Grasgeläufs.

Der Wettumsatz von 573 054,20 Euro in den 13 Rennen war der drittbeste des Jahres im ganzen Land. Nur der konkurrenzlose Derbytag mit 950 460, 68 Euro in Hamburg und der 3. Oktober mit zwei Gruppe-Rennen in Hoppegarten lagen vor Iffezheim. Von den 438 367,47 Euro Außenumsätzen bleiben dem Veranstalter 14,5 Prozent: 63 563, 29 Euro. Dazu kommen noch rund 17 500 Euro von den Bahnumsätzen der 1 750 Besucher sowie den Besitzern, Trainern und anderen Rennbeteiligten.

Hofmeister: „Zufrieden mit den Wetteinnahmen“

„Wir hatten am Sonntag Glück mit dem Wetter und waren auch zufrieden mit den Wetteinnahmen, das Mehr an Zuschauern auf der Bahn hat auch für eine spürbar bessere Atmosphäre gesorgt“, so Geschäftsführerin Jutta Hofmeister. Insgesamt hat Baden Racing in diesem Jahr in drei Meetings acht Renntage veranstaltet, dabei 89 Rennen durchgeführt, rund 1,5 Millionen Euro Preisgeld ausgeschüttet und einen Wettumsatz von knapp vier Millionen Euro erzielt. Auf der Einnahmen-Seite fehlen aber nicht nur die Renntage und vor allem die wichtigen Bahnumsätze der Besucher. „Bis auf eine verkürzte Gartenmesse sind praktisch alle Drittveranstaltungen weggefallen, die eine wichtige Finanzierungsquelle für uns sind“, rechnet Hofmeister vor. Dass die Gespräche über die Zukunft der Rennen Fahrt aufgenommen haben, dokumentierte schon die Anwesenheit des erneut geforderten Verbandspräsidenten und Politik-Profis Michael Vesper. Er war nicht nur für eine Siegerehrung angereist.


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