Gas geben für die Neugestaltung in Ottersweier

Ottersweier (jo) – Der Parkplatz vor der Wallfahrtskirche Maria Linden in Ottersweier soll neugestaltet werden. Die Bauarbeiten dafür sollen im März 2022 starten.

Um eine Wendeschleife für Busse zu schaffen, werden voraussichtlich zwei Bäume fallen. Foto: Joachim Eiermann

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Um eine Wendeschleife für Busse zu schaffen, werden voraussichtlich zwei Bäume fallen. Foto: Joachim Eiermann

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Gemeinderat Ottersweier tütete am Montagabend die schon lange geplante Neugestaltung des Parkplatzes vor der Wallfahrtskirche Maria Linden ein. Im kommenden Frühjahr sollen die Bagger anrollen, um bis Jahresende 2022 das gegenwärtige Provisorium rot-weißer Absperrungen zu beheben und den angrenzenden Kirchenvorplatz aufzuhübschen.

Eigentlich hätten die Bauarbeiten im Herbst vergangenen Jahres beginnen sollen, angesichts der Corona-Pandemie und zu erwartender Steuerausfälle wurden diese jedoch zurückgestellt. Inzwischen hat sich die Finanzlage der Gemeinde wieder aufgehellt. Bürgermeister Jürgen Pfetzer warnte, würde die Gemeinde nicht bauen, drohe ihr, die bereits verlängerte Förderzusage von rund 427.000 Euro komplett zu verlieren. Darin inbegriffen sei auch der 2019 im Vorfeld realisierte Ausbau des Parkplatzes gegenüber, westlich der Lindenstraße.

Nunmehr folgt östlich die Fortsetzung, die nicht nur an der Oberfläche stattfinden wird. Das Bauprojekt geht auch damit einher, die Versorgungsinfrastruktur zu erneuern. „Die Wasserleitung ist 100 Jahre alt“, unterstrich der Bürgermeister die Dringlichkeit, aktiv zu werden. Auch die Kanalisation sei zu sanieren.

Konzept wird mit Kirche und Freundeskreis abgestimmt

Daniel Ruschmann vom Hügelsheimer Ingenieurbüro Wald & Corbe stellte die gegenüber Sommer 2020 nochmals modifizierte Planung dem Plenum vor. Wesentliches Merkmal der Neugestaltung: „Der Parkplatz bleibt in seiner Grundstruktur erhalten“, sagte Ruschmann. So wird an der Gliederung der Pkw-Stellplätze nicht gerüttelt, die Asphaltierung erlebt eine Neuauflage. Als Grund führte der Planer mögliche „umfangreiche Belastungen des Untergrunds“ an, die bei einer Entsiegelung einen aufwendigen Bodenaustausch bedingten. Lediglich der unmittelbare Bereich zwischen Wallfahrtsort und Kreisverkehr soll gepflastert werden und mit einer grünen Insel versehen werden. Zudem werde der Kirchenvorplatz ausgeweitet, um mehr Raum für kirchliche Aktivitäten und festliche Anlässe wie Hochzeiten zu schaffen. Alles erfolge „gestalterisch wie aus einem Guss“, kündigte Daniel Ruschmann an.

Das Konzept, das noch mit der Kirchengemeinde und dem Freundeskreis Maria Linden in Details abgestimmt werden müsse, sieht einen niveaugleichen Übergang vom Vorplatz zu den Behindertenstellplätzen vor. Auch an Sitzbänke, Fahrrad-Abstellmöglichkeiten und eine kleine Rad-Reparaturstation ist gedacht. Geplant ist außerdem, für den Busverkehr eine Wendeschleife einzurichten. Um den erforderlichen Radius zu erzielen, müssen jedoch zwei Bäume weichen. „Dafür wird es Ersatz geben“, führte Ruschmann aus und schlug Neuanpflanzungen auf dem Randstreifen zur Tankstelle hin vor. Um Ladestationen für E-Autos und E-Bikes installieren zu können, sollen – bis ein Betreiber gefunden ist – zunächst Leerrohre im Boden verlegt werden.

Linus Maier (CDU) schlug vor, ein weiteres Leerrohr zu legen, um für die Option einer späteren Teilüberdachung von Parkplätzen für Fotovoltaikanlagen gerüstet zu sein. Seine Fraktionskollegin Annette Zink-Maurath begehrte breitere Pkw-Stellflächen mit dem Argument, älteren Herrschaften ein „bequemeres Aussteigen“ zu ermöglichen. Mario Panter (Grüne) hinterfragte den Umfang der Asphaltierung mit dem Wunsch nach mehr Entsiegelung, wo dies vertretbar möglich sei. Herta Finkbeiner-Schilling (SPD) reklamierte angesichts des Nachts bislang recht dunklen Platzes: „Eine gute Beleuchtung ist uns wichtig.“ Letztlich stimmten alle Ratsmitglieder der Planung und dem vorgestellten Bauzeitenplan zu. Dieter Kohler (FWG) riet, Gas zu geben und die Arbeiten „so früh wie möglich“ auszuschreiben, um möglichst günstige Preise zu erzielen.

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Erstellt:
10. November 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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