Gastro-Szene in Ötigheim befindet sich im Umbruch

Ötigheim (rjk) – Die Ötigheimer Gastro-Szene befindet sich im Umbruch. Die „Blume“ ist dauerhaft geschlossen. Catering und Pension werden aber weitergeführt. Und die „Krone“ wird verkauft.

Gasthaus bleibt geschlossen: Die „Blume“ bietet aber weiterhin Catering und Abholservice an. Auch die Pension macht weiter. Foto: Ralf Joachim Kraft

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Gasthaus bleibt geschlossen: Die „Blume“ bietet aber weiterhin Catering und Abholservice an. Auch die Pension macht weiter. Foto: Ralf Joachim Kraft

Über Jahrzehnte hinweg waren sie eine feste Anlaufstelle für alle, die gut essen, trinken, feiern und sich treffen wollten. Doch schon länger wurde im Telldorf über die Zukunft der beiden Gasthäuser „Blume“ und „Krone“ spekuliert. Jetzt haben die Inhaber auf Anfrage dieser Zeitung für Klarheit gesorgt: Die „Blume“ in ihrer bisherigen Form ist Geschichte. Und das Gebäude, in dem sich die „Krone“ befindet, soll verkauft werden.
Das bislang fast täglich geöffnete Gasthaus „Blume“ in der Bahnhofstraße 46 ist bereits seit Montag, 3. Januar, geschlossen und wird auch nicht mehr öffnen. „Nach 13 gemeinsamen, schönen und teils anstrengenden Jahren haben wir uns entschlossen, das Gasthaus zu schließen. Damit aber niemand auf unsere Klassiker verzichten muss, bieten wir Ihnen eine kleine Karte zum Abholen an“, steht neuerdings auf der Webseite des Lokals zu lesen. „Für sämtliche Festlichkeiten steht Ihnen unser Cateringservice zur Verfügung.“

Josef Engelmann, der zusammen mit Ehefrau Ursula das Wirtshaus leitet, bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion, dass sowohl das Catering und der Abholservice als auch die Pension in der bisherigen Form weitergeführt werden. Auch Geburtstage oder ähnliche Feierlichkeiten sollen nach vorheriger Reservierung weiter in der „Blume“ stattfinden können. „Allerdings nur unter der Woche und nicht mehr an den Wochenenden“, sagt Engelmann: „Wir sind nur zu zweit und werden von zwei Teilzeitkräften unterstützt. Mit dem Abholservice, dem Catering und der Pension haben wir noch genug Arbeit.“ Gefragt nach den Gründen für die Schließung der Gaststätte, verweist der 72-Jährige zum einen auf sein Alter.

Kein Nachfolger für das Wirtshaus

Er wolle etwas kürzertreten. Zum anderen gehe es ihm wie vielen Gastronomen derzeit: „Ich finde keine Bedienungen.“ Nachfolger für das Wirtshaus gebe es ebenfalls nicht, weil seine Kinder anderen Berufen nachgehen würden.

Vor großen Veränderungen steht unterdessen auch das Restaurant „Krone“. Das Ötigheimer Gasthaus blickt auf eine lange Familientradition zurück und besteht bereits seit drei Generationen. Seit 1990 führt Reinhard Kohm das beliebte Lokal in der Kronenstraße 41. „Ich möchte das Haus verkaufen“, berichtet der Inhaber auf Anfrage dieser Redaktion. „Die neuen Hauseigentümer wollen die Gastronomie allerdings erhalten und suchen einen geeigneten Nachfolger.“

Unterschrieben sei jedoch noch gar nichts, betont der 61-Jährige, der seit 43 Jahren in der Gastronomie arbeitet. „Bis zum Ende der Tellplatzsaison, also bis 31. August 2022, werde ich aller Voraussicht nach noch da sein – zu 99 Prozent.“

Die Gründe für seinen Entschluss seien privater Natur, erklärt Kohm weiter. Auch er hat keine Nachfolger, die das Restaurant übernehmen könnten. Zusammen mit seiner Frau will er nach dem Verkauf des Hauses aber auf jeden Fall in Ötigheim wohnen bleiben, wie er sagt.

Ihr Autor

Ralf Joachim Kraft

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Erstellt:
11. Januar 2022, 13:52 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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