Gastronomen warten auf Startschuss

Baden-Baden (naf) – Winfried Kretschmann hat Lockerungen für die Außengastronomie in Aussicht gestellt. Nach dem hiesigen Dehoga-Kreisvorsitzenden, Hans Schindler, könnte es jederzeit losgehen.

Will das „Trauerspiel“ beenden: Hans Schindler. Foto: Monika Zeindler-Efler

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Will das „Trauerspiel“ beenden: Hans Schindler. Foto: Monika Zeindler-Efler

„Der Bogen ist bis zum Anschlag gespannt, wir warten nur auf ein Signal.“ Für Hans Schindler und seine Kollegen kann der Startschuss kommen. Der Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Baden-Baden möchte seine Türen wieder für Gäste öffnen und das „Trauerspiel“, wie er die leeren Gassen in den Straßen der Kurstadt nennt, beenden. Dazu könnte es schon bald kommen, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Aussicht stellte. Bei stabil weniger als 100 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner könnten dann unter anderem auch Außengastronomien und Hotels öffnen. Laut Schindler ein „gutes Zeichen“, schließlich befinden sich die Gastronomen mittlerweile im siebten Monat des Lockdowns. „Die Umsätze fehlen. Die Hilfsprogramme der Regierung helfen zwar, uns kurzfristig am Leben zu halten, aber die Wertschöpfung eines offenen Betriebs bringen sie bei Weitem nicht.“

Das volle Ausmaß der Konsequenzen, die aus den Maßnahmen folgen, würde sich erst noch zeigen. Gastronomen, die ihre Einrichtungen aufgeben müssen, tun dies meist „stillschweigend“, weiß Schindler.

Große Personalsorgen

Umso wichtiger sei der baldige Start in die Sommersaison. Sollten die Öffnungen wahr gemacht werden und die Inzidenz in Baden-Baden unter die 100er Marke sinken, könnten womöglich schon an Pfingsten Gäste in den Außenbereichen sitzen. „Danach muss dann direkt die Frage beantwortet werden, wann es drinnen wieder losgeht“, sagt Schindler. Auch Hotel-Übernachtungen müssten „gerade in Baden-Baden, einer Stadt, die von Veranstaltungen lebt“, bald möglich sein. Ganz gleich, wann es losgeht, Schindler geht davon aus, dass es zu einem riesigen Andrang kommt. Die Gastronomen sind vorbereitet. Die Hygienekonzepte seien mittlerweile Standard und stehen bereits seit vergangenem Jahr, „da hat alles wunderbar geklappt“, so Schindler. Trotzdem: „Das Geschäft, das weg ist, können wir nicht mehr einholen.“

Sorgen bereitet dem Dehoga-Chef außerdem die Personalsituation. Die Angestellten erhalten zwar Kurzarbeitgeld, allerdings ist ihnen das gesamte Trinkgeld weggebrochen. „Davon haben sie gelebt“, weiß Schindler. „Wir sind schon mit einer irrsinnigen Personalnot in die Krise gegangen.“ Er befürchtet, dass viele der Mitarbeiter branchenfremd abwandern und nicht wieder zurückkehren.


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