Gausbacherin geht unter die Autoren

Forbach (uj) – Rund 20 Jahre lebte Katharina Vogt im Forbacher Ortsteil Gausbach. Jetzt ist die 52-Jährige unter die Autoren gegangen und hat ein Buch mit dem Titel „Gruppe D“ veröffentlicht.

Katharina Vogt mit ihrer Hündin „Dody“, einer „Rumänischen Primärstraßenmischung“, wie sie augenzwinkernd erklärt. Foto: Alexander Vogt

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Katharina Vogt mit ihrer Hündin „Dody“, einer „Rumänischen Primärstraßenmischung“, wie sie augenzwinkernd erklärt. Foto: Alexander Vogt

Mittlerweile lebt Vogt, die sich im Murgtal in einigen Vereinen ehrenamtlich engagiert hatte, in Freiburg. Ihr Buch wurde am Wochenende als eBook veröffentlicht.

Bekannt ist Vogt im Murgtal auch als Sängerin und Chorleiterin. Legendär waren die Auftritte des Kleinkunsttrios „Sen!oritas“. Gemeinsam mit Lenchen Kneisch und Margot Trawka hatte Vogt mit frech-nostalgischen Kabarettprogrammen abendfüllende Programme gestaltet. Als Mitarbeiterin des Badischen Tagblattes war sie 15 Jahre zwischen Moosbronn und Baiersbronn unterwegs, bis sie 2020 aus privaten Gründen das Murgtal in Richtung ihrer Geburtsstadt Freiburg verlassen hat. Nun hat sie ein Buch geschrieben, das am Wochenende bei Amazon/Kindle als eBook veröffentlicht wurde – bis Mittwoch ist dieses Buch gratis verfügbar.

„Bis 23.39 Uhr am 11. August“, sagt Katharina Vogt im BT-Gespräch. Und warum gibt die frisch-gebackene Autorin das Buch „Gruppe D“ umsonst her? „Das war eine Idee von dem Bekannten, der mich bestärkt hat, das Buch erstens fertig zu schreiben und es zweitens auch zu veröffentlichen.“

Berufliche Lücke gefüllt

Eigentlich sei das Buch entstanden, um die berufliche Lücke zu füllen, die alle selbstständigen Journalisten und auch Künstler während des Lockdowns hatten. „Mich hat es eben gleich doppelt getroffen – in beiden Berufen hatte ich faktisch Berufsverbot, da hat man viel Zeit, fängt alles Mögliche an. Ich bin durch sämtliche Social-Media-Kanäle gezappt und habe alle digitalen Angebote genutzt. Echte Offline-Veranstaltungen waren ja nicht möglich.“

Für wochenlangen Stillstand hatte die 52-Jährige keine Zeit: „Durch den Umzug und verschiedene familiäre Konstellationen war es mir zwar nie langweilig – aber meine Berufe haben mir extrem gefehlt.“ Für die Musik hatte sie schnell ein Ventil gefunden. „Nur ein kleines Ventil, aber besser als gar keines“, sagt sie. In ihrer neuen Heimat übernimmt sie immer wieder Kantorendienste in einer Wallfahrtskirche.

Und statt als Mitarbeiterin einer Zeitung über Veranstaltungen zu berichten, begann sie sich mit dem Thema Network Marketing zu beschäftigen und darüber das Buch zu schreiben: „Ich wollte mir ein zweites, digitales Standbein aufbauen – irgendetwas, was auch bei einem Lockdown funktioniert – sozusagen krisensicher“, lacht sie. Mit offenen Armen wurde sie nach eigenen Angaben in der Szene aufgenommen. Mit vielen erfahrenen Networkern ist sie heute befreundet: „So wie man übers Internet, Facebook oder Instagram halt befreundet ist“, erklärt sie. Schnell hatte sich ihre Buchidee im Netz herumgesprochen. „Viele sind mit ihren sehr persönlichen Erlebnissen auf mich zugekommen und haben mir auch erlaubt, diese im Buch zu verarbeiten.“

Leichter Sommer-Krimi

Sie selbst bezeichnet ihr Buch „Gruppe D“ als „sommerleichte, unterhaltsame und auch spannende Lektüre. Kein Mord-und-Totschlag-Krimi, aber mit kriminellem Inhalt“. Bei verschiedenen Polizeibehörden hat sie vorab recherchiert und über ihre Idee gesprochen. Befürchtet sie jetzt, dass sie mit dem Buch ein neues Geschäftsmodell für Gauner erfunden hat? „Nein, die Gauner sind schlau genug, eigene Methoden zu erfinden, Menschen zu betrügen, aber ,meine‘ Methode ist durchaus denkbar – etwas Ähnliches habe ich im Bekanntenkreis erlebt“, erzählt sie ohne ins Detail zu gehen. Auf 140 Seiten hat sie eine unterhaltsame Geschichte ersonnen, die zwischen einer bunt zusammengewürfelten Wohngemeinschaft im Freiburger Stadtteil Wiehre und einer Fünf-Sterne-Seniorenresidenz spielt. Ganz nebenbei erklärt Katharina Vogt ihren Lesern noch ihre persönliche Sicht auf die Dialekte in Baden-Württemberg und versucht sich als Simultandolmetscherin.

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
9. August 2021, 16:57 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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