„Geburtenstation in Rastatt bleibt definitiv“

Von Florian Krekel

Rastatt/Baden-Baden (fk) – Das BT beleuchtet zwei Aspekte des Strukturgutachtens für das Klinikum Mittelbaden genauer: Die Geburtsstation Rastatt und mögliche Kosten für Neubauten.

„Geburtenstation in Rastatt bleibt definitiv“

Ein Gutachten empfiehlt, alle Standorte des Klinikums Mittelbaden (hier in Balg) zu schließen und ein Großkrankenhaus zu bauen. Die Meinungen der BT-Leser gehen auseinander. Foto: Florian Krekel

Seit Wochen, ja seit Monaten betonen die Verantwortlichen von Politik und Klinikum Mittelbaden (KMB), dass die Geburtenstation in Rastatt nicht geschlossen werde – auch wenn sie das aktuell aufgrund der Corona-Pandemie ist. Auch am Donnerstagabend in der Online-Bürger-Info in Sachen zukünftiger Struktur der Gesundheitsvorsorge (wir berichteten gestern) untermauerte der medizinische Geschäftsführer des KMB, Dr. Thomas Iber, das noch mal. Die aktuelle Schließung der Rastatter Geburtenstation sei nur in Zusammenhang mit Corona zu sehen, um Kapazitäten in der Hinterhand zu haben. Keinesfalls sei eine endgültige Schließung angedacht.

„Schließung steht nicht zur Debatte“

Das war zwar am Donnerstag eigentlich nichts mehr Neues, aber bei einem Blick ins Strukturgutachten dennoch wichtig zu betonen. Denn dort steht genau das. Im Businessplan wird nämlich von den Gutachtern zur Kostenreduktion eine Schließung der Rastatter Geburtenstation ab 2021 durchgespielt und positiv bewertet. 900000 Euro an Einsparungen bringe das dem Klinikum, so rechnen die Gutachter aus Köln vor. Damit vom BT konfrontiert betonte Klinikpressesprecherin Sabine Müller-Zuber gestern aber nochmals, dass das keinesfalls infrage komme. Das werde zwar im Gutachten erwogen, es sei aber absolut klar, dass man dem nicht folge: „Die Geburtenstation in Rastatt bleibtdefinitiv bestehen. Eine Schließung steht nicht zur Debatte“, sagte sie.

Kosten sind nur grobe Schätzungen

Indes nur vorläufig zu bewerten seien, das unterstrich in der Infoveranstaltung auch Baden-Badens OB Margret Mergen, die aktuell vorliegenden Schätzungen in Sachen Investitionskosten für einen möglichen zentralen Klinikneubau, eine Zwei-Standort-Lösung oder den Erhalt der bestehenden drei Standorte. Sie werden im Gutachten auf 331,2 Millionen Euro (zentraler Neubau), 361 Millionen Euro (Zwei-Standort-Lösung) und 470,6 Millionen Euro (Beibehaltung aller drei Standorte mit entsprechenden Umbauten und Sanierungen) geschätzt. Das, so betont das Klinikum gegenüber dem BT, sei aber ausdrücklich nur ein Schätzwert, für belastbare Kostenprognosen müssten erst das weitere Vorgehen und entsprechende Entscheidungen sowie dann weiterreichende Untersuchungen abgewartet werden. Mergen äußerte am Donnerstag, dass später unter dem Strich sicher mehr stehen werde – „da muss man realistisch sein.“ Allerdings würden alle Varianten auch vom Land gefördert.

Fraktionen einer Meinung

Der Baden-Badener Gemeinderat mahnte indes fraktionsübergreifend, sich nicht in parteipolitische Grabenkämpfe zu ergießen. „Die Presseerklärungen politischer Vertreter in den vergangenen Tagen schaffen Unsicherheiten bei der Bevölkerung und den Beschäftigten des Klinikums Mittelbaden. Die Ratsmitglieder des Stadtkreises hielten und halten sich an die gemeinsam gefassten Vereinbarungen zum Verfahrensablauf. Wir fordern unsere Kollegen im Landkreis dazu auf, diesen gemeinsamen konstruktiven Weg nicht infrage zu stellen oder zu verlassen“, heißt es in einer Mitteilung, die von allen Fraktionen unterzeichnet wurde.

Es solle, so heißt es weiter, an den Grundsätzen der Vorgehensweise festgehalten werden. Zunächst Information, dann die Entscheidung der Gremien und erst daran anschließend die Diskussion über die Standortauswahl.