Geburtsstation: SPD besorgt

Rastatt (red) – Bleibt die Entbindungsstation im Rastatter Klinikum sogar bis Ende des Jahres geschlossen? Die SPD-Fraktion im Gemeinderat ist alarmiert und fordert eine Resolution.

Die Entbindungsstation im Rastatter Klinikum bleibt (vorerst) geschlossen. Foto: av

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Die Entbindungsstation im Rastatter Klinikum bleibt (vorerst) geschlossen. Foto: av

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat befürchtet, dass durch die anhaltende Schließung der Entbindungsstation im Rastatter Klinikum „Strukturen verändert werden sollen, die danach nur schwer rückgängig zu machen sind“. In einem Schreiben an OB Hans Jürgen Pütsch, der Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden ist, kritisiert Jonas Weber die Entscheidung des Unternehmens, einerseits im Juni den Regelbedarf wieder hochzufahren, andererseits die Geburtsstation in Rastatt vorerst weiter geschlossen zu lassen.

Der SPD-Stadtrat und Landtagsabgeordnete bezieht sich dabei auf einen BT-Bericht, in dem das Klinikum erklärte, dass die Abteilung in Rastatt wohl mindestens bis Herbst geschlossen bleibt, weil Balg im Lichte einer drohenden zweiten Corona-Welle als „Covid-19-Haus“ fortgeführt wird und „normale“ Patienten vermehrt in Rastatt behandelt werden sollen. Nach Webers Informationen wird die ausschließliche Konzentration der Geburten auf Balg bis Ende dieses Jahres aufrecht erhalten. „Was soll hier an dauerhaften Veränderungen vorbereitet oder ausprobiert werden?“, fragt der Sozialdemokrat den OB.

Geschäftsführer soll in Gemeinderat kommen

Weber bittet nun darum, „baldmöglichst“ die Klinikum-Geschäftsführung in den Gemeinderat einzuladen. Damit sollen die Hintergründe dieser Entscheidung beleuchtet werden. Zudem strebt die SPD-Fraktion an, dass der Gemeinderat eine Resolution beschließt mit folgendem Wortlaut: „Der Gemeinderat und der Oberbürgermeister der Stadt Rastatt fordern alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte und Akteure dazu auf, eine baldmögliche Wiedereröffnung der Entbindungsstation am Rastatter Kreiskrankenhaus (KKH) zu erreichen. Gemeinderat und OB sind in höchsten Maße irritiert und verstimmt darüber, dass trotz Übergang des KKH Rastatt in einen Regelbetrieb Entbindungen bis auf Weiteres ausschließlich im Standort Baden-Baden-Balg erfolgen werden. Gemeinderat und OB sehen darin eine Schwächung des Standorts Rastatt und sehen das Risiko einer dauerhaften Aushöhlung des Standorts Rastatt. Im Sinne einer wohnortnahen Versorgung der Patienten ist eine Entbindungsstation am Rastatter KKH unabdingbar und muss unverzüglich wieder angeboten werden.“


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