Geburtstagsständchen aus Peru

Gernsbach (ham) – Regina Johann aus Gernsbach engagiert sich mit einer Whatsapp-Aktion für den notleidenden Künstler José Carlos Espinoza Alvarado aus Peru.

Corona-Infektion trotz des schweren Verlaufs überstanden: José Carlos Espinoza Alvarado (Mitte) bedankt sich bei seinen Ärzten, Dr. Cartagena Siu (links) und Dr. Sucari. Foto: José Alvarado

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Corona-Infektion trotz des schweren Verlaufs überstanden: José Carlos Espinoza Alvarado (Mitte) bedankt sich bei seinen Ärzten, Dr. Cartagena Siu (links) und Dr. Sucari. Foto: José Alvarado

Peru und ihr dort gewonnener Freund lassen Regina Johann auch nach einem Jahr nicht los. Die Gernsbacherin war 2020 durch den Ausbruch von Corona auf ihrer Südamerika-Traumreise gestoppt worden. 17 Tage lang musste die Murgtälerin in Quarantäne. Um wieder nach Hause zu kommen, half ihr damals José Carlos Espinoza Alvarado uneigennützig.

Der Straßenmusiker und seine Familie gerieten durch die in Peru besonders schlimm grassierende Pandemie finanziell in Not. Wie zahllose Künstler weltweit konnte er nirgends auftreten. Deshalb revanchierte sich Regina Johann im Mai 2020: Über einen Aufruf im BT bot sie Musik-Stücke des Künstlers auf CD und als Dateien feil. Zusammen mit Spenden konnte die Gernsbacherin ihrem Helfer 500 Euro zukommen lassen. „Ich habe José am 10. Dezember noch zum Geburtstag meiner Schwester singen lassen“, berichtet die Gernsbacherin und wirbt für die sehr persönlichen Geburtstagswünsche, „er singt per Video ein Lied und gratuliert im Namen von mir und meines Mannes. Dieses Video schickt er dann per Whatsapp zum Geburtstagskind. Dafür gebe ich ihm immer zehn Euro.“

Zwei Wochen auf der Intensivstation

Die Schwester von Regina Johann fand den peruanischen Künstler, obwohl sie ihn persönlich nicht kennt, ebenfalls „sehr sympathisch“ und spendete 50 Euro zu Weihnachten. Als die Gernsbacherin die gesammelten Beträge überweisen wollte, fragte sie vorher nach, an welchem Tag Espinoza Alvarado zur Bank gehen wolle. Der Peruaner schrieb jedoch, dass es ihm nicht so gut gehe. Er könne daher nicht zur Bank gehen, „aber vielleicht in zwei Tagen“ – aber nach zwei Tagen teilte der Künstler nur noch mit, dass er jetzt im Krankenhaus auf der Intensivstation sei: Corona hatte auch ihn erwischt. ...

Espinoza Alvarado lag „zwei Wochen auf der Intensivstation und bekam Sauerstoff, wurde aber zum Glück nicht an die Geräte angeschlossen. Seine Lungen und das Herz wurden ziemlich geschädigt“, berichtet Johann, „dann sollte er noch eine Woche auf der normalen Station bleiben, war aber nur einen Tag dort und musste Platz machen.“ Trauriger Grund: Draußen vor dem Krankenhaus-Portal erkrankten zahllose Peruaner schwer. „Zwei seiner Freunde bekamen auch Corona, überlebten das aber leider nicht, was José sehr zu schaffen macht“, verweist Johann auf weitere harte Schicksale.

Da Espinoza Alvarado wie alle Landsleute in seiner Heimat nur schwer andere Arbeit findet, sei er „zurzeit schon am Boden zerstört“. Regina Johann versucht, ihren südamerikanischen Freund aufzubauen. Das „Wichtigste ist, dass er diese Krankheit überlebt hat“, betonte sie und stärkte bei dem sehr gläubigen Mann die Hoffnung, dass „Gott ihm helfen wird“. Gottvertrauen ist gut, selbst will Espinoza Alvarado aber auch sein Scherflein beitragen: „José macht immer noch viele Übungen und wird bald wieder versuchen, zu singen“, erzählt Regina Johann und bietet zuversichtlich Musikständchen per Whatsapp für zehn Euro zum Geburtstag etc. an. Alle Freunde südamerikanischer Klänge können über die Handynummer von Regina Johann, (01 71) 8 91 68 96, oder per E-Mail an reginaursula0811@googlemail.com das nette, persönliche musikalische Geschenk in die Wege leiten.

Regina Johann (links) und ihre Freundin Ella Herb knüpften in Peru enge Kontakte mit José Carlos Espinoza Alvarado. Foto: José Alvarado

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Regina Johann (links) und ihre Freundin Ella Herb knüpften in Peru enge Kontakte mit José Carlos Espinoza Alvarado. Foto: José Alvarado

Der hilfsbereite Musiker José Carlos Espinoza Alvarado kann derzeit keine Konzerte geben und freut sich daher besonders über die von Regina Johann gesammelten Spenden. Foto: José Alvarado

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Der hilfsbereite Musiker José Carlos Espinoza Alvarado kann derzeit keine Konzerte geben und freut sich daher besonders über die von Regina Johann gesammelten Spenden. Foto: José Alvarado

Ihr Autor

BT-Redakteur Hartmut Metz

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Erstellt:
13. April 2021, 14:47 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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