Gedenken und Erinnerung aufrechterhalten

Pfinztal (BT) – Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai vor 76 Jahren.

Der Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge erinnert mit begrenzter Teilnehmerzahl und unter Einhaltung des Mindestabstands in Pfinztal-Kleinsteinbach an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 76 Jahren. Foto: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

© BT

Der Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge erinnert mit begrenzter Teilnehmerzahl und unter Einhaltung des Mindestabstands in Pfinztal-Kleinsteinbach an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 76 Jahren. Foto: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Gedenken hat es in diesen Tagen der Corona-Krise, in der persönliche Begegnungen nur reduziert und unter erschwerten Bedingungen möglich sind, nicht leicht. Der Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat dennoch, mit begrenzter Teilnehmerzahl und unter Einhaltung des Mindestabstands, in Pfinztal-Kleinsteinbach an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 76 Jahren, am 8. Mai, erinnert.

In Pfinztal kamen Vertreter der Kriegsgräberfürsorge und der Kommunen zusammen, da dort die Ausstellung „Soldatenbretter“ am Friedhof zu sehen ist. Es ist die künstlerische Herangehensweise, um Geschichte greifbar zu machen, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Die Künstlerin Bali Tollak setzt sich in ihren Werken mit den Erfahrungen von Künstlern und Schriftstellern verschiedener Länder auseinander, die den Ersten Weltkrieg als Soldaten erlebten. Mit den bemalten Holzstelen nimmt Tollak die Tradition der „Bahrbretter“ auf, die sie im Bayerischen Wald wiederentdeckte. Diese Holzbretter wurden noch im 20. Jahrhundert nach einer Bestattung aufgestellt, um so an den Verstorbenen zu erinnern.

Ausstellung für Schulen „ein besonderer Lernort“

Diese Kunstwerke hat sie dem Volksbund zur Verfügung gestellt. Wie Boten gehen sie auf verschiedene Friedhöfe und weisen auf die dortigen Kriegsgräber hin. Das rückt auch die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit des Volksbundes in den Fokus. Die Ausstellung auf dem Friedhof bietet sich auch für Schulen als besonderer Lernort an.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Baden-Württemberg Manfred Hofmeyer, General a. D., sagte. „Das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 76 Jahren war ein Tag der Befreiung für Millionen Menschen. Zugleich ist uns bewusst, dass mit dem 8. Mai 1945 auch Ängste, Nöte, Hunger, Vertreibung und die Erinnerung an die harte Nachkriegszeit verbunden sind. Es folgten Gefangenschaft, die Suche nach Vermissten und oft genug die Trauer um jene, die nicht heimkehrten. Unsere Aufgabe ist es, daran zu erinnern, dass es zu einem friedlichen und vereinten Europa keine vernünftige Alternative gibt. Mehr als 2,8 Millionen deutsche Kriegsgräber der beiden Weltkriege in 44 Ländern werden vom Volksbund gepflegt. Diese Kriegsgräber sind Zeugen des Irrsinns und der Schrecken des 20. Jahrhunderts.“

„Die Erlebnisgeneration schwindet“, sagte Oliver Wasem, der Landesgeschäftsführer des Volksbundes in Baden-Württemberg: „Und wir führen nun Schüler und Jugendliche behutsam an diese Kriegsgräber und ihre Geschichten heran. Wir vermitteln an ihrem Beispiel, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf. Wir werben im Angesicht der Grabkreuze und Stelen für ein friedliches Europa.“

Der stellvertretende Landesvorsitzende Hofmeyer hofft, dass aus dem 8. Mai und auch aus der aktuellen Pandemie-Krise die richtigen Schlüsse gezogen werden: „Der 8. Mai erinnert an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Er rückt auch die Lebensleistung der Menschen, die diesen Krieg als Kinder und Jugendliche überlebt und unsere Staaten anschließend aufgebaut haben, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der 8. Mai bringt uns die Solidarität und Verbundenheit mit unseren Angehörigen nahe, gerade in Verbindung mit der aktuellen Situation. Zudem fordert er uns heraus, durch moderne Bildungsangebote, die sich in erster Linie, aber keineswegs ausschließlich an Jugendliche richten, Gedenken und Erinnerung aufrecht zu erhalten. Dieser Tag mahnt uns zur Wachsamkeit gegen Rassismus, Nationalismus und die Gefährdung unserer Grundrechte in herausfordernder Zeit.“


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.