Gedenkort im Herzen der Barockstadt

Rastatt (ans) – An der Stadtkirche St. Alexander in Rastatt erinnern 113 gehäkelte und genähte Herzen an diejenigen, die im Landkreis mit oder am Coronavirus verstorben sind.

Eröffnen gemeinsam die Gedenkstätte: Anneliese Dürr, Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch, Marlene Kampf, Petra Bonkosch, Hatice Özütürk, Stefan Risché, Pfarrer Wenz Wacker, Pfarrer Ralf Dickerhof (von links). Foto: Anna Strobel

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Eröffnen gemeinsam die Gedenkstätte: Anneliese Dürr, Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch, Marlene Kampf, Petra Bonkosch, Hatice Özütürk, Stefan Risché, Pfarrer Wenz Wacker, Pfarrer Ralf Dickerhof (von links). Foto: Anna Strobel

An der Stadtkirche St. Alexander in Rastatt gibt es jetzt einen Gedenkort für die Verstorbenen der Corona-Pandemie. 113 bunte Herzen erinnern dort an diejenigen, die im Landkreis Rastatt mit oder an dem Virus gestorben sind.
„Die Corona-Pandemie hält uns in Atem“, sagte Pfarrer Ralf Dickerhof bei der Einweihung. Noch vor einem Jahr habe es Schunkelrunden und Fastnachtsumzüge gegeben. An Begriffe wie „Lockdown“ und „Shutdown“ habe man sich inzwischen gewöhnt, doch an die „Zahlen des RKI“ dürfe man sich nicht gewöhnen. Daher habe man nahe des Marktplatzes, der „guten Stube Rastatts“, wie Dickerhof formulierte, einen Gedenkort eingerichtet. „Viele individuelle Herzen, orientiert an der Zahl der Menschen, die ums Leben gekommen sind“, sollen an diese erinnern.

OB: „Die Pandemie ist nicht vorbei“

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch unterstrich, dass „wir uns bewusst machen müssen, dass die Pandemie nicht vorbei ist“. Er appellierte an die Bevölkerung, Abstände und Hygieneregeln einzuhalten und wenn möglich zu Hause zu bleiben. Die Herzen seien nicht nur Teil einer Gedenkstätte, sondern auch eine Mahnung. „Jeder Einzelne trägt die Verantwortung“, so Pütsch. Im Anschluss gedachte Pfarrer Wenz Wacker von der evangelischen Johannesgemeinde in einem Gebet den Verstorbenen.

Ein Gedenkort für alle

Angeregt wurde die Aktion von den Rastatter Frauen Andrea Flackus, Anneliese Dürr und Petra Bonkosch. Ebenso maßgeblich beteiligt bei der Umsetzung waren Mitglieder des Vereins „Die Brücke“, die von Hatice Özütürk repräsentiert wurden. Auch Rastatterin Marlene Kampf hat das Projekt tatkräftig unterstützt. 15 Herzen häkelte sie. Sie habe diese „mit Liebe gemacht“. Jeder habe einen Teil beigetragen, betonte Petra Bonkosch. Es sei ein problemloses gemeinsames Arbeiten am Projekt gewesen. „Es haben sich viele beteiligt und genäht und gehäkelt“, führt Bonkosch aus. „Wir haben zwar einen kirchlichen Hintergrund“, dennoch sei es „ein Gedenkort für alle“, betont die Rastatterin. Bisher wurden 113 Herzen am linken Gitter der Stadtkirche angebracht. Für jeden weiteren Toten soll ein neues hinzugefügt werden.

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

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Erstellt:
14. Februar 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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