Gefährdete Vogelarten im Waldhägenich beobachtet

Bühl (sre) – Im Waldhägenich wurden gefährdete Vogelarten beobachtet. Unterdessen zeigt das Steinkauz-Projekt im Schutzgebiet erste Erfolge.

Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet lockt oft Besucher an. Probleme gibt es, wenn das Gebiet nicht zu Fuß betreten, sondern mit dem Auto befahren wird. Foto: Bernhard Margull

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Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet lockt oft Besucher an. Probleme gibt es, wenn das Gebiet nicht zu Fuß betreten, sondern mit dem Auto befahren wird. Foto: Bernhard Margull

Wenig Programm für menschliche Besucher, dafür aber einige Aktivitäten für Pflanzen und Vögel: Im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Waldhägenich haben in den vergangenen zwei Jahren zwar kaum Führungen stattgefunden, für bedrohte Arten wurde aber einiges getan.

Im Bühler Gemeinderat stand am Mittwoch der Jahresbericht 2020 auf der Tagesordnung. Auch den Bericht für 2021 lag schon vor, die Besprechung wurde aber verschoben: Dafür soll noch einmal Gebietsbetreuer Matthias Mößner anwesend sein.

Der Bericht über 2020 fiel kurz aus, da Mößner, der nun wieder verabschiedet wird, seine Stelle erst zum 1. Dezember 2020 antrat – vorher war die Position neun Monate lang vakant gewesen. Deshalb und aufgrund der Pandemie gab es 2020 auch keine Führungen. 2021 waren es dann immerhin zwei Führungen. Allerdings gab es Probleme mit menschlichen Nutzern des Gebiets: In beiden Jahresberichten ist von verbotenerweise mit Fahrzeugen umfahrenen Schranken die Rede. Bei zwei Schranken wurden die von der Stadt installierten Sperrsteine eigens entfernt, um die Schranken regelmäßig umfahren zu können.

Kiebitz im Blick

Doch es gibt auch Positives zu berichten: 2021 wurden verschiedene Maßnahmen zum Tier- und Pflanzenschutz angestoßen. So wurde das Märzenbecher-Vorkommen erstmals über ein mobiles Geoinformationssystem erfasst und es wurden mehrere neue, kleine Vorkommen entdeckt. Die Art zeigt jedoch über das gesamte Gebiet einen moderaten Rückgang aufgrund anderer dominanter Arten wie Kratzbeere, Brombeere und Seggen. Diese sollen zurückgedrängt werden.

Ebenfalls im Blick hat man den Kiebitz. Dieser zeigt laut Sitzungsunterlagen seit 1980 europaweit massive Bestandsrückgänge. Deshalb wurde im Auftrag der Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe das Förderprogramm „Kiebitz badischer Oberrhein“ initiiert. Im Rahmen des Programmes ist eine Betreuung aller potenziellen Brutgebiete vorgesehen – auch im Waldhägenich. Die Art wurde im Gebiet jedoch noch nicht festgestellt.

Neue Niströhren für den Steinkauz

Anders sieht es bei der Waldschnepfe aus, die im Gebiet ebenso beobachtet wurde wie der Steinkauz. Zu dessen Schutz wurde der Waldhägenich in diesem Jahr konzeptionell in das Steinkauzprojekt des NABU Südbaden eingebunden. Um Lebensraum für den Steinkauz zu schaffen, wurden neue Niströhren angebracht und hochstämmige Obstbäume gepflanzt. Bei Kontrollgängen wurden in den Nisthilfen auch erwachsene Vögel beobachtet, außerdem befanden sich in einer der Röhren drei Eier, die aber wohl aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht erfolgreich bebrütet wurden.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
29. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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