Gefährdung auf Friedhof Bad Rotenfels

Gaggenau (uj) – „Und zack – kommt das Teil runter.“ Mit diesen Worten beschreibt Gabriele Plocher, was sie und zwei weitere Besucher Anfang September auf dem Friedhof Bad Rotenfels erlebten.

Von dieser Eiche löst sich der Ast. Gabriele Plocher fordert eine erneute Untersuchung des Baums. Foto: Ulrich Jahn

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Von dieser Eiche löst sich der Ast. Gabriele Plocher fordert eine erneute Untersuchung des Baums. Foto: Ulrich Jahn

Der Schock sitzt tief bei Gabriele Plocher. Immer wieder denkt sie zurück an den 9. September. An diesem Tag passierte das fast Unvorstellbare. Sie besucht auf dem Friedhof Bad Rotenfels das Grab ihres Sohnes. Ganz in der Nähe noch zwei weitere Friedhofsbesucherinnen. Plötzlich kracht der Ast einer Eiche auf den Boden. Ganz in der Nähe der drei Frauen. Glück im Unglück: Es wird niemand verletzt.

Doch die Gefahr war groß, meint nicht nur Gabriele Plocher. „Das ist jetzt schon einen Monat her – ohne dass irgendwas passiert ist“, moniert die Bad Rotenfelserin. In der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung spricht sie das Thema an. Zuvor hatte bereits Heinz Adolph auf dieses Vorkommnis hingewiesen.

Das Wetter an besagtem 9. September: Kein Sturm, kein Regen, „absolut windstill“, berichtet Plocher bei einem Treffen mit dem BT auf dem Friedhof: „Die Sonne hat geschienen, es war jetzt nicht ein leichter Wind oder sonst irgendwas. Ich habe das Grab gerichtet – und zack, mittendrin kam das Teil runter.“

Etwa drei Meter langer Ast

Völlig unverständlich für sie, dass sich der etwa drei Meter lange Ast in schätzungsweise zehn Meter Höhe löste und auf den Weg krachte. Die 73-Jährige gesteht der Stadt ein, dass der eine oder andere Ast an der Eiche entfernt worden sei. Es seien aber noch viele trockene Äste an dem Baum vorhanden.

Was sie besonders ärgert: Die Stadt sagt nicht, welche Firma mit der Baumpflege beauftragt worden ist – aus Datenschutzgründen. Nichts ist es also für betroffene Bürger mit dem kurzen Weg. Bürgermeister Michael Pfeiffer verweist in der Gemeinderatssitzung darauf, dass die Bäume einmal im Jahr überprüft würden. Damit will sich Plocher nicht zufriedengeben. „Ich fühle mich da nicht sicher“, sagt sie. Die 73-Jährige fordert eine „zeitnahe Prüfung“. Dies auch mit Blick auf den unmittelbar bevorstehenden Feiertag Allerheiligen. „Weil dann auch die Gräberbesuche sind und viele Leute auf den Friedhof kommen. Und jetzt ist die Zeit, in der viele Gräber gerichtet werden für Allerheiligen und Allerseelen.“ Vor geraumer Zeit sei jemand gekommen, habe die Bäume begutachtet und befunden, das sei in Ordnung so.

Am Dienstag sieht der Bereich des Friedhofs nicht aufgeräumt aus. Auf dem Grab liegt „in diesem Fall ein kleiner Ast“, aber: „Es fällt Zeug runter“, bekräftigt Plocher. Auf dem Boden und auf den Gräbern liegen zahlreiche Eicheln. „Zwar nicht lebensgefährlich, aber auch nicht schön“, betont sie. Oberbürgermeister Christof Florus versicherte in der Gemeinderatssitzung, dass die Bäume nochmals überprüft werden. Danach solle über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
13. Oktober 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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