Gefährliche Engstelle in Hilpertsau

Immer wieder kommt es in der lang gezogenen Kurve hinter dem „Ochsen“ zu brenzligen Situationen – vor allem, weil Autos am Straßenrand parken. Foto: BT-Archiv

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Immer wieder kommt es in der lang gezogenen Kurve hinter dem „Ochsen“ zu brenzligen Situationen – vor allem, weil Autos am Straßenrand parken. Foto: BT-Archiv

Es ist gut drei Monate her, da klagten Anwohner der Murgtalstraße in Hilpertsau über „chaotische Zustände“. Immer wieder sorgten parkende Autos am Straßenrand der B 462 dafür, dass es zu brenzligen Situationen kommt – gerade im Begegnungsverkehr zweier großer Fahrzeuge. Ein Fall wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort, bei dem sich zwei Lastwagen in der Ortsdurchfahrt kurz hinter der Ochsen-Brücke touchiert hatten, wurde am Dienstag am Amtsgericht Gernsbach verhandelt.

Der Vorwurf der Unfallflucht ließ sich nicht zweifelsfrei nachweisen. Der 56-jährige Angeklagte, der am 15. April mit einem Zwölftonner in Richtung Freudenstadt unterwegs war, soll gegen 8.10 Uhr wegen eines am rechten Fahrbahnrand der lang gezogenen Kurve abgestellten Pkw zu weit nach links gekommen sein, wo sein Außenspiegel denselben eines entgegenkommenden Sattelzugs berührte. „Dann hat es Klick gemacht, mehr war nicht“, blickte der Möbelspediteur zurück. Er sei daraufhin bei der Einfahrt zur Kartonfabrik Baden Board kurz angehalten, sein Beifahrer ausgestiegen, um zu schauen, ob etwas am Lkw zu sehen ist und ob der andere mutmaßliche Unfallbeteiligte ebenfalls angehalten habe. Als von beiden keine Spur gewesen sei, habe man die Fahrt fortgesetzt.

Strafverfahren wird gegen Geldauflage vorläufig eingestellt

Der Geschädigte, ein 26-jähriger selbstständiger Transportunternehmer aus Dornstetten, berichtete hingegen von einem lauten Knall. Verkehrsbedingt habe er aber erst an der Bushaltestelle bei Elektro-Gerstner in der Murgtalstraße 25 anhalten können. Als er dann nach dem vermeintlichen Unfallverursacher Ausschau gehalten habe, sei dieser schon weg gewesen. Am inzwischen reparierten Außenspiegel seines Scania sei ein Sachschaden von etwas mehr als 1.200 Euro entstanden. Über Funk habe er einen Kollegen über den Vorfall informiert, der ebenfalls auf der B 462 Richtung Gernsbach unterwegs war. Der hat das Kennzeichen des Spediteurs notiert, gegen den dann im Polizeirevier Horb Anzeige erstattet wurde. Gegen den Strafbefehl, der neben einem zweimonatigen Fahrverbot eine Geldstrafe von 1.500 Euro vorsah, legte der 56-Jährige Widerspruch ein. Mit Erfolg: Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch stellte das Strafverfahren gegen eine Geldauflage von 1.000 Euro an den Sozialen Kraftsportverein Gaggenau vorläufig ein; führerscheintechnische Konsequenzen hat der Angeklagte damit nicht mehr zu fürchten.

Der Fall an sich ist unspektakulär, wirft aber ein Schlaglicht auf die problematische Situation in der Ortsdurchfahrt von Hilpertsau, in der das Parken an der B 462 erlaubt ist. Durch die stehenden Autos kommen die vielen Laster, die unter anderem die Papierfabriken ansteuern, oft nicht durch; die Folge ist nicht selten ein langer Rückstau im Kurvenbereich. Auch die Sicht ist dort mitunter eingeschränkt, deshalb komme es vielfach zu gefährlichen Situationen, weil motorisierte Verkehrsteilnehmer auf den Geh- und Radweg ausweichen. Anwohner sprachen im Sommer von „einem Wunder“, dass noch nichts passiert sei – zumal der Weg auch von Kindern genutzt wird, die zur Grundschule gehen oder die zum Kindergarten Rockertstrolche gebracht werden. Diskussionen über Sicherheitsvorkehrungen in der Ortsdurchfahrt sind in Hilpertsau nicht neu. Es hat auch schon mehrere Vor-Ort-Termine mit Straßenverkehrsbehörde, Polizei und Stadt gegeben. Mögliche Sicherheitsmaßnahmen sind daraus bisher nicht resultiert.


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