Geigernachwuchs hat bald den Bogen raus

Gaggenau (ueb) – Junge Geigenschüler dürfen trotz Corona bei der Musikschule in den Violinunterricht hineinschnuppern

Musiklehrerin Merino de Asis erklärt der kleinen Sami, wie man eine Violine richtig hält. Foto: Dagmar Uebel

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Musiklehrerin Merino de Asis erklärt der kleinen Sami, wie man eine Violine richtig hält. Foto: Dagmar Uebel

Auf diesen Nachmittag hatten sich die Lehrer der Schule für Musik und darstellende Kunst seit Tagen gut vorbereitet. Vor allem aber gefreut darauf hatten sich drei Mädchen mit ihren Müttern und ein junger Mann. Der Fachbereich Streicher der Musikschule hatte ihnen die Möglichkeit geboten, am Freitag im Josef-Riedinger-Saal im Erdgeschoss der Schule einen Schnuppernachmittag zu erleben.

Erste Erfahrungen mit eigenem Violinspiel machen können: Dafür waren nach vorheriger Anmeldung zeitlich versetzte Termine angeboten worden. Dass das Interesse groß war, lag vielleicht auch daran, dass die Veranstaltung, am Freitag nur auf Streicher beschränkt, individuell und unter Einhaltung der 2G-Regel stattfinden konnte. Auch für die Violinen-Lehrerin Fatima Merino de Asis war es ein Reinschnuppern: Sie wird ab Januar 2022 an der Musikschule unterrichten und dadurch den Fachbereich Streicher verstärken, wie Leiterin Boriana Baleff ankündigte.

Auch ein Hobbytänzer greift zur Geige

Die Einladung zum Schnupperkurs richtete sich an alle Kinder ab fünf Jahren und an Jugendliche. Ganz individuell begleitet, bot er die Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung das Instrument Violine kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Aber auch Erwachsene mit dem Wunsch, längst verschüttet geglaubte musikalische Fähigkeiten wiederzuentdecken und, professionell unterstützt, aufzupolieren, konnten sich angesprochen fühlen. „Gerade in Corona-Zeiten mit ungewohnt viel Freizeit für mich ein Grund, meine musikalischen Kenntnisse zu erweitern“ schwärmte Felix, der Student der Elektrotechnik, schon nach zwanzig Minuten von seinem ersten Erfahrungen mit dem ihm bisher unvertrauten Instrument. Ob nur reines Hobby für den Hausgebrauch oder ausbaufähig, ist für den begeisterten Tänzer (Standard und Lateinamerikanisch) zunächst unwichtig.

Genauso wie für die achtjährige Nika sowie Sofia und Sami, sechs und sieben Jahre jung. „Wir haben heute sehr engagierte Kinder erleben können“, freute sich Frau Merino des Asis über die Gaggenauer Mädchen, die gleich beherzt zu Instrument und Violinbogen greifen wollten. Doch bevor rhythmisch gezupft werden konnte, war etwas Theorie nötig. Etwa, wie das Instrument guten Halt zwischen Schulter und Kinn findet, wie wichtig die richtige Körperhaltung ist und wozu das Kolophonium dient.

Besonders einprägsam fanden die Schülerinnen den Spruch „Geh, du alter Esel!“. Denn die Anfangsbuchstaben dienen als Eselsbrücke für die Saitenreihenfolge G-D-A-E. Als dann endlich, mal sportlich ausgedrückt, der Pflicht die Kür folgte, Nika, Sofia und Sami mit Fatima Merino de Asis „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ ertönen ließen, zollte auch Boriana Baleff den Neueinsteigerinnen großen Respekt. Auch wenn die Fingerchen nicht immer gleich die richtige Saite trafen, die andere Hand statt auf dem Griffbrett bislang nur zum Halten diente und der Bogen noch nicht gebraucht wurde, waren sich alle darin einig, die Violine zu lieben, weil sie „so klein ist und sich leicht transportieren lässt“. Vor allem aber: „Weil sie so schön klingt.“

Hier geht es zur Homepage der Musikschule.

Ihr Autor

Dagmaer Uebel

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Erstellt:
6. Dezember 2021, 07:24 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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