„Geistige Nahrung als wichtigste Voraussetzung“

Von BT-Redakteurin Fiona Herdrich

Muggensturm (fh) – Bodo Malige aus Muggensturm unterstützt Bekannte im Iran bei der Gründung einer Schule für Vier- bis Achtjährige.

„Geistige Nahrung als wichtigste Voraussetzung“

Die Geschichte von Pinocchio kennen die Kinder, dank Büchern aus Deutschland. Foto: Davood Moeini

Bildung öffnet eine Welt“, ist sich Bodo Malige aus Muggensturm sicher. Der 80-Jährige begeistert sich seit Jahrzehnten für den Iran und die Menschen, die dort leben. Seine letzte Reise dorthin liegt erst wenige Wochen zurück. Dabei besuchte er Bekannte, die gerade eine Schule für Kinder von vier bis acht Jahren in Isfahan eröffnet haben.

Erstmals verschlug es den Ingenieur 1973 in den Iran. Drei Jahre später nahm er einen großen Auftrag bei Isfahan an, bei dem er eine Straße vermessen sollte. Bei dieser Gelegenheit lernte Malige Land und Leute kennen, seit dem schätzt er die Gastfreundschaft und die kulturelle Vielfalt dort, wie Malige sagt, der viele Anekdoten aus dieser Zeit erzählen kann.

Seither sei der Iran seine „heimliche stille Liebe“ gewesen, auf die er aber erst 2005 wieder zurückkam. Um seine Begeisterung mit anderen zu teilen, organisierte er eine Gruppenreise. Das kam so gut an, das bis Herbst 2019 13 weitere Reise folgten mit Touristen aus ganz Mittelbaden und Deutschland, berichtet Malige stolz.

„Dafür braucht man vor Ort einen Reiseleiter oder eine Reiseleiterin aus dem Iran“, sagt er. Und mit dem Reiseleiter, Davood Moeini, verbindet ihn bis heute eine Freundschaft. Moeinis Frau Maryan habe in Freiburg, der Partnerstadt von Isfahan, studiert, wie Malige erklärt. Sie sei Lehrerin für Englisch und habe nun mit ihrem Mann die Zange-Zaban-Sprachschule in Isfahan gegründet.

Malige zufolge betreuen in der privaten Einrichtung sieben Erzieherinnen etwa 30 bis 40 Kinder intensiv in kleinen Gruppen. Das Schulgeld bezahlen die Eltern. Zusätzlich zum normalen Grundschulunterricht lernen sie dort Deutsch und Englisch nach Modulen des Goethe-Instituts. Auch Französischunterricht ist geplant. Der Unterricht folge außerdem einem speziellen Konzept, bei dem verschiedene Bereiche in den Köpfen der Kinder durch unterschiedliche Spiele gefördert werden sollen, der Theorie der multiplen Intelligenz von Howard Gardener.

Im Gepäck hatte Malige bei seinem Besuch Anfang Juni darum Bücher und Spiele auf Deutsch und Englisch. „Deren Qualität ist hier einfach besser“, räumt er ein. Darunter war auch die Geschichte von Pinocchio, von dem Moeinis Tochter bereits erzählen kann, wie ein kurzes Video zeigt. Von der Bedeutung der Schule für die Kinder ist Malige überzeugt, der bald seinen 81. Geburtstag feiert und sich schon darauf freut, wieder in den Iran zu reisen. „Geistige Nahrung ist die wichtigste Voraussetzung für das später Leben.“