Geld für Umbau des Illinger Hartplatzes

Elchesheim-Illingen (as) – Die Gemeinde erhält 127.500 Euro vom Land, um den Hartplatz Illingen in ein Rasenspielfeld mit Beregnung umzubauen. Der Fußballverein Rot-Weiß will dort aber nicht spielen.

Aus dem Illinger Hartplatz soll ein Winterrasenspielfeld nach DFB-Norm mit Bewässerungsanlage werden – auch wenn der FV Rot-Weiß dort nicht spielen will. Foto: Frank Vetter

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Aus dem Illinger Hartplatz soll ein Winterrasenspielfeld nach DFB-Norm mit Bewässerungsanlage werden – auch wenn der FV Rot-Weiß dort nicht spielen will. Foto: Frank Vetter

Sportstätten und Elchesheim-Illingen? Bei diesen beiden Stichworten zucken viele zusammen, weil sie an den leidigen Konflikt um den Sportstättenstandort denken. Doch diesmal gibt es gute Nachrichten. Die Gemeinde erhält vom Land 75.000 Euro Zuschuss für den Neubau eines Rasenspielfeldes in Dränschichtbauweise und weitere 52.500 Euro für die Bewässerungsanlage eines Rasenspielfeldes.

Darüber informiert der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Becker jetzt in einer Pressemitteilung. Das Geld kommt aus dem Solidarpakt Sport. Der Fördersatz beträgt laut Becker in der Regel 30 Prozent der zuschussfähigen Ausgaben.

Aber natürlich tangiert die gute Nachricht trotzdem den schwelenden Konflikt. Denn die Förderung ist für den vom Gemeinderat im März beschlossenen Umbau des Hartplatzes in Illingen in ein Winterrasenspielfeld nach DFB-Norm mit Bewässerungsanlage vorgesehen, geschätzte Kosten laut Planer in besagter Sitzung: Rund 612.000 Euro (das BT berichtete).

Dilemma für die Gemeinde

Nun stellt sich die Situation in Illingen aber gerade so dar, dass die Jugendmannschaften des Rot-Weiß Elchesheim dort gar nicht mehr trainieren (das BT berichtete). Der RWE führt dafür den schlechten Platzzustand ins Feld und Haftungsgründe bei eventuellen Unfällen. Seit die Jugend coronabedingt wieder trainieren darf, geschieht das auf dem Rasenplatz in Elchesheim, dessen Nutzung bekanntlich zum 30. Juni 2021 von der Gemeinde gekündigt wurde. Da stellt sich die Frage, ob die Gemeinde tatsächlich das Geld für das neue Rasenspielfeld in Illingen in die Hand nehmen wird. Für Bürgermeister Rolf Spiegelhalder ist das keine Frage, wie er gegenüber dem BT betont: „Das wird auf jeden Fall gebaut!“ Er sieht das Projekt unter der Prämisse, dass das Winterrasenspielfeld auch anderen Vereinen zur Verfügung gestellt werden soll. Darin sei sich der Gemeinderat einig gewesen – egal ob Jugend, Freizeitkicker oder Gymnastikgruppen. Den Einwand, dass diese aber kein Spielfeld nach DFB-Norm benötigen würden, das über 600.000 Euro kostet, sieht er auch als Dilemma. „Es wäre uns lieber, wenn wir uns mit dem Rot-Weiß einigen könnten“, verweist er auf von Vereinsseite mehrfach abgelehnte Gesprächseinladungen (das BT berichtete). Dennoch wolle man den Gemeinderatsbeschluss umsetzen.

Arbeiten sollen nun ausgeschrieben werden

Die Arbeiten sollen nun ausgeschrieben werden, sagt Spiegelhalder. Über die Arbeitsvergaben muss wiederum der Gemeinderat entscheiden. Das dürfte nicht vor dem 30. Juni passieren – dem Kündigungstermin, durch den die Gemeinde sich auch mehr Klarheit über Zukunftsperspektiven erhofft. Der RWE hat bekanntlich Einspruch gegen die Kündigung eingelegt. Die Sache liegt bei den Rechtsanwälten. Es ist davon auszugehen, dass mit Fristablauf Bewegung in die Angelegenheit kommen wird.

Für fraglich hält Spiegelhalder zum jetzigen Zeitpunkt, dass der weitere Gemeinderatsbeschluss umgesetzt wird, nämlich eine Sanierung des Rasenspielfelds in Illingen – zumindest unter den aktuellen Voraussetzungen, dass der RWE die Spielstätte am Altrhein nicht nutzen will.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
11. Juni 2021, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

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