Gelungene Impf-Premiere

Rastatt (fuv) – Die Stadtverwaltung ist zufrieden mit dem ersten Einsatz eines mobilen Impfteams in der Realschulsporthalle. Weitere Aktionen könnten folgen.

Nach den guten Erfahrungen in der Realschulsporthalle soll es eine Neuauflage mit dem mobilen Impfteam geben. Foto: Frank Vetter

© fuv

Nach den guten Erfahrungen in der Realschulsporthalle soll es eine Neuauflage mit dem mobilen Impfteam geben. Foto: Frank Vetter

Der erste mobile Corona-Impftermin in Rastatt war ein Erfolg. Insgesamt 504 Menschen ließen sich in der Sporthalle der Realschule im Dörfel das Vakzin von Biontech injizieren.
„Ein guter Tag, wir sind rundum zufrieden“, resümierte Magdalena Müller, Fachbereichsleiterin Jugend, Familie und Senioren bei der Stadtverwaltung Rastatt, am Samstagnachmittag. Ihr Fachbereich hatte die Aktion gemeinsam mit dem Kreisimpfzentrum Bühl und der Gemeinwesenarbeit der Stadt organisiert.

Seit vier Wochen ermöglicht die Landesregierung das sogenannte Quartierimpfen, wie Magdalena Müller erläuterte. Das Sonderprogramm richte sich an Stadtviertel und Quartiere, in denen besonders viele Sozialhilfeempfänger und Menschen auf engem Raum zusammenleben. Die Verwaltungsspitze hatte sich in der Vergangenheit eher skeptisch zu mobilen Corona-Bekämpfungsmaßnahmen geäußert, obgleich die Inzidenzzahlen der Stadt weit über dem Landkreisdurchschnitt lagen (wir berichteten). 500 Dosen des Biontech-Vakzins hatte der Landkreis nun zur Verfügung gestellt, so Dominik Zoller vom Kreisimpfzentrum. Die Aktion im Dörfel will das Rathaus als Modell sehen, um Erfahrungen zu sammeln.

Organisatorische Herausforderung

Das Quartier-Impfen in der Sporthalle der August-Renner-Realschule war eine organisatorische Herausforderung, leben im Dörfel doch viele Rastatter mit Migrationshintergrund. Der Gemeinwesenarbeit kommt im Dörfel eine besonders wichtige Rolle zu. Dies unterstrich auch Müller: „Ohne die Gemeinwesenarbeit hätten wir das gar nicht organisieren können.“ Brigitte Oser leitet das Gemeinwesenbüro im Dörfel seit vielen Jahren. Ihr Team und ehrenamtliche Helfer hätten sprichwörtlich die Klinken geputzt, um die Menschen auf die Möglichkeit einer Corona-Impfung hinzuweisen. In den türkischen und arabischen Moscheen seien mehrsprachige Flyer verteilt worden. Brigitte Oser unterstreicht die Unterstützung der religiösen Gemeinden. Wie erfolgreich die Aufklärungsarbeit im Vorfeld war, zeige der hohe Prozentsatz an mitgebrachten Impfunterlagen, verdeutlicht die Sozialarbeiterin. Schließlich hatten sich über 400 Dörfler für eine Impfung angemeldet. Für die Verabreichung der restlichen Vakzin-Dosen konnten sich auch „Nicht-Dörfler“ auf eine Warteliste setzen lassen. Keine Dosis des wertvollen Stoffs sollte ungenutzt bleiben, betont Dominik Zoller. Fünf Impfkabinen habe man in der Halle geschaffen, erläuterte der ärztliche Leiter des Kreisimpfzentrums, Carl Hoernecke. In jeder leisteten ein Arzt und eine medizinische Fachangestellte Dienst. Damit wollte man einen reibungslosen Ablauf gewährleisten. Für Fragen der Impfwilligen waren Dolmetscher für Türkisch, Arabisch, Dari, Kurdisch und Englisch vor Ort. „Zur Not bekommen wir auch Französisch hin“, scherzte Hoernecke am Samstag.

Der organisatorische Aufwand war groß. Alleine 25 Helfer der Stadtverwaltung waren im Einsatz. Zehn DRK-Helfer aus den Kreisverbänden Rastatt und Bühl/Achern unterstützten das Quartierimpfen. Der Samstag sei reibungs- und komplikationslos verlaufen, betonte Müller nach Ende des ersten mobilen Impftermins am frühen Abend. Die 504 Geimpften erhalten am 17. Juli die zweite Dosis.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.